Die WZ spricht mit Holger Leroy über seinen neuen Job als Ladenflächenmanager. Eine Bilanz – und ein Blick nach vorn.

gespräch

Jochmann, Dirk (dj)

Krefeld. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden und erlebe eine gute Zusammenarbeit mit den diversen Organisationen der Stadt“, so lautet das positive Fazit von Holger Leroy, dem Ladenflächenmanager der zur Wirtschaftsförderung gehörenden städtischen Grundstücksgesellschaft (GGK). Ein Jahr nach seinem ersten Gespräch mit der WZ hat Holger Leroy aber auch die Schattenseiten kennengelernt.

Zum Beispiel findet es der aus Neuss stammende und jetzt in Krefeld wohnhafte Neubürger schade, dass zu viele Krefelder – auch alteingesessene – das Negative in den Vordergrund stellen. Dazu gebe es jedoch kaum Anlass, meint Leroy. So sei es um das Warenangebot in der City gar nicht schlecht bestellt. Dies sei nicht nur seine Erfahrung, sondern belege auch die Studie von Junker und Kruse aus Dortmund von Februar 2011. Sie bestätige Krefeld im Vergleich zu anderen Städten einen mit überdurchschnittlich hochwertigen Waren ausgestatteten Einzelhandel.

Leroy sieht lebhafte Bewegung beim Belegen von Ladenflächen

Seit seinem Arbeitsantritt im Sommer 2010 sei eine lebhafte Bewegung beim Belegen von Ladenflächen zu verzeichnen. So gebe es auf dem bevorzugten Teil der Hochstraße mit 1a-Lage zwischen Neumarkt und Rheinstraße derzeit keine Leerstände mehr, sondern sogar einen Mangel.

Kaum Probleme bereite auch die Königstraße. Für die Immobilie von Spielwaren Seidel (Marktstraße) fehle noch ein Nachfolger. Selbst das Hansa-Centrum am Bahnhof – zuvor durch diverse Weggänge geplagt – sei inzwischen bis auf eine Ausnahme vermietet. Ebenso sei die Zahl der Leerstände an der Marktstraße zwischen Ostwall und Breitestraße um mehr als die Hälfte auf fünf gesunken.

Auch am Ostwall habe es trotz Fluktuation eine Reihe an Neuansiedlungen gegeben. Als Hauptgrund für diese positive Entwicklung nennt Leroy den Wirtschaftsaufschwung. Aufbruchsstimmung sieht Holger Leroy in den Zusammenschlüssen in einigen Quartieren. So beteiligten sich inzwischen die Obere Marktstraße, die Neusser Straße und die Rheinstraße an Aktionen wie den Krefelder Samstagen.

Laut einer Studie der Dortmunder Stadtplaner Junker und Kruse weist Krefeld mit einer Quote von neun Prozent – bezogen auf die Ladenfläche und ohne das Horten-Haus – weniger Leerstände auf als vergleichbare Städte im Bundesdurchschnitt.
 

Interessenten können sich direkt an den Ladenflächenmanager wenden: Holger Leroy, Telefon 82074-24, holger.leroy@wfg-krefeld.de
 

Im Internet steht ein Online-Portal mit derzeit 37 freien Objekten für den Einzelhandel zur Verfügung. www.ladenlokale-in-krefeld.de

Seine Aufgabe sieht er vor allem in der Unterstützung von Ladenflächeninhabern und Betreibern. „Ich habe in diesem Jahr mehr als 200 Beratungsgespräche geführt“, berichtet er. Dazu zählen ebenso Filialisten wie Einzelhändler, Existenzgründer und Makler.

Herausragend: das Online-Portal

Ein herausragendes Projekt war die Schaffung eines Online-Portals. „Es wurde im Oktober 2011 mit zunächst 18 freien Immobilienobjekten gestartet und umfasst jetzt schon doppelt so viele“, sagt Leroy. Nach der Presseveröffentlichung habe er 260 Online-Klicks innerhalb von 24 Stunden registriert.

Die Bewerbung des Informationssystems mit Immobiliendatenbank wurde auf verschiedene überregionale Medien ausgedehnt mit dem Erfolg, dass sich dadurch auch Kontakte zu auswärtigen Interessenten ergeben haben. Als Beispiel nennt er ein Lederwarengeschäft aus Mönchengladbach, das sich im Hansa-Centrum angesiedelt hat.

Wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit sei außerdem der regelmäßige Kontakt zu den anderen Stadtmanagern, dem Einzelhandelsverband und den Werbegemeinschaften. „Diese Art der Informations-Börse schafft einen kurzen Draht und ist aus Kommunikations- und Verständnisgründen wichtig“, sagt Holger Leroy.

Dabei wird auch über neue Wege diskutiert. Zum Beispiel solle eine schlecht vermietbare Einzelhandelsfläche an der Rheinstraße in eine Praxis für Physiotherapie umgewandelt werden. In weniger günstigen Randlagen wie in Uerdingen gebe es Gespräche, um Geschäftsflächen und Büros zu Wohnungen umzubauen. Hier sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

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