Projekt: Zusammen mit der Arbeitsagentur hilft das Unternehmen leistungsschwachen Jugendlichen.

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In der Ausbildungswerkstatt von Siemens (v.r.): Harald Gerlach, Siemens-Personalleiter in Krefeld, Christopher Meier, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur, Werner Franz, Ausbildungsleiter der Siemens AG für die Region West, Peter Ewert, Leiter der Krefelder Arbeitsagentur, und Tarik Toptas, Auszubildender bei Siemens.

In der Ausbildungswerkstatt von Siemens (v.r.): Harald Gerlach, Siemens-Personalleiter in Krefeld, Christopher Meier, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur, Werner Franz, Ausbildungsleiter der Siemens AG für die Region West, Peter Ewert, Leiter der Krefelder Arbeitsagentur, und Tarik Toptas, Auszubildender bei Siemens.

Andreas Bischof

In der Ausbildungswerkstatt von Siemens (v.r.): Harald Gerlach, Siemens-Personalleiter in Krefeld, Christopher Meier, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur, Werner Franz, Ausbildungsleiter der Siemens AG für die Region West, Peter Ewert, Leiter der Krefelder Arbeitsagentur, und Tarik Toptas, Auszubildender bei Siemens.

Krefeld. Der Ausbildungsmarkt in der Region hat sich noch nicht erholt. Die Bilanz im Herbst 2010 zeigt: Für 3836 Bewerber standen nur 2862 gemeldete Ausbildungsstellen zur Verfügung. "In dieser Situation haben vor allem Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder schlechten Noten große Schwierigkeiten, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu finden", sagt Peter Ewert, Leiter der Krefelder Arbeitsagentur.

Deshalb ist er froh, in der Siemens AG einen Kooperationspartner gefunden zu haben, der sich nicht scheut, auch am Standort Krefeld-Uerdingen neue Wege bei der Suche nach dem geeigneten Fachkräfte-Nachwuchs zu gehen. Siemens bietet nunmehr seit einem Jahr schwerpunktmäßig Jugendlichen mit Hauptschulabschluss einen zweijährigen Bildungsgang der beruflichen Grundbildung inklusive Fachoberschulreife an. Gefördert werden dabei auch Eigeninitiative und Teamgeist.

Die Jugendlichen, die sich damit eine Höherqualifizierung vor einer Ausbildung (gewerblich-technische bzw. IT-Ausbildung) sichern können, besuchen das Siemens-Berufskolleg in Düsseldorf, das Berufskolleg in Uerdingen ist auch beteiligt. "Gestartet sind wir beim Bildungsgang mit 20 Jugendlichen. Vier sind aus verschiedenen Gründen ausgeschieden, 16 werden im Sommer abschließen - so, wie es aussieht, erfolgreich", sagten gestern Werner Franz, Ausbildungsleiter der Siemens AG für die Region West, und Harald Gerlach, Personalleiter in Uerdingen, bei der Vorstellung des Projekts. Beide gehen davon aus, dass alle danach eine Ausbildung beginnen - entweder bei Siemens oder einem Kooperationspartner des Konzerns.

Ein Teilnehmer berichtet von seinen Erfahrungen bei Siemens

Dominik (19), einer der Teilnehmer am Bildungsgang, hatte sich 2009 mit einem Hauptschulabschluss beworben. Er berichtete gestern unter anderem von den zweimal vier Praktikumswochen, in denen er sehr viel Praxis gelernt hat, und auch, dass er dank Siemens im Sommer in eine dreijährige Ausbildung gehen kann.

Christopher Meier, Geschäftsführer operativ bei der Arbeitsagentur: "Es bringt was, sich auch mit schlechten Noten zu bemühen. Wir helfen im Berufsinformationszentrum weiter." Werner Franz: "Der demografische Wandel macht die Suche nach den richtigen Nachwuchskräften immer schwieriger. Deshalb ist Siemens auch am Standort Krefeld-Uerdingen sehr bemüht und geht mit Projekten früh in die Schulen, schwerpunktmäßig in die Partnerschulen Gesamtschule Kaiserplatz und Von-Ketteler-Hauptschule."

Die Siemens AG hat in Nordrhein-Westfalen 20 Standorte verschiedener Größe. Acht von ihnen sind Ausbildungszentren. Zurzeit sind in NRW 1500Jugendliche bei Siemens in der Ausbildung.

In Krefeld sind zehn Prozent der 40 neuen Auszubildenden Jugendliche mit Hauptschulabschluss.

Siemens in Uerdingen sucht eine(n) Auszubildende(n) zur Fachkraft für Beschichtungstechnik.

Und Peter Ewert appelliert: "Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten bei der Nachwuchssuche nicht nur auf die Noten sehen und gleichzeitig den eigenen Aufwand erhöhen, damit sie hinterher nicht mit leeren Händen dastehen. Das Zeugnis ist nicht unwichtig, aber der Mensch ist mehr als das Zeugnis."

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