Die 27-Jährige ist bei der Firma Currenta für Dokumentationen über Rohrleitungen und Rohrbrücken zuständig.

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Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Krefeld. In regelmäßigen Abständen geht Anne Michel in die Luft. Die 27-jährige Betriebsingenieurin ist beim Chemiepark-Betreiber, bei der Firma Currenta, als Asset-Managerin (Asset heißt hier

Hin und wieder begibt sie sich für diese Prüfungen in vorgeschriebener Sicherheitskleidung in luftige Höhe, doch zumeist sitzt sie am Schreibtisch, um diese Leitungen und Brücken unter einem gewissen Aspekt zu betrachten. Anne Michel dokumentiert die Prüfungsergebnisse, entwickelt Prüfszenarien und arbeitet an der Optimierung sämtlicher Prüfungen.

Arbeit an drei Currenta-Standorten

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Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Die Rohrleitungen im Blick: Anne Michel und Jean-Claude Jansen von der Currenta-Betriebstechnik in einem Gelenksteiger.

Dabei ist der Chemiepark in Uerdingen nur einer von drei Arbeitsplätzen, an denen sie regelmäßig anzutreffen ist. Leverkusen und Dormagen gehören des Weiteren dazu.

Allein in Uerdingen ist das Energierohrnetz 168 Kilometer lang; das Produktrohrnetz 180 Kilometer. Die Rohrbrücken dienen als Tragwerke für die Rohrleitungen.

„Die Rohrleitungen transportieren innerhalb des Chemieparks sowohl von der Firma Currenta erzeugte Energien (beispielsweise Dampf oder Kälte) als auch Produkte der Kunden von einem Betrieb zum anderen – zum Beispiel Salzsäure oder Chlor. Diese Leitungen unterliegen gewissen Verordnungen und müssen regelmäßig überprüft werden. Die Organisation, Kontrolle und Weiterentwicklung der Prüfungen zählen zu meinem Aufgabengebiet“, sagt Anne Michel.

Die Initiative wurde auf Anregung des Currenta-Managers Stefan Dresely und Krefelds DGB-Chef Ralf Köpke gegründet. Über 20 Krefelder Firmen unterstützen das Projekt. Hinzu kommen Verbände und Gewerkschaften.

Sprecher der Initiative ist Lothar Brunner, Personalchef bei Outokumpu Nirosta. Die Geschäftsstelle ist bei der IHK in Neuss angesiedelt. Ansprechpartnerin ist Elke Hohmann.

Die Initiative organisiert unterschiedliche Veranstaltungen wie Schlufffahrten durch den Chemiepark oder den Hafen. Zudem beteiligt man sich an der Langen Nacht der Industrie. Die findet in diesem Jahr am 17. Oktober statt. Elf Unternehmen aus Krefeld öffnen an diesem Abend die Türen für Besucher.

Wir stellen im Vorfeld der Langen Nacht einige der teilnehmenden Firmen vor.

Sie zeigt an ihrem PC eine Dokumentation über Rohrbrücken und -leitungen. „Hier werden die Verläufe visualisiert und Berechnungen ermöglicht“, erklärt sie. „Ich arbeite an der Optimierung und Weiterentwicklung der Dokumentation.“ Dafür steht ihr eine riesige Datenbank zur Verfügung. Alle Leitungen und Brücken sind wie auf einem Lageplan zu finden.

Um den Praxisbezug so hoch wie möglich zu halten, geht sie in unregelmäßigen Abständen auch auf die Rohrbrücken, um sich vom Zustand der Leitungen und Brücken zu überzeugen. Die eigentlichen Prüfungen werden von speziell geschulten Fachleuten durchgeführt. Entweder gehen sie auf den Stegen entlang, die unter oder über den Leitungen angebracht sind, oder sie benutzen einen der Gelenksteiger, die permanent für die Betreuung und Überwachung verfügbar sind.

„Unterschieden wird in Festigkeits-, Zustands- und Dichtigkeitsprüfung. Die Prüfungen an bestimmten Stellen erfolgen turnusmäßig, alle Werte landen dann bei mir“, so Anne Michel und deutet auf den Lageplan. „Ich sorge dafür, dass jeder in diesem Lageplan nachschauen kann, wo bestimmte Leitungen liegen oder ob sie geprüft wurden.“

Ingenieurin wird in Männerdomäne akzeptiert

Anne Michel ist gelernte Industriekauffrau, parallel hat sie ihr Bachelor-Studium absolviert. Danach folgte ein Jahr kaufmännische Tätigkeit, im Anschluss ein technisches Masterstudium. Dazu gehörten ein Aufenthalt in China und die praxisorientierte Masterarbeit. Im Juni 2012 kam sie zur Firma Currenta, seit März 2013 ist sie in der jetzigen Funktion, eigentlich einer „klassischen Männerdomäne“.

Aber damit hat Anne Michel keine Probleme: „Wenn ich mit den Prüfern auf Rundgang gehe, werden zwar manchmal Scherze gemacht. Aber alle akzeptieren mich als Frau in diesem technischen Beruf.“ Spricht’s und setzt Schutzhelm und -brille auf: Die nächste Rohrleitung wird vom Gelenksteiger aus unter die Lupe genommen.

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