Die Firma Andritz Küsters in Krefeld stellt eine Neuheit zur industriellen Produktion von Vliesstoffen vor.

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Andreas Lukas, Geschäftsbereichsleiter bei Andritz Küsters in Krefeld, vor der am Standort neu entwickelten Produktionsanlage für die Vliesstoffindustrie. Nach der Hausmesse wird sie nach Nordfrankreich geliefert.

Andreas Lukas, Geschäftsbereichsleiter bei Andritz Küsters in Krefeld, vor der am Standort neu entwickelten Produktionsanlage für die Vliesstoffindustrie. Nach der Hausmesse wird sie nach Nordfrankreich geliefert.

Dirk Jochmann

Andreas Lukas, Geschäftsbereichsleiter bei Andritz Küsters in Krefeld, vor der am Standort neu entwickelten Produktionsanlage für die Vliesstoffindustrie. Nach der Hausmesse wird sie nach Nordfrankreich geliefert.

Krefeld. Mit einer Neuheit geht der Krefelder Maschinenbauer Andritz Küsters in die Hausmesse an der Eduard-Küsters-Straße 1 bis Freitag: Kunden und ausgewählten Lieferanten des Traditionsunternehmens wird „neXline finish“ vorgestellt, eine am Standort neu entwickelte Produktionsanlage für die Vliesstoffindustrie.

Die Produktionsanlage wird danach, ab kommenden Montag, modulartig in Container gepackt und nach Nordfrankreich geliefert, denn sie ist bereits verkauft. Vertreter des Käufers waren unter den 70 Besuchern, die sich nach einer speziellen Mail-Aktion beim Unternehmen angemeldet haben. Verpacken und Lieferung werden rund eine Woche dauern.

Die ehemalige Maschinenbaufirma Eduard Küsters, die seit der Beteiligungsabsicht der Andritz AG, Graz, im Jahr 2005 Küsters Technologie hieß und seit der Umfirmierung im Jahr 2006 Andritz Küsters GmbH heißt, beschäftigt am Standort Krefeld rund 300 Mitarbeiter. „Der Geschäftsbereich Textil ist damals weggefallen“, sagt Andreas Lukas, Geschäftsbereichsleiter Nonwoven (englisch für „nicht gewebt“) oder besser Vliesstoffe.

Anlagen für die Vliesstoffproduktion sind der heutige Kernbereich neben Maschinen und Komplettanlagen für die Papierproduktion. Kunden sitzen in allen Kontinenten. So kommen zur Hausmesse Firmenvertreter aus Frankreich, Italien, Tschechien, Spanien und den USA. Lukas kam 1998 zu Küsters und wurde 2004 Geschäftsbereichsleiter. „Vliesstoffe werden zum Beispiel in der Hygiene-Industrie gebraucht: Damenhygieneartikel, Babywindeln, Inkontinenzprodukte. Kunden, die derartige Produkte herstellen, haben hohe Ansprüche.

Schließlich ist der Hygienebereich ein sensibler Bereich.“ Die neue Anlage von Andritz Küsters besteht aus mehreren, miteinander verbundenen Komponenten: Der Kalander, eine Maschine aus mehreren beheizten Walzen zur Verfestigung des Vlieses, wobei jeweils eine glatte gegen eine gravierte Walze läuft. Weiter das Beschichtungsauftragswerk, der Durchström-Trockner und die Dosierstation. Ein Messkopf zur Qualitätsprüfung kommt hinzu. So kann zum Beispiel gemessen werden, wie präzise und qualitativ hochwertig die Ausrüstung des Vliesproduktes ausgeführt wurde, damit keine Chemie in der Windel an den Baby-Popo gelangt.

Eduard Küsters hat die Maschinenfabrik 1953 gegründet, nachdem er 1949 eine Entwicklungsstelle für Textilmaschinen eingerichtet hatte. Er starb am 18. Juli 1987. 2005 wurde die Firma von der Jagenberg AG übernommen. 2005 teilte die Andritz AG, Graz, die Beteiligungsabsicht mit, 2006 folgte die Übernahme.

 

Bei der Hausmesse wird die Produktherstellung natürlich nur simuliert. Die erfolgreichen Testläufe hat „neXline finish“ hinter sich. „Jede Anlage ist auf den Kundenwunsch maßgeschneidert. Wir arbeiten in Modulform: Je nach Produktbereich können wir die Systemkomponenten miteinander mischen“, sagt Lukas.

Neben der Ausbildung zu Industriekaufleuten bietet Andritz Küsters auch Studierenden der Fachbereiche Maschinenbau oder Verfahrenstechnik Möglichkeiten, ihre Bachelor- oder Masterabschlussarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen zu verfassen. Dadurch sind auch Absolventen der Hochschule zur Küsters-Mannschaft gestoßen. „Wer teamfähig ist, ist bei uns herzlich willkommen“, wirbt Lukas um Nachwuchs.

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