Der Leiterplattenspezialist hat sich zum 40. Firmenjubiläum selbst beschenkt – mit einer hochmodernen Galvanikanlage.

Der Leiterplattenspezialist hat sich zum 40. Firmenjubiläum selbst beschenkt – mit einer hochmodernen Galvanikanlage.
Andreas Brüggen, Geschäftsführer von Precoplat, mit einer Leiterplatte, also einem Träger für elektronische Bauteile.

Andreas Brüggen, Geschäftsführer von Precoplat, mit einer Leiterplatte, also einem Träger für elektronische Bauteile.

Andreas Bischof

Andreas Brüggen, Geschäftsführer von Precoplat, mit einer Leiterplatte, also einem Träger für elektronische Bauteile.

Krefeld. In Krefeld die Nummer eins, in Deutschland unter den Top zehn – doch Andreas Brüggen will mehr. Rechtzeitig zum 40. Firmenjubiläum hat sich der geschäftsführende Gesellschafter einen ehrgeizigen Herzenswunsch erfüllt und im Januar eine Hightech-Galvanikanlage auf dem Firmengelände an der Oberdießemer Straße in Betrieb genommen. Fünf Jahre haben allein die Vorbereitungen gedauert. Drei Millionen Euro hat der 50-Jährige in das Projekt mit neuer Halle und Anlage investiert, um den Familienbetrieb als Spezialist für Leiterplattentechnik, also für Träger von elektronischen Bauteilen, fit für die Zukunft zu machen.

„Wir können damit unsere Kapazität verdoppeln“, nennt Brüggen den Grund für die mutige Investition und setzt trotz internationaler Konkurrenz ganz bewusst auf den Produktionsstandort Deutschland. „Wir geben jetzt richtig Gas.“ Er sieht gute Chancen für deutsche Unternehmen in Zeiten drohender US-Importsperren und vermeintlich übermächtiger asiatischer Firmen. „Wir punkten mit Qualitätsprodukten, mit Zuverlässigkeit, kurzen Lieferzeiten, Flexibilität bei Kundenwünschen und regionaler Nähe“, sagt er und nennt Beispiele. Jeder Kunde habe einen Ansprechpartner im technischen Vertrieb, der ihn betreut und die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Der Anwender könne sich von der Ware vor Ort überzeugen und sie auditieren lassen. „Bevor die Leiterplatte aus China hier ist, haben wir sie für den Antrieb der Offshore-Windkraftanlage längst geliefert“, versichert der Diplomkaufmann. Bei diesen Vorteilen sei ein angemessener Aufpreis gerechtfertigt, meint er.

Maschinenbauer, Solar- und Windkraftfirmen sind Kunden

Auf einer Betriebsfläche von 25 000 Quadratmetern kann der Spezialist unbestückter Leiterplatten die gesamte Bandbreite des Produktbereichs hochtechnisiert und automatisiert fertigen – von der einlagigen Leiterplatte bis zu Komponenten mit 24 Lagen, vom Prototyp bis zur Großserie. Beliefert werden die Betreiber von Solar- und Windkraftanlagen und Maschinenbauer, die Drehstrommotoren für Antriebe aller Art nutzen.

Nach Vorgabe des Anwenders und dessen Layout-Daten werden die Leiterplatten zu verschiedenen Ebenen verpresst, die Konturen gefräst und die Bohrungen galvanisiert – und das alles im Mikrobereich. Die Bohrungen verbinden die Ebenen wie ein Treppenhaus. „Ein Fehler in der Fertigung und nichts geht mehr“, so Brüggen.

Um die Kapazitäten der neuen Galvanikanlage zu nutzen und flexible Leiterplattentechnologien umzusetzen, will Brüggen auch die Personalentwicklung vorantreiben. „Wir suchen noch Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler, Techniker, Mechatroniker und Chemiefachwerker.“ Nach guten Erfahrungen mit Studenten der Hochschule Niederrhein will er den Kontakt intensivieren und studienbegleitende Praktika anbieten.

Stolz ist der Unternehmer, Familienvater und „Krefelder aus Leidenschaft“ („Ich habe schon fast in jedem Stadtteil gewohnt“) auf den Familienbetrieb, den er seit dem Tod von Stiefvater Manfred Völker vor fünf Jahren in der zweiten Generation leitet. Völker hatte den Betrieb mit Ehefrau Hildegard gegründet, die heute mit fast 70 Jahren gelegentlich aushilft. 75 Mitarbeiter zählt das Unternehmen zusammen mit der Schwester MicroCirtec (siehe Kasten). Das Firmenjubiläum soll im September mit 350 Gästen und Mitarbeitern gefeiert werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer