Outokumpu-Chef Mika Seitovirta hat Mittwoch die Ziele des Konzerns vorgestellt und die vorgesehenen Investitionen bestätigt.

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Mika Seitovirta, Chef des finnischen Konzerns Outokumpu, im Nirosta-Verwaltungsgebäude an der Oberschlesienstraße.

Mika Seitovirta, Chef des finnischen Konzerns Outokumpu, im Nirosta-Verwaltungsgebäude an der Oberschlesienstraße.

Dirk Jochmann

Mika Seitovirta, Chef des finnischen Konzerns Outokumpu, im Nirosta-Verwaltungsgebäude an der Oberschlesienstraße.

Krefeld. Für Mika Seitovirta war Mittwoch „der Tag 1“. Am 28. Dezember wurde die Mehrheitsübernahme der Thyssen-Krupp-Edelstahlsparte Inoxum durch den finnischen Konzern Outokumpu erfolgreich abgeschlossen, seit dem 29. Dezember ist auch die Nirosta GmbH, Hauptsitz Krefeld an der Oberschlesienstraße, offiziell in finnischer Hand.

Bedingt durch die Feiertage und den damit verbundenen Urlaub von vielen Mitarbeitern hatte Outokumpu-Chef Mika Seitovirta (50) den Tag für mehrere Gesprächsrunden mit Teilen der Mitarbeiter genutzt, vormittags in Krefeld, mittags in Essen. Seine wichtigste Aussage: „Wir haben uns zu Investitionen bei Nirosta verpflichtet: 20 Millionen für Forschung und Entwicklung, 244 Millionen für das Projekt ‚Nifo’ (Nirosta-Ferri-Optimierung) und die Verlagerung der Ferritfertigung von Düsseldorf-Benrath nach Krefeld.“ Man habe im Januar 2012 einen Tarifvertrag mit den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen: „Wir respektieren diesen Vertrag, wir halten ein, was als Gesamtpaket vereinbart wurde“, sagte Seitovirta. Es könne aber sein, dass Marktanforderungen Veränderungen erfordern würden.


Es bleibe bei dem angekündigten Personalabbau für die Nirosta-Standorte Krefeld (Ende dieses Jahres) und Bochum (2016). Zusammen betrifft dies 850 Mitarbeiter in den jeweiligen Schmelzbetrieben, sprich den Flüssigphasen. „Es bleibt aber auch dabei, dass dies am Standort Bochum 2015 überprüft wird“, so Seitovirta. Die Thyssen-Krupp AG biete für betroffene Mitarbeiter 600 Arbeitsplätze im Konzern an, Seitovirta ist von daher sicher, dass der Arbeitsplatzabbau sozialverträglich über die Bühne gehen kann. Zur mittelfristigen Sicherung des Edelstahlstandortes könne man zum heutigen Tag nichts sagen: „Es ist nach dem Zusammenschluss von Outokumpu und Inoxum der Beginn einer Reise. Wir wollen das Schiff in die Profitabilität lenken.“


Der neue Outokumpu-Konzern rechnet nach dem Zusammenschluss mit Kostensynergien von jährlich 200 Millionen Euro. 2013 erwartet er bereits Einsparungen von 50 Millionen Euro. Thyssen-Krupp wird Großaktionär von Outokumpu mit einem Anteil von 29,9 Prozent der Aktien. Durch die Transaktion startet Outokumpu als Weltmarktführer im Bereich Edelstahl und Hochleistungslegierungen. Zum Jahresende 2012 ist in den USA die Arbeit im Werk in Calvert/Texas aufgenommen worden.


Seitovirta, Jahrgang 1962, war vor seiner Zeit bei Outokumpu unter anderem von 1994 bis 1998 stellvertretender Geschäftsführer von Volvo Deutschland – zunächst in Frankfurt/Main, danach in Köln. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder

Outokumpu, an der Nasdaq OMX Helsinki notiert, ist ein führender globaler Edelstahlhersteller. Produkte aus rostfreiem Edelstahl und Service kommen weltweit in den unterschiedlichsten Industriezweigen zum Einsatz. Outokumpu beschäftigt bislang mehr als 8000 Mitarbeiter in über 30 Ländern. Der Hauptsitz befindet sich in Espoo, Finnland.

www.outokumpu.com

Die Nirosta GmbH, Hauptsitz in Krefeld, ist einer der weltweit führenden Produzenten von korrosions-, säure- und hitzebeständigen Edelstahl-Flacherzeugnissen mit weit verzweigtem Distributionsnetz. Die Firma gehört nun nach vollzogener Mehrheitsübernahme als Outokumpu Nirosta GmbH zum finnischen Konzern Outokumpu. Nirosta hat derzeit insgesamt 4200 Mitarbeiter, in Krefeld sind zurzeit 2300 Mitarbeiter beschäftigt. Ansprechpartner auch für den Standort Krefeld ist Ulrich Albrecht-Früh, verantwortlich für den Geschäftsbereich „Stainless Coil EMEA“ (steht für Europa, Mittlerer Osten, Afrika).

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