Das Siemens-Werk in Uerdingen soll 57 neue Mireo-Züge für einen „dreistelligen Millionen-Betrag im unteren Bereich“ bauen.

Der Mireo gehört zur neuen Generation der Regionalzüge.
Der Mireo gehört zur neuen Generation der Regionalzüge.

Der Mireo gehört zur neuen Generation der Regionalzüge.

Siemens AG

Der Mireo gehört zur neuen Generation der Regionalzüge.

Krefeld. Der nächste dicke Auftrag für Siemens, wieder ist es die Deutsche Bahn. Nach dem ICE 4 hat sie bei Siemens 57 dreiteilige Züge vom Typ Mireo bestellt. Zum Auftragsvolumen gibt es keine offiziellen Angaben. Wie aus Konzernkreisen zu erfahren ist, spült der Mireo-Deal einen „dreistelligen Millionenbetrag im unteren Bereich“ in die Kassen. Es ist die zweite Bestellung für Fahrzeuge der neuen Regional- und Pendlerzug-Plattform von Siemens. Im Siemens-Werk in Krefeld dürfte die Freude über den neuen Groß-Auftrag allerdings weiterhin getrübt sein von der unklaren Standort-Situation. Stellenabbau, Fusion mit dem kanadischen Unternehmen Bombardier, das alles hängt wie ein Damoklesschwert über Uerdingen.

Erst im Mai wurde bekannt, dass in Krefeld 300 von rund 2500 Beschäftigten der Siemens-Bahnsparte gehen müssen. Siemens baut in Krefeld Schienenfahrzeuge, auch der ICE 4 wird dort gefertigt. Im Zuge seiner Neuausrichtung will sich Siemens in Deutschland von 2700 Mitarbeitern trennen. 1700 Arbeitsplätze sollen gestrichen, weitere 1000 verlagert werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen verzichten. In einem Schreiben an die Mitarbeiter der Bahnsparte spricht Geschäftsführerin Sabrina Soussan da von einer „unerfreulichen Nachricht“. Als Grund für den Stellenabbau nennt sie den stark gestiegenen Druck durch die Mitbewerber. Siemens habe wichtige Ausschreibungen verloren, „wegen unseres Preises, der zu hoch war“. Ausgang: völlig offen. Der Betriebsrat kämpft um jeden Kopf.

Für die Deutsche Bahn scheinen Preis und vor allem Qualität bei Siemens in Krefeld bestens. Die Inbetriebnahme der neuen Mireo-Züge soll nun in zwei Stufen erfolgen: Die Linien in Baden-Württemberg und dem südlichen Hessen starten im Dezember 2020, die überwiegend in Rheinland-Pfalz liegende Strecke Mannheim – Mainz im Dezember 2021. „Für den Mireo, die neueste Generation unserer Regionalzüge, ist dies ein weiterer, wichtiger Meilenstein“, sagt Geschäftsführerin Sabrina Soussan diesmal.

Bahn pachtet die Züge von einer Siemens-Gesellschaft

Nach der Auslieferung der Fahrzeuge gehen diese in das Eigentum einer Landesgesellschaft Siemens AG über und werden für die Dauer des Verkehrsvertrages von 14 Jahren von DB Regio gepachtet. Der Mireo ist als skalierbarer Gliederzug konzipiert. Die dreiteiligen Züge verfügen über 200 Sitzplätze, zugleich stehen Mehrzweckbereiche für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen zur Verfügung. Das Fahrzeug ermöglicht niveaugleiches Ein- und Aussteigen an allen Bahnsteigen mit 76 Zentimetern Höhe. Hinzu bietet der Mireo seinen Fahrgästen WLAN an Bord, umfangreiche Fahrgastassistenz und -informationssysteme sowie modernste Sicherheitsüberwachungssysteme.

Es war Krefelds IG Metall-Chef Ralf Claessen, der kürzlich vor Arbeitsplatzabbau am Standort in Uerdingen warnte. Mit einem guten Argument: „In Krefeld steht das modernste und produktivste Werk weltweit.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer