Das Polycarbonat wurde vor 60 Jahren von Hermann Schnell erfunden.

bayer material science
Polycarbonat aus Uerdingen zu einer bekannten Form verarbeitet: Auch diese Sport- und Skibrillen sind aus Makrolon. Archiv

Polycarbonat aus Uerdingen zu einer bekannten Form verarbeitet: Auch diese Sport- und Skibrillen sind aus Makrolon. Archiv

Bayer Material Science

Polycarbonat aus Uerdingen zu einer bekannten Form verarbeitet: Auch diese Sport- und Skibrillen sind aus Makrolon. Archiv

Krefeld. Polycarbonat kann fast alles. Der Hochleistungskunststoff – dessen bekanntester Markenname Makrolon ist – ist leicht, hitze- und kältebeständig, kann biegsam sein oder steif, bunt oder farblos, transparent oder undurchsichtig und ist wiederverwertbar. Die Kombination dieser Eigenschaften macht Polycarbonat aus, ohne das Luxusautos, medizinische Geräte oder Handys, PCs und CDs nicht denkbar wären. Vor 60 Jahren wurde der Kunststoff vom Bayer-Chemiker Hermann Schnell in Uerdingen erfunden und schreibt seitdem Erfolgsgeschichte.

Markus Steilemann, Leiter Geschäftsbereich Polycarbonate von Bayer Material Science, kam zum runden Geburtstag des Bayer-Kindes eigens vom Hauptsitz Shanghai angereist. Er zeigte die Verwendbarkeit des Stoffs bei der Automobilherstellung, in der Elektronik und im Bausektor, aber auch in Gegenständen des täglichen Gebrauchs: „Der Ski-Helm wiegt weniger als 200 Gramm, und der Feuerwehrhelm ist leicht, transparent im Sichtschutz und hitzebeständig.“

Wichtiger Partner auch für die Unterhaltungselektronik

In jedem guten Auto seien rund 25 Kilogramm Polycarbonat verbaut, berichtet er weiter. Dieser Leichtbau sorge für weniger Kraftstoffverbrauch. Zehn Prozent weniger Gewicht eines Wagens entsprechen fünf Prozent weniger Benzinverbrauch.

In der Unterhaltungselektronik verleiht Polycarbonat Notebooks, Tablet-PCs oder Smartphones den richtigen Rahmen. In der Medizintechnik kommt es im Labor, im Operationssaal oder in der Rehabilitation zum Einsatz. „Geräte aus dem Material sind gut zu sterilisieren und biologisch gut verträglich.“

Die weltweit größte zusammenhängende Produktion des Werkstoffes befindet sich in Uerdingen, der Wiege des Polycarbonats. „Dort arbeiten 400 Mitarbeiter in zwei Betrieben rund um die Uhr, in denen das Carbonat hergestellt, veredelt und in alle Welt geliefert wird“, berichtet Standortleiter Jürgen Meyn. Weitere große Produktionsanlagen befinden sich in Belgien, den USA, Thailand und China. Weltweit beträgt der Umsatz 2.8 Milliarden Euro.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer