Nach vier Generationen wird der Sanitär- und Heizungsbetrieb Carl Lechner nicht mehr von der Familie geführt.

HANDWERK
Übergabe der Geschäftsführung Firma Lechner (v. l.): Hubert Bock und Hans-Joachim Strauß (Firma Käuffer), die neue Prokuristin Elisabeth Becker, der neue Geschäftsführer Volker Emonts und Altinhaber Paul-Herbert Lechner.

Übergabe der Geschäftsführung Firma Lechner (v. l.): Hubert Bock und Hans-Joachim Strauß (Firma Käuffer), die neue Prokuristin Elisabeth Becker, der neue Geschäftsführer Volker Emonts und Altinhaber Paul-Herbert Lechner.

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Übergabe der Geschäftsführung Firma Lechner (v. l.): Hubert Bock und Hans-Joachim Strauß (Firma Käuffer), die neue Prokuristin Elisabeth Becker, der neue Geschäftsführer Volker Emonts und Altinhaber Paul-Herbert Lechner.

Krefeld. Für viele Traditionsunternehmen wäre es ein Gau, wenn sich nach vier Generationen die Familie aus dem Geschäft zurückzieht. Nicht so für die Carl Lechner GmbH an der Vinzenzstraße und den langjährigen Firmenchef Paul-Herbert Lechner: Als feststand, dass seine Töchter nicht in seine Fußstapfen treten, hat er sich mit der Mainzer Käuffer-Gruppe einen starken Partner gesucht und bereits vor zweieinhalb Jahren das Geschäft übertragen.

Bis Anfang Februar hat er noch verantwortlich die Geschäfte geführt, die Integration in enger Abstimmung mit den neuen Eigentümern strategisch und erfolgreich umgesetzt und mit Volker Emonts seinen Nachfolger eingearbeitet.

Für ihn ein tiefbewegender Moment in seinem Leben? „Nein, ich bin noch ganz aufgeräumt“, sagt der Diplomingenieur. Und das habe gleich mehrere Gründe. Seit der Übernahme durch die Käuffer-Gruppe habe sich eine große inhaltliche Übereinstimmung mit dem Partner gezeigt. Die Zahl der Mitarbeiter sei seitdem von 37 auf 47 gestiegen, darunter sind fünf Lehrlinge.

In ein neues Lager und in einen modernen Fuhrpark wurde investiert

Die Arbeitsplätze seiner zumeist langjährigen Mitarbeiter – Lechners Hauptanliegen – hält er für sicher. Schließlich sei es gelungen, den Umsatz um 50 Prozent zu steigern. Das liege nicht zuletzt an dem größeren Portfolio. Außerdem wurde kräftig investiert: in ein neues Lager und in den Fuhrpark mit derzeit 28 Fahrzeugen – schon wegen der Umweltzonen.

Zum guten Gelingen will Lechner auch weiterhin beitragen. Zwar zieht er sich komplett aus dem Tagesgeschäft zurück, soll aber per Beratervertrag unter anderem das neue EDV-Projekt einschließlich zukunftsweisender Branchensoftware umsetzen, wobei der Krefelder Betrieb für die ganze Gruppe Pate steht. Optisch müssen sich Mitarbeiter wie Kunden allerdings umgewöhnen. Im Sinne einer einheitlichen Corporate Identity rutscht ein K für die Muttergesellschaft ins Lechner-Logo und nach demokratischer Abstimmung aller 16 Tochtergesellschaften wird die blau-weiße Flotte auf Silberorange umgerüstet.

Der 1878 gegründete Sanitär- und Heizungsbetrieb ist bereits seit zweieinhalb Jahren Mitglied der Käuffer-Gruppe. Firmeninhaber Paul-Herbert Lechner ist jetzt aus der Geschäftsführung ausgeschieden, bleibt aber als Berater tätig. Neuer Geschäftsführer wird Volker Emonts. Der Firmenname bleibt erhalten.

 

Die Mainzer Firmengruppe beschäftigt in 16 Tochtergesellschaften an zwölf Standorten rund 550 Mitarbeiter – davon sind zwölf Prozent Auszubildende – und dehnt sich in Deutschland kontinuierlich von Südwesten nach Nordosten aus. Sie ist außer im Heizungs- und Sanitärgeschäft auch im Gebäude-Management, in Lüftungs-, Kälte- und Energietechnik zuhause.

„Wir haben alle voneinander gelernt“, sind sich die Geschäftsführer der Gruppe, Hubert Bock und Hans-Joachim Strauß, mit Paul-Herbert Lechner und seinem Nachfolger Volker Emonts einig. Dass es dabei auch einmal unterschiedliche Meinungen gab, sei normal. So hat laut Bock die ganze Gruppe von dem perfekten Lechner-Kundendienst profitiert, während der Krefelder Betrieb im Projektgeschäft dazugelernt hat.

Großaufträge kommen von TKN und Helios

Sichtbare Erfolge seien Großaufträge im Millionenbereich beim Ausbau des neuen TKN-Belegschaftsgebäudes und der Helios-Klinik. „Gerade Großunternehmen erwarten heute eine ganzheitliche Betreuung“, so Emonts. „Die vergangenen zwei Jahre waren eine aufregende Zeit“, sagt er über seine Einarbeitung.

Diese habe er auch genutzt, um sich das Vertrauen der Mitarbeiter und Kunden zu verdienen. „Dieser Schritt war richtig“, zieht Lechner ein persönliches Fazit und will nach 35 Jahren betrieblicher Verantwortung endlich einmal freie Wochenenden mit der Familie genießen.

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