Viele brechen vorzeitig ihr Studium ab. „Neustart“ bietet ihnen eine verkürzte Ausbildung, doch das Interesse ist noch gering.

Beruf
Etwa jeder dritte Student an der Hochschule Niederrhein bricht sein Studium vorzeitig ab.

Etwa jeder dritte Student an der Hochschule Niederrhein bricht sein Studium vorzeitig ab.

Archiv Andreas Bischof

Etwa jeder dritte Student an der Hochschule Niederrhein bricht sein Studium vorzeitig ab.

Krefeld. Rund ein Drittel aller Studenten an der Hochschule Niederrhein bricht das Studium vorzeitig ab. Pressesprecher Christian Sonntag sagt dazu: „Vor dem Hintergrund, dass viele Studierende mit dem Theorie-Anteil im Studium Probleme haben, ist es sicherlich sinnvoll, Alternativen aufzuzeigen.“

Eine solche Alternative kann eine Ausbildung sein, schließlich ist hier der Praxis-Anteil deutlich höher. Die bis zum Abbruch erbrachten Studienleistungen können teilweise angerechnet werden, die Ausbildungszeit sich dadurch verkürzen.

Sonntag: „Eine wichtige Funktion haben bei uns daher die Studienverlaufsberaterinnen, die während des Studiums die schwachen Studierenden anschreiben.“ Im Rahmen eines Beratungsgesprächs werde dann gegebenenfalls die Alternative einer verkürzten Ausbildung aufgezeigt: „Es gibt Kooperationen unter anderem mit der IHK.“

Verkürzte Ausbildung bei zwei Semestern und 20 Credit Points

Diese Kooperation läuft bei der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein unter dem Namen „Neustart“. Frank Lorenz, Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildung, erklärt, welche Bedingungen Studienabbrecher erfüllen müssen, um eine verkürzte Ausbildung absolvieren zu können: „Man sollte zwei Semester studiert und 20 Credit Points gesammelt haben – dann verkürzt sich die Ausbildung von 36 auf 24 Monate.“

„Neustart“ wurde vor etwa zwei Jahren als Pilotprojekt initiiert. Die Resonanz war und ist überaus verhalten. Lorenz: „Bisher haben wir zwei oder drei Studienabbrechern aus der Elektrotechnik und dem Maschinenbau zu einer verkürzten Ausbildung als Fachinformatiker verholfen.“

Über die Gründe, warum „Neustart“ einen Fehlstart hingelegt hat, kann Lorenz nur spekulieren: „An irgendeiner Stelle hakt es noch, ich weiß aber nicht an welcher. Vermutlich brauchen wir noch mehr Beratung, nicht nur an der Hochschule, sondern auch bei der Arbeitsagentur.“

Als hilfreich könnte sich in diesem Zusammenhang auch eine für Oktober geplante Initiative des Bundesministeriums für Bildung erweisen. Pressereferent Markus Fels: „Gefördert werden sollen Projekte zur Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben bei der Integration von Studienabbrechern in die berufliche Erstausbildung.“

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer