Erfolg: Zehn Jahre nach dem Start der Initiative sind die Initiatoren zufrieden mit dem Ergebnis.

Krefeld. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist: Innerhalb von zehn Jahren hat die Krefelder Initiative Fairkehr die Zahl der Kinderunfälle halbiert. Nachdem Jahr für Jahr stets um die 200 Mädchen und Jungen auf Krefelds Straßen verletzt und manche sogar getötet wurden, hatten Stadt, Polizei und Verkehrswacht im Frühjahr 1999 die Notbremse gezogen. Die Aktion Verkehrssicherheit für Kinder hat unter dem Dach von Fairkehr seither enorme Anstrengungen unternommen, die Zahl der Unfälle zu senken. Zum Zehnjährigen gibt es das passende Geburtstagsgeschenk: Gab es im Startjahr noch 185 Kinderunfälle, waren es 2008 nur noch 97.

Wichtige Grenze unterschritten: Keine dreistellige Zahl mehr

"Wir sind erstmals unter die 100 gerutscht. Eine ganz wichtige Schwelle", sagte gestern Hartmut Könner, seit der Gründung Vorsitzender des Arbeitskreises mit seinen vier Arbeitsgruppen. Die, die in den vergangenen Jahren an der Erfolgsgeschichte mitgeschrieben haben, machen dies freiwillig neben ihrer Arbeit. Und diese lauschten gestern den Worten von Klaus Stüllenberg, dem Geschäftsführer der Stiftung für Kriminalprävention, als der sein Lob zollte: "Das Projekt funktioniert hier so gut, weil alle Beteiligten an einem Strang ziehen. In anderen Städten ist das nicht so." Die Anschubfinanzierung der Stiftung in Krefeld "war eines der besten Investments, das wir jemals gemacht haben."

Polizeidirektor Karl-Josef Klauer, der die Zahl der Kinderunfälle des vergangenen Jahres analysierte, erinnerte an den Schmerz und die Sorgen, die jeder Unfall bei Kindern und Eltern bewirke. Man sei stolz auf das Ergebnis, allerdings liege über der Zahl 97 aus dem vergangenen Jahr ein Schatten. Denn im Oktober war ein 14-jähriger Radfahrer auf der Benrader Straße von einem Auto erfasst und getötet worden.

1,5 Millionen Euro seien in 350 Baumaßnahmen gesteckt worden - vor allem, um die allgemeine Geschwindigkeit der Fahrzeuge in der Stadt zu reduzieren und Parken an schlechte einsehbaren Stellen zu verhindern, sagte Könner. Baudezernent Thomas Visser weiß, dass dies nicht immer für Freude bei Anwohnern und Autofahrern gesorgt hat. Zum Wohl der Kinder dürfe es aber eben nicht immer "freie Fahrt für freie Bürger" heißen. Polizeipräsident Rainer Furth lobte die Nachhaltigkeit der Initiative.

Prof. Rainer Wiebusch-Wothge, der Fairkehr bis 2004 wissenschaftlich begleitet hatte, gratulierte den Beteiligten. Er hatte durch Zeitreihenanalysen vorausgesagt, dass bis 2010 die Kinderunfallzahl auf 80 bis 85 gedrückt werden könne. "Wenn sie so weitermachen, kann sie bis auf 70 sinken", sagte er.

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