Als Neuling sorgt die Weng Fine Art AG in Frankfurt für Furore. Bald gibt es limitierte Druckgrafiken im Online-Shop.

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Firmenchef Rüdiger K. Weng mit einer Druckgrafik von Keith Haring in einem seiner Lager.

Firmenchef Rüdiger K. Weng mit einer Druckgrafik von Keith Haring in einem seiner Lager.

Dirk Jochmann

Firmenchef Rüdiger K. Weng mit einer Druckgrafik von Keith Haring in einem seiner Lager.

Das Gewerbegebiet Fichtenhain zählt nicht zu den feinsten Adressen in Krefeld. Verkehrsgünstig an der A 44 gelegen, gibt es preiswerten Büroraum in zweckmäßigen Bauten. Eigentlich keine Umgebung für einen Kunsthändler. Und doch hat die Weng Fine Art AG hier ihren Sitz.

„Wir sind eines der fünf größten Kunsthandelsunternehmen Deutschlands, aber das einzige, welches an der Börse notiert wird“, sagt Rüdiger K. Weng selbstbewusst. Der 49-Jährige ist Vorstandschef und Hauptaktionär des Unternehmens. 16 Euro kostete die Aktie zum Börsenstart am Montag in Frankfurt. Gestern mussten Anleger bereits 23,40 Euro zahlen.

Seit 1995 hat das derzeit achtköpfige Team um Weng mehr als 15 000 Gemälde, Skulpturen, Papierarbeiten und Druckgrafiken verkauft. Das Unternehmen verzichtet auf teure Galerieräume und beliefert bisher ausschließlich gewerbliche Kunden in Europa, den USA und Asien.

Zusätzlich will Weng nun den privaten Käufermarkt erobern. „Im Frühjahr öffnen wir unseren eigenen Online-Shop“, erzählt der Firmenlenker. Zu kaufen gibt es dort Druckgrafiken, die nach Absprache mit den Künstlern oder deren Erben in Mini-Auflage angeboten werden. Preis: zwischen 2000 und 20 000 Euro.

Im Fokus stehen bei Weng marktgängige Künstler wie Picasso, Matisse, Chagall, Warhol, Lichtenstein und Hirst. „Zumeist liegt der Wert der Werke zwischen 5000 und 50 000 Euro. Drei Viertel des Kunstmarktes spielt sich in dieser Preisklasse ab.“

Das BWL-Studium war Rüdiger K. Weng zu theoretisch

Rüdiger K. Weng ist nicht verheiratet. Seine Lebensgefährtin, eine Kunsthistorikerin und im Auktionshandel tätig, lebt mit dem gemeinsamen vierjährigen Sohn in Paris. Hier verbringt Weng wenn möglich das Wochenende. Das Paar spricht Englisch miteinander. Der Junge wächst dreisprachig auf.
 

Kunstwerke sind für den Unternehmer Weng in erster Linie eine Ware. „Mir geht es nicht um Schönheit. Entscheidend ist, ob sich nach Abzug der Kosten zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ein Profit ergibt.“ Als seine wichtigsten Vertriebskanäle bezeichnet er die internationalen Auktionshäuser, darunter Sotheby’s und Christie’s.
 

Im Herbst plant Weng eine Kapitalerhöhung. Damit soll weiteres Wachstum möglich werden. Schon in diesem Jahr möchte er fünf bis sieben neue Mitarbeiter einstellen, darunter zwei Händler.
 

Weng stammt aus Krefeld. Nach dem Abitur auf dem Moltke kam die Banklehre. Das BWL-Studium brach er ab – zu theoretisch. Weng fing an, mit historischen Wertpapieren zu handeln.

Anfang der 90er Jahre trieb ihn die Frage um, ob sich mit Kunst Geld verdienen lässt. „Der Anfang war schwer. Ich hatte keine Ahnung, keine Kontakte“, sagt er. Durch unzählige Reisen, Gespräche und Stunden mit Fachliteratur hat sich das geändert. Durch das Internet sei inzwischen vieles leichter geworden. „Aber 16 bis 18 Stunden arbeite ich trotzdem jeden Tag.“

Das Unternehmen verfügt in Krefeld über drei gut gesicherte Lager. Hier finden sich jene 2000 bis 2500 Kunstwerke, die die Firma meist im Bestand hat. Warenwert: etwa 15 Millionen Euro.

Sechs bis zwölf Monate dauert es in der Regel bis zum Weiterverkauf an Auktionshäuser und Galerien, die die Objekte für den Endverbraucher erwerben. „Vielen Kunstkäufern fehlt leider der Sachverstand. Aber sie haben das Geld, das den meisten Kunstliebhabern fehlt“, lautet Wengs Einschätzung.

Zweifel, dass die Geschäfte weiter florieren, hegt er nicht. Die Firma bringt es bei einem Umsatz von 6,5 Millionen Euro auf einen Vorsteuergewinn von 1,2 Millionen Euro. Bis 2015 soll der Überschuss auf fünf Millionen Euro klettern.

„Reiche Amerikaner, Russen, Chinesen und Inder decken sich mit Kunst ein“, weiß Weng. „Und weil alle von Krise reden, flüchten zudem viele Anleger in Sachwerte.“ Sehr zur Freude der Firma aus Fischeln.

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