Vor 100 Jahren kam Pater Holzum auf die Welt. Der Franziskaner wurde 1947 ermordet.

Gedenken an Pater Augustin Holzum: Schwester Alfonsa (links) mit ihren Gästen im Kloster der Franziskanerinnen.
Gedenken an Pater Augustin Holzum: Schwester Alfonsa (links) mit ihren Gästen im Kloster der Franziskanerinnen.

Gedenken an Pater Augustin Holzum: Schwester Alfonsa (links) mit ihren Gästen im Kloster der Franziskanerinnen.

Andreas Bischof

Gedenken an Pater Augustin Holzum: Schwester Alfonsa (links) mit ihren Gästen im Kloster der Franziskanerinnen.

Krefeld. Für China hat er sich entschieden, in jungen Jahren, und China wurde dann die letzte Station seines Lebens: Am 13. März vor 100 Jahren kam in Krefeld Karl-Heinz Holzum auf die Welt. Anfang 1947 wurde Pater Augustin Holzum – inzwischen Missionar der Franziskaner – in China erschlagen. Wahrscheinlich von Kommunisten.

Seines Lebens und seines Märtyrer-Todes gedachten nun die Nonnen im Krefelder Franziskanerinnen-Kloster mit ihren Brüdern im Heiligen Franz aus der Umgebung. Auch einige Laien waren zu dem festlichen Tag gekommen.

Briefe erlauben Einblick in das Leben des Paters

Sehr viele Einzelheiten zu Holzums Leben sind aus einem großen Bündel Briefe bekannt geworden, die Holzums Halbschwester Annemarie (1928 geboren) den Franziskanern in Krefeld zum Kopieren zur Verfügung stellte. Stefan Klose, Vorsitzender des Arbeitskreises Krefelder Glaubenszeugen, hatte das Lebensbild aus mehreren Quellen und eben diesen Briefen zusammengefügt.

Die Briefe mussten zunächst aus der Sütterlin-Schrift übertragen werden, nicht jeder kann Holzums Schrift lesen. In seinen Briefen erzählt er von seiner Reise nach China, interessanterweise sind ihm die exotischen Stationen wie Port Said, Colombo oder Shanghai keine ausführlichen Bemerkungen wert. Er schreibt über sich und über seine Aufgabe.

Schon als Junge hatte Karl-Heinz Holzum sich dem 1919 von Jesuiten gegründeten Neudeutschen Bund angeschlossen. Später wandte er sich den Franziskanern zu und erhielt 1937 die Priesterweihe, sein geistlicher Name war Augustin. Holzum hatte sich das Motto „Schone mich nicht“ gewählt.

Mit der Entscheidung für ein geistliches Leben setzte er sich über die Wünsche seines Vaters hinweg, der ihn lieber in Staatsdiensten gesehen hätte. 1937 reiste er nach China, lernte zunächst die Sprache. Nach einem halben Jahr konnte der den Katechismus auf Chinesisch aufsagen. Pater Augustin lebte ein bescheidenes Leben; bei den Chinesen in seinem Missionsgebiet war er sehr beliebt. Doch auch er wurde Opfer der politischen Veränderungen in China. Es ist nicht bekannt, wer ihn und seinen Mitbruder zu Beginn des Jahres 1947 erschlagen hat. Seine Missionsstation wurde später aufgegeben.

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