Ein Programm der Bundesregierung in Höhe von 830000Euro für Krefeld soll die Situation entschärfen.

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Fernziel Integration in den ersten Arbeitsmarkt: Damit Krefeld auch weiter von dem Förderprogramm profitieren kann, muss eine feste Anzahl von Langzeitarbeitslosen in Lohn und Brot gebracht werden.

Fernziel Integration in den ersten Arbeitsmarkt: Damit Krefeld auch weiter von dem Förderprogramm profitieren kann, muss eine feste Anzahl von Langzeitarbeitslosen in Lohn und Brot gebracht werden.

dpa

Fernziel Integration in den ersten Arbeitsmarkt: Damit Krefeld auch weiter von dem Förderprogramm profitieren kann, muss eine feste Anzahl von Langzeitarbeitslosen in Lohn und Brot gebracht werden.

Krefeld. 50 Jahre oder älter, Hartz-IV-Empfänger und länger als ein Jahr arbeitslos - das sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Bewerbung um einen neuen Arbeitsplatz. Um die Aussichten von älteren Langzeitarbeitslosen entscheidend zu verbessern, beteiligt sich die Arge Krefeld am Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. "Insgesamt erhalten wir 830000 Euro aus dem Fördertopf", berichtet Arge-Projektleiter Franz-Josef Schmitz. Davon seien 250000 Euro vorgesehen, um die Bewerber zu qualifizieren und Eingliederungszuschüsse zu zahlen. "14 von 15 zusätzlichen Vermittlern haben wir bereits befristet eingestellt."

Die Arge setzt vor allem auf altersgemischte Belegschaften

Damit das Fördergeld auch im nächsten Jahr fließt, muss die Arge nachweisen, dass im zweiten Halbjahr mindestens 180 Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. "Und das schaffen wir auch", gibt sich Michael Kneißl zuversichtlich. Es sei höchste Zeit, dass erfahrene Menschen eine Chance auf Arbeit erhalten und die Unternehmen von der lange geübten Praxis Abstand nehmen, Ältere dem Diktat der Jugend zu opfern, mahnt der Arge-Geschäftsführer. Altersgemischte Belegschaften seien erfolgreicher, weil auf das Know-how der Erfahrenen nicht verzichtet werden könne. Zum Glück sei in der Arbeitsmarktpolitik eine Trendwende erkennbar, wenn auch erzwungenermaßen durch das Rentenalter 67 und den Rückgang an Fachkräften.

"Die älteren Bewerber sind durchaus bereit, Abstriche an ihren bisherigen Löhnen in Kauf zu nehmen", bestätigt Reiner Vinzens, einer der neuen Vermittler. Ein wichtiger Grund der Ablehnung seien oft die hohen ehemaligen Löhne. Vinzens war zuvor selbständig in der Personalvermittlung und der Weiterbildung. "Es kommt bei den Arbeitslosen gut an, dass ich mit 57 Jahren und als zuletzt Arbeitssuchender auf Augenhöhe mit den Bewerbern bin", sagt er. Seine neuen Kollegen haben teilweise Erfahrung in der Personalvermittlung, seien aber in vielen Berufen zu Hause. Fünf der Bewerber sollen laut Kneißl ausschließlich im Außendienst tätig sein und Unternehmen von Wissen, Tatkraft und Bereitschaft der Bewerber überzeugen. Die Arge selbst geht mit gutem Vorbild voran: "Alle neuen Vermittler waren arbeitslos."

Einen Tipp hat Vinzens für Bewerber noch parat: "Die schriftliche Präsentation ist meist nicht mehr zeitgemäß."

Das Projekt "50plus aktiv" soll mit Hilfe von Fördergeldern des Bundes ältere Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln. Dafür stehen 2009 bundesweit 150 Millionen Euro zur Verfügung, im nächsten Jahr sogar 250 Millionen Euro. Die Arge Krefeld erhält in diesem Jahr 830000 Euro aus dem Fördertopf.

Die Arge Krefeld hat bei ihrer Gründung Anfang 2005 mit zehn Vermittlern angefangen, inzwischen sind es 64. Jetzt kommen 15 neue befristet hinzu.

Im letzten Jahr waren von 9677 bei der Arge gemeldeten Arbeitslosen 2300 über 50 Jahre alt, davon 1040 über 55 Jahre. Insgesamt konnten von den über 50-Jährigen 433 Menschen in Arbeit vermittelt werden.

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