Nach dem Studium absolviert Anna Blümel bei Cargill eine zweijährige Ausbildung für Führungskräfte.

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Anna Blümel absolviert bei Cargill eine zweijährige Ausbildung.

Anna Blümel absolviert bei Cargill eine zweijährige Ausbildung.

Bischof

Anna Blümel absolviert bei Cargill eine zweijährige Ausbildung.

Krefeld. Technik fand Anna Blümel immer schon spannend. „Mathe und Chemie haben mich in der Schule nicht abgeschreckt“, erzählt die 26-Jährige. „Und für mich war klar, dass ich keinen Job ausüben möchte, bei dem ich nur im Büro sitze.“

Die gebürtige Höxteranerin entschied sich 2006 nach dem Abitur für ein Studium der Lebensmitteltechnologie in Bremerhaven. „Wegen des guten Rufs der Hochschule. Und weil es an der Zeit war, mal aus Ostwestfalen wegzukommen.“

Nach der Bachelorarbeit zog es sie zurück in die Heimat. Ihr Studium hat Blümel in Lemgo an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe fortgesetzt und mit dem Master beendet.

Seit März 2012 durchläuft die junge Frau das Technical-Management-Trainee-Programm beim Krefelder Industrieunternehmen Cargill. Zwei Jahre dauert diese Ausbildung für Führungskräfte. Dass sie bei guter Leistung danach übernommen wird, ist quasi garantiert.

Während des Programms sind die technischen Abteilungen für sie Pflicht. „In der Dextrose-Produktion war ich drei Monate Anlagenfahrerin. Da lernt man die Kollegen und ihre Arbeit richtig kennen“, erzählt sie. Dieses Wissen werde ihr später sehr helfen, als Bindeglied zwischen Belegschaft und Geschäftsleitung tätig zu sein. Anschließend war sie im Bereich Prozessentwicklung mit dem Neustart einer Anlage für die Dextrosekristallisation beschäftigt.

Cargill ist ein internationaler Produzent und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Finanzen und der technischen Industrie. 1865 gegründet, beschäftigt der Konzern heute etwa 140 000 Mitarbeiter in 65 Ländern. Firmensitz ist in Minneapolis in den USA. Umsatz 2012/13 (bis Ende Mai): knapp 137 Milliarden US-Dollar. Gewinn nach Steuern: 2,31 Milliarden US-Dollar.

Cargill ist seit 1955 in Deutschland tätig und beschäftigt hier mehr als 1700 Mitarbeiter an 13 Standorten. Das Werk im Krefelder Hafen besteht seit gut 50 Jahren. 600 Mitarbeiter produzieren dort aus Mais Stärke und Stärke-Folgeprodukte für die Lebensmittel-, Futtermittel- und Chemieindustrie.

Die Initiative wurde auf Anregung des Currenta-Managers Stefan Dresely und Krefelds DGB-Chef Ralf Köpke gegründet. Über 20 Krefelder Firmen unterstützen das Projekt. Hinzu kommen Verbände und Gewerkschaften.

Die Initiative organisiert unterschiedliche Veranstaltungen wie Schlufffahrten durch den Chemiepark oder den Hafen. Zudem beteiligt sie sich an der Langen Nacht der Industrie. Die findet in diesem Jahr am 17. Oktober statt. Elf Unternehmen aus Krefeld öffnen an diesem Abend die Türen für Besucher.

Wir stellen im Vorfeld der Langen Nacht einige der teilnehmenden Firmen vor.

Die Masterarbeit von Anna Blümel (Note: 1,0) basiert auf einer Zusammenarbeit mit dem Anlagenbauer KHS in Bad Kreuznach. Die Firma stellt unter anderem Abfüllmaschinen für die Getränkeindustrie her. Anna Blümels Beitrag könnte entscheidend helfen, den Flaschentransport zu optimieren.

Sie hat 2000 Euro ihres Preisgeldes gespendet

Im Mai erhielt die Lebensmitteltechnologin für diese wissenschaftliche Leistung den Dr.-Oetker-Preis. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert. Von ihrem Preisgeld hat die junge Ingenieurin spontan 2000 Euro an die Bürgerstiftung Krefeld gespendet. „Weil ich deren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, denen es nicht so gut geht, so toll finde“, lautet die Begründung.

Wenn Anna Blümel über ihre Arbeit bei Cargill spricht, gerät sie fast ins Schwärmen. „Es ist faszinierend, was sich aus dem Rohstoff Mais alles machen lässt“, erzählt sie. Aus den Körnern werden Stärke und Stärkeprodukte wie Glukose und Traubenzucker hergestellt, die sich in Puddingpulver oder Soßenbindern wiederfinden. Aus Mais lässt sich auch der Zuckeraustauschstoff Sorbit gewinnen, der unter anderem dafür sorgt, dass Zahnpasta nicht austrocknet.

Die nächste Station heißt für Blümel Niederlande. Dort wird sie im Werk Bergen op Zoom in der Sicherheitsabteilung eingesetzt. „Danach möchte ich zurück nach Krefeld, weil ich mich dort am Niederrhein sehr wohlfühle.“

Die Westfälin kann sich gut vorstellen, auf Dauer in Krefeld zu leben. „Wenn Kinder kommen sollten, werde ich auf jeden Fall nicht lange aus dem Beruf aussteigen“, ist sie sich sicher. „Ich habe viel Zeit und Kraft in meine Ausbildung investiert. Und die Arbeit macht mir viel zu viel Spaß, um auf Dauer zu Hause zu bleiben.“

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