Thomas Böhm ist später selbst erkrankt und geheilt worden. Heute macht er sich dafür stark, dass eigene Blut für Andere zu spenden.

Thomas Böhm ist später selbst erkrankt und geheilt worden. Heute macht er sich dafür stark, dass eigene Blut für Andere zu spenden.
Thomas Böhms Geschichte ist eine traurige, aber dennoch eine wichtige: Anders als sein Zwillingsbruder hat er den Krebs überlebt. Heute wirbt er um Spendenbereitschaft.

Thomas Böhms Geschichte ist eine traurige, aber dennoch eine wichtige: Anders als sein Zwillingsbruder hat er den Krebs überlebt. Heute wirbt er um Spendenbereitschaft.

Andreas Bischof

Thomas Böhms Geschichte ist eine traurige, aber dennoch eine wichtige: Anders als sein Zwillingsbruder hat er den Krebs überlebt. Heute wirbt er um Spendenbereitschaft.

Krefeld. Die Geschichte von Thomas Böhm und seinem Bruder lässt wohl kaum jemanden kalt. Vor 45 Jahren kamen sie als eineiige Zwillinge auf die Welt. Lange Zeit dachte keiner in der Familie an eine schwere Erkrankung bei den beiden Jungen, sowohl die Eltern als auch die Großeltern waren gesund. Doch dann wurde bei Thomas’ Bruder Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert – da hatte er gerade seinen 24. Geburtstag gefeiert. Einige Jahre kämpfte er gegen den Krebs. Am Ende siegte die bösartige Krankheit über das junge Leben. 2002, im Alter von 30 Jahren, starb er.

Er ist zwar geheilt, spenden selber darf er heute aber nicht mehr

Zu diesem Zeitpunkt befand sich auch Thomas Böhm bereits in Behandlung im Krankenhaus: Ein halbes Jahr vor dem Tod seines Bruders war bei ihm ebenfalls Lymphdrüsenkrebs aufgetreten. Bei ihm schlug die Behandlung besser an. Er musste eine Chemotherapie und Bestrahlung über sich ergehen lassen. Heute gehe es ihm gut, erzählt der Krefelder Gastronom, der auf dem Stadtmarkt einen Burger-Laden betreibt.

Auch wenn er selbst wegen seiner Krankengeschichte nicht mehr als Spender in Frage kommt, wirbt er öffentlich dafür, das eigene Blut für die gute Sache abzugeben. Seinem Zwillingsbruder hatte er damals Frischplasma gespendet. Für Thomas Böhm ist es eine Selbstverständlichkeit, das Plasmaspendezentrum im Behnisch-Haus, also in seiner direkten Nachbarschaft, bei dessen Tag der offenen Tür am 13. Mai zu unterstützen (siehe Info-Kasten). Dafür brät er Gourmet-Burger für die Gäste.

Das Plasmazentrum sucht nach weiteren Spendern

Das Plasmaspendezentrum Krefeld betreut nach eigenen Angaben rund 1400 Spender, ist aber nach eigenen Angaben „stets offen für weitere Spendenwillige“. Plasma ist der flüssige Teil des Blutes, der vor allem Wasser, aber auch lebensnotwendige Substanzen enthält. Man kann es nicht künstlich herstellen. Aus dem gespendeten Blutplasma werden in mehreren Schritten lebenswichtige Arzneimittel zur Therapie von Erkrankungen in den Bereichen der Bluterkrankheit, angeborener Immunschwäche und Intensivmedizin hergestellt.

„Das Spendezentrum kümmert sich mit darum, die Plasmaversorgung in Deutschland zu gewährleisten“, sagen die Verantwortlichen im Behnisch-Haus an der Petersstraße. In der Öffentlichkeit sei häufig nicht bekannt, dass Plasmaspenden genauso wichtig wie Blutspenden seien.

Anja von Nessen, Leiterin des Spendenzentrums, und ihr Team haben sich für den Tag der offenen Tür am heutigen Samstag, 13. Mai, 11 bis 16 Uhr, ein vielseitiges Programm ausgedacht. Zauberkünstler und Ballon-Artist Tobi Twist unterhält die Besucher am Behnisch-Haus, Petersstraße 122, die auch etwas über die Selbstverteidigung Krav Maga lernen können. Wer sich über die Arbeit des Zentrums informieren will, kann einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ab 12.30 Uhr ist Thomas Böhm mit Essen und Getränken vor Ort.

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