An der Hochschule Niederrhein wird untersucht, wie durch Einsatz von Abwärme der Stromverbrauch reduziert werden kann.

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Die Professoren Shichang Wang und Frank Alsmeyer vor der Absorptionskältemaschine im neuen Technikum an der Obergath.

Die Professoren Shichang Wang und Frank Alsmeyer vor der Absorptionskältemaschine im neuen Technikum an der Obergath.

Hochschule Niederrhein

Die Professoren Shichang Wang und Frank Alsmeyer vor der Absorptionskältemaschine im neuen Technikum an der Obergath.

Krefed. Im Neubau an der Obergath arbeiten Wissenschaftler der Hochschule Niederrhein daran, die Energieeffizienz von Kühlhäusern zu verbessern. Wesentliche Voraussetzung für die Durchführung des Projekts ist eine Absorptionskältemaschine (AKM), die seit wenigen Wochen in dem neu eingerichteten Technikum in Betrieb ist. Dort sollen die Bereiche Strom, Wärme und Kälte gemeinsam betrachtet und mit Ansätzen der Kraft-Wärme-Kältekopplung verknüpft werden.

Das Ganze ist Teil eines 1,6 Millionen Euro großen Forschungsprojekts, bei dem es darum geht, grüne Logistikkonzepte im Agrobusiness zu entwickeln. Über das Institut GEMIT (Geschäftsprozessmanagement und IT) und das SWK-Energiezentrum ist die Hochschule Niederrhein federführender Partner des mit EU-Mitteln geförderten Projekts. Daran sind 21 Partner beteiligt, darunter 18 Unternehmen und drei Hochschulen aus Deutschland und den Niederlanden.

Ziel des Projekts ist es, den Kohlendioxidausstoß sowie die Energiekosten für die Unternehmen substantiell zu vermindern. Mit der AKM können Waren mit Abwärme anstatt teurer Elektrizität gekühlt werden. Die Kältemaschinen arbeiten mit einem sogenannten thermischen Verdichter.

Neue Kühlflüssigkeiten sollen untersucht werden

Mit der Installation der neuen Anlage verfolgt das Forscherteam um Shichang Wang mehrere Ziele: Zum einen soll das Teillastverhalten von AKM unter realen Umgebungsbedingungen erforscht werden, um ihre energetische und wirtschaftliche Effizienz zu beurteilen. Zum anderen soll die Einsatzmöglichkeit innovativer Kühlflüssigkeiten wie zum Beispiel ionischer Lösungen untersucht werden. Die Klima- und Kältebranche erhofft sich davon eine Effizienzsteigerung im Tiefkühlbereich. In Zukunft soll außerdem die Einsetzbarkeit der AKM als „Kältemaschine“ in der Warmjahresperiode und als „Wärmepumpe“ in der Kaltjahresperiode untersucht werden.

„Wir freuen uns, die Möglichkeit zu haben, selber aktiv im Bereich der innovativen Kälteerzeugung und Wärmepumpen forschen zu können. Unsere Studenten haben zudem die Chance, neueste technische Entwicklungen in diesem Bereich hautnah zu erleben und daran mitzuwirken“, erklärt Professor Wang. Über Praktika und Projektarbeiten soll den Studierenden das Fachwissen über Kälteanlagen und Wärmepumpen praxisnah vermittelt werden. Red

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