Winterwetter: Tiefe Temperaturen und gefrierende Nässe sorgen für Unfälle, Verspätungen und viel Arbeit.

Krefeld. Nach dem Schnee hat der Frost in Krefeld Einzug gehalten: Nachttemperaturen von knapp 15 Grad Minus sorgten dafür, dass die Straßen und Gehwege in der Stadt auch am Tag nach dem großen Schneefall eine Herausforderung für Autofahrer und Fußgänger blieben.

Der erneute Kälteschub forderte schon am frühen Morgen sein erstes Opfer: Gegen halb acht entgleiste eine Straßenbahn an der Ecke Ostwall/St.-Anton-Straße, drei Drehgestelle waren wegen Glatteis aus den Schienen geraten. Die Eingleisung der Bahn dauerte bis weit in die Mittagsstunden und war nur durch den Einsatz eines Krans möglich.

Die Bahn der Linie 44 hatte sich auf dem Weg zum SWK-Betriebshof an der St. Töniser Straße befunden. Außer dem unverletzten Fahrer waren keine Personen an Bord. Wegen der zeitweiligen Sperrung des Kreuzungsbereichs wurden auf der Linie 41 von St. Tönis nach Fischeln drei Busse als Ersatzverkehr eingesetzt.

Manche Fahrgäste mussten 40 Minuten auf den Bus warten

Trotzdem kam es teilweise zu massiven Verspätungen, für die nicht alle Krefelder Verständnis aufbrachten: "Ich kann bei diesem Wetter eine Menge verstehen, aber das ist doch ein bisschen krass", empörte sich Monika Drouville, die in der Kälte über 40 Minuten auf den Bus nach Oppum warten musste.

Einziger Trost für die genervten Fahrgäste: Laut SWK-Pressesprecher Dirk Höstermann gilt die Pünktlichkeitsgarantie des Unternehmens, nach der sich Fahrgäste bei über zehn Minuten Verspätung den Fahrpreis erstatten lassen können, auch bei der derzeitigen Wetterlage.

Alle Hände voll zu tun hatten die 60 Mitarbeiter des Winterdienstes bei der Stadtreinigungsgesellschaft GSAK. Nach den Hauptverkehrsstraßen rückten die Streufahrzeuge ab Mittag auf die Straßen der Priorität zwei (Nebenstraßen) aus. Wie schon am Vortag wurden auch hier 40 Gramm Trockensalz pro Quadratmeter gestreut.

Trotzdem bittet Fuhrparkleiter Holger Funke um Verständnis, falls nicht alle Straßen sofort frei sein sollten: "Ab minus zwölf Grad ist die Tauwirkung des Salzes gleich null und man kann im Prinzip nur auf wärmeres Wetter hoffen." Vorwürfe, die GSAK hätten zu viel gestreut und zu wenig Schnee geräumt, wodurch die Eisbildung ermöglicht worden sei, weist Funke zurück: "Wir haben uns am Sonntagabend entschieden, möglichst flächendeckend auf den Hauptstraßen zu streuen, anstatt nur ausgesuchte Straßen freizuräumen."

Bis zum Abend vermeldete die Polizei 31 witterungsbedingte Verkehrsunfälle, zwei davon mit leichten Verletzungsfolgen: Auf dem Europaring kam ein Rollerfahrer ohne Fremdeinwirkung zu Fall, das gleiche widerfuhr einem Radfahrer auf der Dießemer Straße. Pech hatte ein Husky auf dem Elfrather See. Der Hund fiel in ein Entenloch, ein Feuerwehrmann zog ihn aus dem eiskalten Wasser. Eine Tierärztin kümmerte sich später um das Tier.

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