Betriebsrat und Gewerkschaft formulieren Forderungen und bitten Land um Unterstützung.

Eingang zum TKN-Gelände an der Oberschlesienstraße. Nach Informationen der Arbeitnehmervertreter soll das Werk nicht verkauft, sondern in die Selbständigkeit entlassen werden.
Eingang zum TKN-Gelände an der Oberschlesienstraße. Nach Informationen der Arbeitnehmervertreter soll das Werk nicht verkauft, sondern in die Selbständigkeit entlassen werden.

Eingang zum TKN-Gelände an der Oberschlesienstraße. Nach Informationen der Arbeitnehmervertreter soll das Werk nicht verkauft, sondern in die Selbständigkeit entlassen werden.

Dirk Jochmann

Eingang zum TKN-Gelände an der Oberschlesienstraße. Nach Informationen der Arbeitnehmervertreter soll das Werk nicht verkauft, sondern in die Selbständigkeit entlassen werden.

Krefeld. Die Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp soll ein eigenständiges Unternehmen werden. Das wollen Betriebsrat und IG Metall von der Konzernspitze erfahren haben. „Das wäre eine Erleichterung“, sagt Ralf Köpke (DGB). „Wenn der Betriebsrat eine saubere Lösung hinbekommt, dann können wir hoffen, dass der Standort Krefeld langfristig gesichert und TKN Weltmarktführer bleibt.“

Daran arbeiten Betriebsrat und Gewerkschaft in langen Verhandlungsrunden mit der Konzernspitze in Essen. Die Eigenständigkeit der „Stainless“-Sparte bietet Chancen aber auch Risiken, weiß der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Norbert Kalwa. Es gelte jetzt, die Risiken zu begrenzen.

Dazu haben die Arbeitnehmervertreter fünf Kernforderungen für die Verhandlungen im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung am Freitag in Krefeld formuliert. Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen, Standorte und Arbeitsplätze ebenso gesichert werden wie die bereits zugesagten Investitionen. Den Standort Krefeld betrifft zum Beispiel der Umzug des Werks Düsseldorf-Benrath.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nach Krefeld eingeladen

Zudem sollen alle erworbenen sozialen Ansprüche gesichert werden. Zentrale Forderung aber ist die „Schaffung eines eigenständigen Unternehmens, das weltweit erfolgreich am Markt bestehen kann“. Kalwa: „Wir werden die Konzernspitze da nicht aus der Verantwortung lassen.“

Das eigenständige Unternehmen müsse schuldenfrei sein, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Zudem brauche man in Krefeld die Gebäude, das Gelände und auch die 16 Hektar Erweiterungsfläche an der Anrather Straße. In der ersten Verhandlungsrunde war man sich am Dienstag noch nicht näher gekommen.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat der Betriebsrat die Landesregierung um Unterstützung gebeten. „Wir haben die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft angeschrieben und sie eingeladen, zur Belegschaftsversammlung am 19. Mai nach Krefeld zu kommen“, so Kalwa. Immerhin hingen in NRW rund 4000 Arbeitsplätze am Thyssen-Stahl.

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