Der Nabu lädt Naturfreunde bis Sonntag ein, Meisen, Finken, Sperlinge, Amseln und weitere Arten zu zählen.

Eine mit dem Usutu-Virus infizierte Amsel sitzt regungslos auf dem Boden.
Eine mit dem Usutu-Virus infizierte Amsel sitzt regungslos auf dem Boden.

Eine mit dem Usutu-Virus infizierte Amsel sitzt regungslos auf dem Boden.

Jutta Böhm-Wacker/Nabu

Eine mit dem Usutu-Virus infizierte Amsel sitzt regungslos auf dem Boden.

Krefeld. Wer in diesen Wochen die Futterstellen im eigenen Garten oder in Parks beobachtet, sieht vermutlich – nichts. Ein Großteil der Vögel, die noch im vergangenen Winter dankbar für die zusätzliche Nahrung in den kargen Monaten waren, sind vielerorts kaum noch oder gar nicht mehr zu sehen. Das berichten der Nabu ebenso wie das Beobachtungsportal im Internet Naturgucker.de. Vor allem Blaumeisen, Kohlmeisen und Buchfinken, aber auch Amseln werden vermisst. Die „Stunde der Wintervögel“ wird zeigen, wo welche Arten schwächeln, und sie wird auch Hinweise auf mögliche Ursachen geben.

Zum siebten Mal rufen ab heute bis Sonntag der Nabu und sein bayerischer Partner LBV Naturfreunde dazu auf, eine Stunde lang die Vögel an Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu melden und zu zählen. Im vergangenen Jahr hatten sich bundesweit mehr als 93 000 Menschen beteiligt. Insgesamt gingen Meldungen aus 63 000 Gärten und Parks mit mehr als 2,5 Millionen gezählten Vögeln ein. Der Haussperling führte die Liste der häufigsten Garten-Wintervögel an, gefolgt von der Kohlmeise, der Blaumeise, dem Feldsperling und der Amsel.

Einige Monate später hat sich die große Population bei Kohl-, Blaumeise und Amsel stark verringert. Das könnte verschiedene Gründe haben: Die Waldbäume haben in diesem Jahr reichlich Samen entwickelt – eine Snackbar für Eichhörnchen und Vögel, die deshalb seltener die Gärten bei der Futtersuche anfliegen.

Andererseits könnte jedoch ein geringerer Bruterfolg, der dramatische Insektenschwund und damit einhergehend weniger Nahrung für die Vögel sowie Krankheiten zu einer tatsächlich geringeren Zahl von Vögeln in diesem Jahr geführt haben. Vor allem der Usutu-Virus hat laut Experten zahlreiche Amseln getötet. Vor fünf Jahren hatte das tropische Virus, das von Stechmücken übertragen wird, erstmals in Deutschland zu einem Massensterben bei Vögeln geführt. Online können Teilnehmer der „Stunde der Wintervögel“ ihre Beobachtungen melden. Dort finden sie auch den Meldebogen, eine Anleitung, detailreiche Steckbriefe vieler Vogelarten sowie zahlreiche Tipps zur Vogelfütterung und für insekten- und vogelfreundliche heimische Gehölze. Meldeschluss ist der 16. Januar.

stundederwintervoegel.de

nabu-grefrath.de/ hecken-und-gehoelze/

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