Zoo hat 19 Prozent mehr Besucher als 2009. 2011 will die GmbH über 4,4 Millionen Euro ausgeben.

Krefeld. Gut gelaunt saßen am Donnerstagmittag Zoodirektor Wolfgang Dreßen, Aufsichtsratsvorsitzender Joachim C. Heitmann und Frank Rusch, kaufmännischer Leiter der gemeinnützigen Zoo-GmbH, vor Presse und Funk. Denn verkünden wollten sie nur Gutes - über das fast abgelaufene und das kommende Jahr. 4,45 Millionen Euro will der vor sechs Jahren privatisierte Zoo in den kommenden zwölf Monaten für diverse Projekte ausgeben.

Für große Tiergärten ist das ein Klacks, für Krefeld aber bedeutet das die weitgehende Aufzehrung des in gut fünf Jahren angesparten Vermögens von rund sechs Millionen Euro. Der größte Batzen Geld fließt in den ersten Bauabschnitt der Futtermeisterei auf dem ehemaligen Sportplatzgelände: 2,23 Millionen. Zu den kleineren, vielleicht ebenso wichtigen Investitionen gehört eine Toilettenanlage in Fertigbauweise eines Krefelder Herstellers mit drei Aborten für jedes Geschlecht (98 000 Euro).

Das Objekt soll nahe dem Eingang aufgestellt werden. Ein schützenswerter alter Baum dort erfordert allerdings Raffinesse bei der Installation. Im März/April soll mit dem Bau des Gorillagartens begonnen werden. "Im Herbst können dann die Gorilla-Weibchen in ihre neue Innen- und Außenanlage umziehen", hofft Wolfgang Dreßen. Danach kann ein neuer Silberrückenmann, Massa II., beschafft werden.

Nur Gelsenkirchen hat ein größeres Besucher-Plus

Richtig stolz ist die Zoo-Führung auf den Besucherzuwachs in diesem Jahr, das aufgrund der monatelangen Kälte anfangs nichts Gutes verheißen ließ. Bis 31. Oktober waren es dann aber 373 000 Besuche, 19 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr (332 000 Besuche). Einen Teil des Plus’ führt Frank Rusch auf die günstige Jahreskarte (30 Euro für beliebig viele Zoo-Besuche) und den Baby-Boom in diesem Jahr zurück.

Nashörnchen Kibibi, aber auch der verwitwete Jaguar Porgy als alleinerziehender Vater, die jungen Schneeleoparden, Servale, Alpakas und Nyala-Antilopen oder selbst die frisch geschlüpften Bienenfresser im Vogelhaus haben die Menschen in den Zoo gelockt. Sogar ein Amsterdamer hat eine Jahreskarte gekauft. "Er käme drei- bis viermal im Jahr nach Krefeld, da lohne sich das", zitiert Rusch den Niederländer.

Im März/April soll mit dem Bau einer "kleinen Voliere mit großer Wirkung" (Zoodirektor Dreßen) begonnen werden. Einziehen werden neben den Moschus-Ochsen die Schnee-Eulen. Dafür stehen 25 000 Euro an Spenden zur Verfügung. Die Zoofreunde geben darüber hinaus Geld für eine größere Bollerwagen-Station. Für die Umgestaltung des Eingangs mit den Fertig-Toiletten sind insgesamt 300 000 Euro geplant.

Im Spätherbst soll die Sanierung des Regenwaldhauses abgeschlossen sein. Nachträglich müssen drei der Leimbinder-Träger aus Fichte wegen Wasserschäden saniert werden. 745 000 Euro hat die Generalüberholung gekostet, davon gab es 80 000 Euro aus dem prozessualen Vergleich zum Gewährleistungsanspruch.

Nur die "Zoom-Erlebniswelt" in Gelsenkirchen verzeichnete unter den elf NRW-Zoos ein noch größeres Besucher-Plus als Krefeld. Mit dem am Donnerstagabend vom Rat beschlossenen Gastronomie-Projekt "Cafe del Sol" an der Ecke Berliner Straße/Violstraße erhofft sich Wolfgang Dreßen eine fruchtbare Nachbarschaft.

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