Die Deutsche Bank ist ein Beispiel dafür, wie Arbeitgeber Frauen mit Kleinkindern flexible Arbeitsbedingungen anbieten – auch Führungskräften.

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Stefanie Heberling mit Tochter Sophie: Die Top-Managerin der Deutschen Bank bringt Beruf und Familie unter „einen Hut“.

Stefanie Heberling mit Tochter Sophie: Die Top-Managerin der Deutschen Bank bringt Beruf und Familie unter „einen Hut“.

Sabine Grothues

Stefanie Heberling mit Tochter Sophie: Die Top-Managerin der Deutschen Bank bringt Beruf und Familie unter „einen Hut“.

Krefeld. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist bei der Deutschen Bank in den letzten Jahren stark gestiegen: auf über 15 Prozent im Top-Management und sogar auf 30 Prozent bei den außertariflichen Mitarbeitern.

Dazu wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt, was allerdings für alle Beschäftigten gilt. Unter anderem werden die Mitarbeiter vor, während und nach der Elternzeit beraten, und über den Familienservice gibt es Kinderbetreuungsangebote bis zur Hauspersonalvermittlung.

Stefanie Heberling ist Leiterin Region Niederrhein der Deutschen Bank für Privat- und Geschäftskunden. Dienstsitz ist Krefeld, Wohnort Wuppertal. "Ich bin keine Exotin mehr", sagt sie, denn unter den 20 Regionalleitern in Deutschland ist sie eine von drei Frauen.

Seit 2001 ist sie im Top-Management und bemüht sich darum, auch Geschlechtsgenossinnen in Führungspositionen zu bringen. In Krefeld sind bereits 40 Prozent der Führungskräfte weiblich.

Sechs Wochen vor der Geburt von Tochter Sophie am 1. September letzten Jahres ging Heberling in Mutterschutz. "Es war nie die Frage ob, sondern nur wann ich in den Beruf zurückkomme", hat sie sich schon früh für Karriere und Familie entschieden. "Meine Vorgesetzten ließen mir freie Hand, meine Vertretung während der Abwesenheit selbst zu organisieren, und boten mir jede Unterstützung an", zeigt sie sich dankbar.

Entschieden hat sie sich für einen ihrer Marktregionsleiter und den Leiter der Filiale in Krefeld am Ostwall, die sich ihre Aufgaben in der Region, in den Filialen und in der Frankfurter Zentrale teilten - unterstützt durch eine Marktregionsleiterin. "Das hat hervorragend funktioniert", berichtet sie, "weil wichtige Dinge wie Ziele, Kunden-Fokus und Führungsstil zuvor besprochen wurden".

Den Familien-Service der Bank hat sie in Anspruch genommen und ihre Auszeit auf sechs Monate verlängert, in der eine Kinderfrau schon eingearbeitet wurde. "Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese Eingewöhnungszeit zu gönnen", rät sie Eltern in ähnlicher Situation.

Das Kind brauche seine Zeit, um sich an die Kinderfrau und an das Loslassen von der Mutter zu gewöhnen. Einige kleine Rituale helfen dabei, zum Beispiel morgens ein gemeinsames Frühstück und das Winken zum Abschied. "Dass ich danach mit ruhigem Gewissen das Haus verlasse, liegt daran, dass ich eine zuverlässige und liebevolle Kinderfrau gefunden habe." Außerdem hat Heberling mit dem Arbeitgeber einen Home-Office-Tag pro Woche vereinbart, an dem sie regionale und überregionale Telefonkonferenzen von Zuhause aus abwickelt.

"Man muss schon gut organisiert sein", sagt sie - beruflich wie privat, etwa in Abstimmung mit dem als Unternehmer arbeitenden Mann und den Eltern als Urlaubsvertretung der Kinderfrau. 32 ihrer Mitarbeiterinnen seien in Elternzeit, aber leider nur ein Mann, bedauert Heberling. "Wir machen auch Klimmzüge, um für unsere Mitarbeiter flexible Lösungen wie Teilzeit und Job-Sharing zu finden", bietet sie an.

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