Einbruchserie auf Kioske, Lottofilialen und Tankstellen am Niederrhein steht vor der Aufklärung. Die Diebe packen aus.

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Land- und Amtsgericht Krefeld

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Archivbild Andreas Bischof

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Krefeld. Genau 21 Straftaten wirft der Staatsanwalt der rumänischen Diebesbande vor, die im letzten Jahr Kioske, Lottogeschäfte und Tankstellen am gesamten Niederrhein heimgesucht hat. Sechs der Mitglieder stehen derzeit vor Gericht, das jüngste hat bereits in der vorherigen Verhandlung seine Taten zugegeben. Am Montag haben sich zwei weitere 36-jährige Angeklagte in der Hoffnung auf eine mildere Strafe zu einem Geständnis durchgerungen.

Der erste der beiden Geständigen schilderte in allen Einzelheiten seine Taten. Er nannte die Namen der von Fall zu Fall wechselnden Beteiligten mit ihrem Anteil an der Tat und beeindruckte den Richter mit seinem nicht alltäglichen Erinnerungsvermögen. Er räumte seine Beteiligung an fünf der sechs ihm vorgeworfenen Einbrüche ein: in einen Kiosk in Willich, in ein Lottogeschäft in Leverkusen und in eine Tankstelle in Mülheim.

Diese Beutezüge waren erfolgreich. Sie brachten vor allem Tabakwaren, Süßigkeiten, Bargeld und Telefonkarten ein, die an zumeist türkische Hehler zum halben Verkaufswert veräußert worden sein sollen.

Eher ein Ausreißer war der Einbruch in einen Laden für Damenunterwäsche in Düsseldorf, wobei es Probleme mit dem Absatz der Beute gab. In zwei Fällen scheiterte das Vorhaben, so beim Versuch, den Transporter einer Tabakwarenfirma in Mönchengladbach aufzubrechen, weil ein „stiller Alarm“ ausgelöst wurde und die Polizei mit Blaulicht erschien.

Einer der geständigen Angeklagten habe nur eine Nebenrolle gespielt

Bei einem Einbruchsversuch in ein Tabakwarengeschäft in Neuss hielt die Tür stand. An diesem Fall will der Angeklagte jedoch nicht beteiligt gewesen sein. Nach eigener Aussage hat er stets nur eine Nebenrolle gespielt, indem er das Fluchtauto fuhr, Schmiere stand und bereitgestellte Ware einlud. Sein Einsatz wurde entsprechend gering mit maximal 300 Euro pro Einsatz entlohnt. Nach der letzten Tat sei er ausgestiegen, um sein Geld mit Arbeit zu verdienen.

Auch der zweite Geständige gab nur in fünf von sechs Fällen seine Beteiligung zu. Bei einem Einbruch in ein Tabakwarengeschäft in Neuss sei er nicht dabei gewesen. Dafür räumte er mit Bandenmitgliedern einen Kiosk in Mönchengladbach aus und gestand, Tabakwaren im Wert von 9000 Euro gestohlen zu haben.

Beteiligt sei er außerdem an Einbrüchen in eine Tankstelle in Rheinberg und in eine Lotto-Annahmestelle in Tönisvorst gewesen. Die Beute teilte er sich mit den Mittätern, wobei er bis zu 800 Euro pro Einsatz erhielt.

Auch bei ihm liefen Taten schief. Beim Versuch, in eine Lotto-Annahmestelle in Moers einzudringen, wurden die Täter beobachtet und brachen ab, bei einem Kiosk in Kamp-Lintfort widerstand die Tür. Für den nächsten Prozesstag sind weitere Geständnisse angekündigt.

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