Die Umschlagzahlen haben sich seit 2008 mehr als verdreißigfacht.

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Die CDU-Mitglieder beim Hafenrundgang mit Geschäftsführerin Elisabeth Lehnen (vorne).

Die CDU-Mitglieder beim Hafenrundgang mit Geschäftsführerin Elisabeth Lehnen (vorne).

Andreas Bischof

Die CDU-Mitglieder beim Hafenrundgang mit Geschäftsführerin Elisabeth Lehnen (vorne).

Krefeld. Gute Nachrichten von Hafen-Geschäftsführerin Elisabeth Lehnen: „Wenn die Entwicklung so positiv weitergeht, sind wir in diesem Jahr in der Gewinnzone und schreiben schwarze Zahlen.“ Rund 20 Teilnehmer des CDU-Ferienprogramms bekommen von Lehnen einen tiefen Einblick in die Dimensionen, Arbeitsweise und die Probleme des Linner Hafens.

Die Gruppe startet am Container-Terminal. Die Entwicklung war hier besonders erfreulich. Die Zahl der Umschläge konnte im vergangenen Jahr um 88 Prozent gesteigert werden und lag 2011 bei 107 430 TEU (Container-Enheiten). „Und in diesem Jahr liegen wir im August schon bei 108 000 Bewegungen“, zieht Hafen-Sprecher Andreas Hamm eine Zwischenbilanz. Während vor 2008 der Hafenbetrieb jährlich ein rund eine Million Euro tiefes Loch in den städtischen Haushalt gerissen habe, konnten diese Verluste nach der Privatisierung Schritt für Schritt abgebaut werden. Ein Jahr früher als geplant könne das Unternehmen eine positive Bilanz vorlegen.

Vier Kräne sorgen für die enormen Steigerungsraten

Vor der Privatisierung des städtischen Betriebes zur Krefeld Rheinhafen Krefeld GmbH mit dem strategischen Partner Neuss-Düsseldorfer Häfen vor vier Jahren wurden gerade einmal 3000 Container im Jahr umgeladen. Lehnen: „2008 wurde das Terminal wieder in Betrieb genommen und viel Geld in die Modernisierung gesteckt.“ Mittlerweile sorgen vier Kräne im Hafen für die hohen Steigerungsraten. Für das Terminal wurde die strategisch ideal gelegene, 250 Meter lange Kaimauer direkt an der Fahrrinne reaktiviert und erweitert.

Das Containerterminal umfasse mittlerweile rund drei Hektar Fläche. „Wir platzen jetzt aber schon wieder aus allen Nähten“, seufzt Elisabeth Lehnen. Stefan Galke, Vize-Sprecher für Bau, Planung und Stadtentwicklung in der CDU-Fraktion, weist auf die großen Lagerhäuser aus der Gründerzeit hin. „Die stehen zwar unter Denkmalschutz, aber im inneren Bereich lässt sich sicher das eine oder andere machen, um mehr Platz zu schaffen.“

Per Bus gehen die Besucher dann auf eine Rundreise im 500 Hektar umfassenden Umschlagszentrum. „Wir sind nicht nur der drittgrößte Binnenhafen in NRW“, stellt die Geschäftsführerin fest. „Wir sind mit unserer trimodialen Infrastruktur, das heißt Schiene, Wasser und Straße, auch ein hochmoderner und effektiver Dienstleister.“

Gesamtfläche 500 Hektar
Umschlagleistung (2011) 3,5 Millionen Tonnen
Umsatzerlöse 5,6 Millionen Euro
Personal 50 Mitarbeiter
Krananlagen 4
Lokomotiven 4
Gesamtuferlänge 11,4 km
Bahntransport Deutlich über eine Million Tonnen.

Ein wenig betreten wirkt manche Miene der Teilnehmer an der denkmalgeschützten Drehbrücke. „Spätestens 2015 oder 2016 brauchen wir eine Alternative. Dann reicht die Kapazität der historischen Anlage bei weitem nicht mehr aus“, stellt Lehnen fest. Sie sei aber optimistisch, dass die gemeinsame Arbeitsgruppe aus Politik und Hafen bis dahin eine Lösung gefunden haben wird. Eine neue Brücke neben der Drehbrücke wird mit Kosten von rund 15 Millionen Euro veranschlagt.

Das betreffe auch die Nordanbindung des Hafens an die B 288/Berliner/Floßstraße. Auch dort seien in den nächsten Jahren Investitionen in Höhe von rund fünf Millionen Euro nötig. Lehnen: „Das schließt auch Lärmschutz für die Wohnbebauung im Süden Uerdingens ein.“ Nur: Offen ist, woher das Geld kommt.

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