Güterumschlag: Andere Städte am Rhein mussten im ersten Halbjahr Rückgänge verbuchen – darunter Duisburg und Köln.

Güterumschlag: Andere Städte am Rhein mussten im ersten Halbjahr Rückgänge verbuchen – darunter Duisburg und Köln.
Der Rheinhafen Krefeld rechnet mit einem wirtschaftlich guten Gesamtergebnis für 2017.

Der Rheinhafen Krefeld rechnet mit einem wirtschaftlich guten Gesamtergebnis für 2017.

Andreas Bischof

Der Rheinhafen Krefeld rechnet mit einem wirtschaftlich guten Gesamtergebnis für 2017.

Wesel: minus 10,9 Prozent, Düsseldorf: minus 7,6 Prozent, Rheinberg: minus 7,2 Prozent – zahlreiche Häfen in NRW haben haben im ersten Halbjahr weniger Güter per Schiff umgeschlagen als im gleichen Zeitraum 2016. Zur Liste mit schlechteren Ergebnissen gehören auch Duisburg, Köln und Bonn. Im Rheinhafen in Uerdingen gibt es hingegen positive Zahlen.

Die Binnengüterschiffe haben in Tonnen drei Prozent mehr Rohstoffe und Waren nach Krefeld gebracht beziehungsweise abgeholt. In den ersten sechs Monaten waren es 1,626 Millionen Tonnen, im Vorjahr lediglich 1,577 Tonnen. „Das lässt sich vorzeigen“, freut sich Sascha Odermatt, Geschäftsführer des Rheinhafens Krefeld.

Neue Unternehmen am Wendebecken bringen Zuwachs

Als Grund für den Zuwachs nennt er „die Neuansiedlungen im Wendebecken, die sich jetzt bemerkbar machen“. Dazu gehören die VGG Handels AG, die einen Teil ihrer Hallen an Amazon untervermietet hat, und die Handelskette Bauhaus. „Deren Container machen sich in der Statistik bemerkbar“, resümiert Odermatt. Ein gutes Ergebnis habe man auch bei Düngemitteln – Hersteller Compo sitzt im Hafen – sowie Eisen und Stahl durch das Stahl-Service-Center.

Leicht zurück ging im Gegensatz zum Wasserweg das Ergebnis auf der Schiene – von 805 000 Tonnen im ersten Halbjahr 2016 auf 658 000 Tonnen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Das lag vor allem daran, dass ein sogenannter KV-Zug vom Hafenkopf nach Hohenbudberg verlegt wurde – KV heißt Kombinierter Verkehr, also das Transportieren mit Umladen von Wasser auf Schiene, von Schiene auf Straße oder umgekehrt. Die Hafengesellschaft hat dadurch am Wasser mehr Platz gewonnen und kann dort weiter wachsen.

„Wirtschaftlichkeit durch Wachstum“ ist das Motto von Sascha Odermatt und seiner Kollegin in der Geschäftsführung Elisabeth Lehnen. Und die aktuellen Zahlen sind Grund für Optimismus.

Denn selbst wenn das Ergebnis im Bereich Schiene etwas schwächer sei, sei die finanzielle Entwicklung im ersten halben Jahr gut. „Die Preise gehen ja nicht nach Gewicht“, sagt Odermatt. „Betriebswirtschaftlich liegen wir im Plan und gehen davon aus, dass 2017 ein erfolgreiches Jahr wird. Wir sind sehr zufrieden.“ Im Bereich Bahn seien außerdem in der Zwischenzeit gute Akquisen gelungen. Bei den Ausschreibungen von Unternehmen für ihre über Züge geplanten Transporte bekam die Hafengesellschaft einige Zuschläge.

„Deshalb werden wir im zweiten Halbjahr in diesem Bereich besser abschneiden als im ersten und wohl auf dem Niveau der zweiten Jahreshälfte 2017 landen“, blickt Odermatt auf den derzeitgen Trend.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer