Der Förderverein kauft keine Geräte mehr, sondern setzt im neuen Jahr auf Prävention.

Krefeld. Die Herzchirurgie am Helios Klinikum Krefeld entwickelt sich unter Leitung des seit anderthalb Jahren tätigen neuen Chefarztes konsequent weiter. "Es ist uns gelungen, die 30-Tage-Sterblichkeit nach Bypass-Operationen im vergangenen Jahr noch weiter zu senken", sagt Prof. Franz-Xaver Schmidt. Mit 2,62 Prozent liege das Krefelder Haus heute deutlich unter dem Referenzwert der Bundesqualitätssicherung von 6,7 Prozent bei der Präsentation der Qualitätsdaten.

Sterblichkeitsrate nach Herzinfarkt ist im Klinikum weiter gesunken

Bei dem jetzt deutlich gestiegenen Qualitätsniveau verzeichne die Zahl durchschnittlicher Operationen für den isolierten Herzklappenersatz unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ein signifikantes Plus von monatlich 54 im Jahr 2007 auf monatlich 68 im Jahr 2008. Dies sei auch zurückzuführen auf ein fächerübergreifendes System der Diagnosestellung sowie die intensive klinikinterne Vernetzung, vor allem mit der Kardiologie. Laut Geschäftsführer Hans Walter Singer sei es durch die Behandlungserfolge auch hier gelungen, deutlich unter der bundesweit erwarteten Sterberate bei akutem Herzinfarkt zu liegen. Über diese Entwicklung sind jetzt die Mitglieder des Förderkreises der Stiftung Herzchirurgie und Kardiologie informiert worden. 816 Mitglieder zählt der Verein inzwischen, der 1988 auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Dieter Pützhofen gegründet wurde. Vorrangiges Ziel war es, eine Klinik für Herzchirurgie am Klinikum zu gründen. Dieses Ziel wurde am 1. Juli 1995 erreicht. Auch nach Eintritt der Helios Kliniken GmbH in die städtischen Krankenanstalten am 1.Januar 2008 als Gesellschafterin unterstützt die Stiftung weiterhin das Herzzentrum. Allerdings nicht mehr mit der Anschaffung medizinischer Großgeräte zur optimalen Ausstattung der Kardiologie und der Herzchirurgie. Das übernimmt jetzt der neue Träger. Der hat bis Mitte Dezember allein zehn Millionen Euro in moderne diagnostische und therapeutische neue Spitzentechnologie investiert (die WZ berichtete). Der Förderkreis hat deshalb in diesem Jahr die Ausstattung von Krefelder Krankenwagen mit Funkgeräten unterstützt, die bereits nach Aufnahme des Patienten im Fahrzeug die notwendigen Daten für die sofortige Behandlung in das Krankenhaus übermitteln. Für das neue Jahr sind neue Maßnahmen geplant. Um die Sterblichkeitsrate nach Herzinfarkt noch weiter zu senken, sollen herzkranke Patienten im Rahmen einer Prävention unterrichtet und geschult werden.

Patienten bekommen Tipps für ein gesundes Herz

Der Vorsitzende des Förderkreises, Prof. Klaus-Dieter Grosser weist dabei auf zwei neuere Publikationen hin. Die erste berichtet über die Faktoren, die zu einem Rückgang der Sterblichkeit von Herzpatienten in den letzten zwanzig Jahren geführt haben. Dazu gehört eine bessere medizinische Akutversorgung ebenso wie die Verringerung von Risikofaktoren wie Senkung eines zu hohen Blutdrucks und Nikotinaufgabe. In der zweiten Publikation wird ein schlechter Lebensstil der Patienten nach der Operation als Grund für den Tod aufgezeigt. Aus diesen Gründen sind Vorträge über Risikofaktoren, Seminare und Kurse mit anschließender Beratung, Unterstützung und Einrichtung von Herzsportgruppen im Herzzentrum vorgesehen.

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