Truong Duy Hoang macht dank einer „assistierten Ausbildung“ eine Lehre zum Anlagenmechaniker bei Steven+Gröters.

Truong Duy Hoang macht bei S+G eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker.
Truong Duy Hoang macht bei S+G eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker.

Truong Duy Hoang macht bei S+G eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker.

Dirk Jochmann

Truong Duy Hoang macht bei S+G eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker.

Krefeld. Es ist schon Gewohnheit der Agentur für Arbeit, zum aktuellen Bericht über den Arbeitsmarkt zu einem Unternehmen einzuladen, das sich um die Ausbildung junger Menschen verdient gemacht hat. Dieses Mal verkündete Agenturchef Dirk Strangfeld die Daten für den Januar bei der Steven+Gröters Elektromaschinen-Service GmbH in Krefeld an der Untergath. Die Agentur hat dem Elektrobetrieb für Antriebs- und Montagetechnik Truong Duy Hoang als angehenden Anlagenmechaniker vermittelt und unterstützt ihn innerhalb dieser „assistierten Ausbildung“.

Projekt fördert auch Jugendliche mit Migrationshintergrund

Das Projekt, das es seit eineinhalb Jahren gibt, fördert Jugendliche ohne oder mit schwachem Schulabschluss oder mit Migrationshintergrund. Sie werden im Betrieb ausgebildet und durch einen von der Agentur beauftragten Bildungsträger intensiv betreut, was auch für den Arbeitgeber gilt. Schwierigkeiten des 19-jährigen Hoang sind nicht die schulischen Leistungen. Er hat die Fachoberschule mit Note 3,2 abgeschlossen. Er stottert ein bisschen, spricht nicht perfekt, aber ausreichend gut Deutsch und ist schüchtern. Deshalb tut er sich bei Einstellungsgesprächen schwer. Mehr als 30 Bewerbungen hat er geschrieben, wurde oft auch zum Gespräch eingeladen, aber nicht eingestellt.

Sein Berufsberater Bernd Pilger von der Agentur für Arbeit empfahl ihm die „assistierte Ausbildung“, die Andreas Fabick von der Deutschen Angestellten-Akademie durchführt. Im Kurs erhält er Unterricht, um seine Neigungen zu ermitteln und Schwächen wie beim Bewerbungsgespräch auszumerzen. „Das läuft prima, er kommt regelmäßig und pünktlich zum Unterricht“, berichtet Fabick, der 50 von 60 Kursteilnehmer in Ausbildungsstellen vermittelt hat. Pilger hat Hoang schließlich mit einem Anruf bei S+G den Weg bereitet.

Geeigneten Nachwuchs zu finden, fällt vielen Unternehmen schwer

Die Geschäftsführer Rudolf und Doris Steven haben ihn zunächst innerhalb eines Praktikums getestet. „Das machen wir grundsätzlich so, um zu sehen, ob sich ein Kandidat einpasst“, sagt Doris Steven. Pünktlichkeit (Arbeitsbeginn ist morgens um 6 Uhr), Einpassungsvermögen, Teamfähigkeit und technisches Verständnis sind die Kriterien, auf die der Betrieb achtet.

Hoang hat alle erfüllt und ist jetzt im ersten Lehrjahr. „Da haben sich zwei gefunden“, sagt Agenturchef Strangfeld zufrieden. Den geeigneten Nachwuchs zu finden, ist nicht leicht, findet Doris Steven. Leider hätten sich die eigenen vier Kinder für Berufe außerhalb des elterlichen Betriebs entschieden.

Von den 23 Angestellten sind neun Lehrlinge. Rudolf Stevens wirbt – „leider oft vergebens“ – bei Bewerbern mit den guten Chancen seiner Branche. „Wir nehmen auch Bewerber mit Hauptschulabschluss. Eine Stellung ist fast garantiert, eine Lebensplanung ist damit möglich und ständige Innovationswechsel gibt es auch nicht“, sagt er. Einzig die Aufstiegschancen seien in einem kleineren Betrieb nicht sehr groß.

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