Der künftige Standort an der St.-Anton-Straße ist für Aufsichtsratschef Michael Gehlen ein Bekenntnis zu Krefeld.

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Michael Gehlen ist Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank.

Michael Gehlen ist Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank.

Andreas Bischof

Michael Gehlen ist Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank.

Krefeld. Michael Gehlen ist der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank Krefeld. Der promovierte Apotheker hat seinen langjährigen Vorgänger im Amt, Elmar Jakubowski, abgelöst. Gehlen ist Inhaber der Hubertus-Apotheke in St. Hubert und führt darüber hinaus als geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen ApoNutra, das Nahrungsergänzungsmittel entwickelt und vertreibt. Seit 2005 ist der 47-jährige Familienvater im Aufsichtsrat der Volksbank.

Herr Gehlen, warum wird man Aufsichtsratsvorsitzender eines genossenschaftlichen Instituts?

Gehlen: Ich komme aus einer ländlichen Gegend, in der Verbundenheit, Präsenz vor Ort und Kundennähe eine große Rolle spielen. Solche Werte habe ich in den elf Jahren als Vorsitzender des Werberings St. Hubert gelebt und mit viel Herzblut umgesetzt - Werte, die sich auch in der Volksbank widerspiegeln.

Welches sind denn Ihre Aufgaben und was ist Ihre Philosophie?

Gehlen: Die Aufgaben im Aufsichtsrat bestehen aus der Kontrolle und Beratung der Geschäftsführung, der Beurteilung des Risikos größerer Finanzierungen, Geldanlagen und Investitionen. Des weiteren nimmt der Aufsichtsrat die Prüfungsergebnisse der externen Wirtschaftsprüfer entgegen. Zur Philosophie zählen Ehrlichkeit und Vertrauen - und zwar vor Ort. Wir sehen unsere Kunden bei Veranstaltungen oder als Nachbarn wieder und wollen ihnen jederzeit in die Augen schauen können. Sie würden es uns zu Recht sehr übel nehmen, wenn wir sie nicht optimal beraten würden.

Halten Sie es für richtig, dass US-Präsident Obama und auch EU-Politiker die Finanzmärkte und Banken regulieren wollen?

Gehlen: Nach den wilden Jahren der reinen Ergebnisorientierung und dem Motto ‚immer mehr’ haben staatliche Reglementierungsmaßnahmen durchaus ihre Berechtigung. Geplante Transaktionen wie bei VW und Porsche, wo man nicht mehr weiß, wer wen schluckt, sind doch zum Teil nicht mehr nachvollziehbar. Die Reglementierung wird sich jedoch eher auf die Finanzmärkte als auf das Bankengeschäft vor Ort auswirken. Viele Anleger sind nach dem Desaster im Oktober von den Großbanken zu uns gekommen, so dass unser Einlagenvolumen gewachsen ist.

Haben Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück richtig gehandelt, als sie den Sparern die Sicherheit ihrer Einlagen garantiert haben?

Gehlen: Ja, das alte Bankensystem ist ins Wanken geraten - auch aufgrund von Emotionen - und die Menschen hatten das Vertrauen verloren. Das Zeichen war nötig, um ihnen Sicherheit zu vermitteln.

Auch Kontrollfunktionen wie Aufsichtsräte sind in die Kritik geraten. Nach welchen Kriterien prüfen Sie?

Gehlen: Wir unterhalten mit dem Vorstand einen regen und regelmäßigen Informationsaustausch. Viele von uns Aufsichtsräten sind Unternehmer, regional verwurzelt und gewohnt, wirtschaftlich zu handeln. Wir verfügen über reichlich Erfahrung aus vielen Branchen. Es geht weniger darum, große Rechenwerke zu prüfen als die Geschäftsvorgänge mit dem gesunden Menschenverstand zu beurteilen. Natürlich bilden wir uns auch weiter, zum Beispiel an der Akademie der Volksbanken in Montabaur.

In Krefeld planen Sie den Bau der neuen Volksbank-Zentrale. Welche Bedeutung hat diese Investition?

Gehlen: Sie ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort Krefeld. Die Zusammenführung der Organisation wird unsere Präsenz verbessern. Als Mitglied des Bauausschusses freue ich mich über die gelungenen Ergebnisse des Architektenwettbewerbs. Kunden, Besucher, Mitarbeiter und Passanten dürfen sich auf ein ansprechendes Ambiente freuen.

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