Garrelt Duin zu Gast bei Frühstücksrunde von Unternehmern, Betriebsratsvorsitzenden und SPD-Landtagskandidaten.

Stand Rede und Antwort: Garrelt Duin (dritter v.l.).
Stand Rede und Antwort: Garrelt Duin (dritter v.l.).

Stand Rede und Antwort: Garrelt Duin (dritter v.l.).

Andreas Bischof

Stand Rede und Antwort: Garrelt Duin (dritter v.l.).

Krefeld. Klar hatte dieser Termin auch mit dem Landtags-Wahlkampf zu tun, als sich gestern Unternehmer, Betriebsratsvorsitzende und SPD-Kandidaten zum Frühstück in der traditionsreichen Brauerei Gleumes an der Sternstraße trafen. Und der Platz im Stübchen wurde ziemlich eng. So musste Inhaber Toni Arabatzis die Tafel noch um einige Tische erweitern. Es trafen sich Selbstständige und Angestellte der 2010 gegründeten Initiative „Zukunft durch Industrie – Krefeld“.

Diesmal wurde das Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin gesucht, der nahezu pünktlich mit seinem Fahrer zu der Frühstücksrunde erschien. Der 49-jährige SPD-Politiker nutzte die Gelegenheit, die Wirtschaftspolitik in kurzen Zügen vorzustellen. Duin sprach unter anderem die Energiepolitik an, äußerte, dass die Bereiche Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit in ein besseres Gleichgewicht gebracht werden müssten. „Dem Klima und den Arbeitnehmern in NRW ist überhaupt nicht geholfen, wenn die Industrie abwandert und sich andere preisgünstigere Bereiche sucht, wo billiger produziert werden kann.“

Duin für Kohle- statt Atomkraft

Duin fuhr fort: „Mit uns wird es keinen frühzeitigen Kohleausstieg geben, zumal die Probleme noch kommen, wenn wir uns 2022 ganz von den Atomkraftwerken verabschieden.“ Es dürfe nicht mehr so weitergehen, dass es durch immer höhere EEG-Umlagen zu ansteigenden Strompreisen komme. Diese Umlage müsste endlich einmal gedeckelt und die „Stromsteuer“ ganz abgeschafft werden. Gleich mehrere Redner waren der gleichen Ansicht. „Es darf nicht sein, dass die Gewinne durch die Strompreise immer weiter minimiert werden“, sagte etwa ein Mitarbeiter der Sitel GmbH, die im Europark Fichtenhain ihr gewerbliches Zuhause hat. Er werde alles dafür tun, diese Strompreise durch vielleicht andere Versorger zu reduzieren und sagte weiter: „So gibt es derzeit ein sehr gutes Angebot der Stadtwerke in Leipzig.“

Es kam zu einer interessanten Fragerunde, an der sich auch einige gerade gegründete Krefelder Firmen beteiligten. So das sechsköpfige StartUp-Unternehmen „Plan2Work“ mit seinem Geschäftsführer Martin Krpan (39). „Wir bieten den Betrieben, Behörden oder Einkaufszentren Hard- und Software-Lösungen und optimale Prozesse an.“ Und sein Mitarbeiter Jannis Georgallis ergänzte: „Wir suchen derzeit bei den weiterführenden Schulen in Krefeld ein Pilotprojekt, um diese Schule WLan-mäßig optimal auszustatten.“ Ein anderes junges Unternehmen, Weltenweber, visualisiert Ideen, um konkrete Projekte entsprechend umzusetzen. So arbeiten die jungen Leute, darunter Lukas Kuhlendahl und Beate Sucrow, gerade in Zusammenarbeit mit den Helios-Kliniken an einem Projekt, durch das die Welt der Demenz-Patienten erlebbarer gemacht wird.

Einen anderen Wunsch hatte Ralf Köpke, DGB-Vorsitzender in Krefeld: „Wir brauchen mehr Gewerbeflächen in unserer Stadt, denn es gibt nach wie vor Anfragen, die wir nicht bedienen können.“

Hier appellierte er weniger an den Wirtschaftsminister als vielmehr an die Landwirte, dafür geeignete Flächen bereit zu stellen.

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