Citymanagerin Christiane Gabbert wirbt bei Händlern und Hauseigentümern dafür, sich für mehr Attraktivität einzusetzen.

Citymanagerin Christiane Gabbert wirbt bei Händlern und Hauseigentümern dafür, sich für mehr Attraktivität einzusetzen.
Citymanagerin Christiane Gabbert wirbt bei Händlern und Hauseigentümern dafür, sich für mehr Attraktivität einzusetzen.

Citymanagerin Christiane Gabbert wirbt bei Händlern und Hauseigentümern dafür, sich für mehr Attraktivität einzusetzen.

Bischof, Andreas (abi)

Citymanagerin Christiane Gabbert wirbt bei Händlern und Hauseigentümern dafür, sich für mehr Attraktivität einzusetzen.

Krefeld. Krefeld wird attraktiver. Daran arbeitet seit mehr als einem Jahr Christiane Gabbert im Stadtmarketing, die im Rahmen des Stadtumbaus West als Citymanagerin im Einsatz ist. Nicht nur am Schreibtisch, sondern auch in der Innenstadt, im Gespräch mit Händlern und Hauseigentümern oder beim Abreißen von wild geklebten Plakaten auf leeren Schaufenstern. Auf ihrer Agenda stehen die Gründung von Immobilien- und Standortgemeinschaften, das neue Lichtkonzept, die Zwischennutzung leerstehender Läden sowie die schwierige Aufgabe, die Hauseigentümer beim Stadtumbau mit ins Boot zu holen. „Wir haben endlich Aufbruchstimmung in Krefeld“, fasst Gabbert das Ergebnis der vergangenen Monate zusammen. Wieso, erzählt Sie der WZ. Haben Sie Ihr gestecktes Ziel für dieses Jahr erreicht? Christiane Gabbert: Ich muss etwas ausholen: Das Stadtmarketing hat insgesamt das Ziel verfolgt, stärker auf Kooperation und Vernetzung zu setzen. Und das ist in diesem Jahr aufgegangen. Ich habe zahlreiche Workshops organisiert und Gespräche geführt. Die Inhalte sind positiv aufgenommen worden, und die Beteiligten haben etwas Wesentliches erkannt: Es wird sich nur etwas bewegen, wenn alle an einem Strang ziehen. Bewegt sich denn schon etwas? Gabbert: Ja. Die Händler der oberen Marktstraße vom Ostwall bis zur Königstraße haben sich zusammengeschlossen und erstmals am Krefelder Samstag teilgenommen ebenso wie an einer werbewirksamen Fahnenaktion. Jetzt wünschen sie sich eine stärkere Anbindung an die Hochstraße.

Zuständig für diesen Bereich ist seit dem 1. Oktober 2010 Christiane Gabbert. Auf ihrer Agenda stehen die Gründung von Immobilien- und Standortgemeinschaften, das neue Lichtkonzept, die Zwischennutzung leerstehender Läden und die Erarbeitung eines Gestaltungsrahmens für die Innenstadt.

Haben Sie schon weitere Standortgemeinschaften anstoßen können? Gabbert: Ja, auch wenn das Zeit braucht. Die Bedürfnisse der Quartiere sind sehr unterschiedlich. Bisher gab es für die Anlieger der Neusser Straße den Aktivkreis Südliche Innenstadt. Wir haben die dortigen Händler eingeladen und mit Yener Mengünogul dort nun einen sehr kompetenten Sprecher gefunden. Er geht gemeinsam mit mir in die Geschäfte und übersetzt dort, wo es notwendig ist. So haben wir 30 Händler und Eigentümer für unsere Idee gewinnen können. Diese offene Art der Zusammenarbeit ist für mich eine völlig neue Erfahrung.

„Nur wenn alle an einem Strang ziehen, bewegt sich in dieser Stadt etwas.“

Trägt die Zusammenarbeit erste Früchte? Gabbert: Uns ist es gelungen, erstmals auf der Neusser Straße eine Weihnachtsbeleuchtung zu installieren. Wir reden hier über mehrere tausend Euro, die wir dafür gesammelt haben. Im kommenden Jahr ist ein gemeinsamer Flyer geplant. Er könnte den Titel tragen: „Willkommen im Hansaviertel – so vielseitig wie das Leben“. Des weiteren sind einheitliche Öffnungszeiten zu den Krefelder Samstagen angedacht, um den bisherigen Bruch zwischen den Geschäften der südlichen Hochstraße und dem Hansa-Centrum zu vermeiden. Außerdem sollen Blumenkübel für die Straße angeschafft werden, deren Pflege Anwohner als Paten übernehmen könnten. Sie haben Eigentümer also davon überzeugen können, dass sich Investitionen in die eigene Immobilie oder den Standort lohnen? Gabbert: Im Hansa-Viertel sind wir gerade dabei. Andernorts ist die Kommunikation mit Eigentümern schwieriger als erwartet, weil viele nicht in Krefeld leben oder aber in einem Alter sind, in dem sie keine Lust mehr auf das Thema haben. Die Händler alleine können eine positive Veränderung aber nicht stemmen. Hilfreich ist das Gutachten von Junker & Kruse, statt eines einzelnen großen Einkaufszentrums die Innenstadt selbst als Einkaufserlebnis zu stärken. Diese Position hat eine breite Akzeptanz gefunden. Damit werden Eigentümer und Investoren aus dem Stillstand rausgeholt und sie können wieder planen. Engagiert sich der Handel in der Innenstadt in dem Maße wie gewünscht – oder wo hakt es? Gabbert: Es gibt sehr viele, die sich engagieren, aber auch welche, die es gar nicht tun. Ich wünsche mir, dass sich vor allem mehr Filialisten für ein attraktiveres Krefeld einsetzen. Sie sind schließlich – wie beispielsweise bei der Straßenmodenschau – Nutzer wie auch Nutznießer dieses Erlebnisraums. Deshalb sollten sie die Stadt ebenso wie ein Einkaufszentrum behandeln und sich engagieren. Wie wird Ihre Idee angenommen, die Scheiben leerstehender Läden sauber mit Folie zu bekleben? Gabbert: Ein schwieriges Thema; Diese Möglichkeit könnte stärker genutzt werden. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat deshalb jetzt ein einheitliches Plakat herausgebracht. Und wie sieht es mit der Zwischennutzung leerstehender Läden durch Künstler aus? Gabbert: Zumindest die Anfragen von Künstlern sind zahlreich. Wir planen deshalb auch eine weitere Ausstellung für das leerstehende Horten-Gebäude. Wie weit ist die Umsetzung des Lichtkonzeptes gediehen? Gabbert: Illuminiert sind inzwischen die Bäume auf dem Neumarkt, der große Baum auf der oberen Marktstraße und der auf der Angerhausenstraße vor Sinn-Leffers. Der Platz An der alten Kirche wird optimiert, und der Auftrag für den Übergang Neusser Straße auf dem Südwall wird nach der Frostperiode vergeben. Je nach Saison sollen künftig dann auch die Farben wechseln. Hakt es bei Ihrem Vorhaben irgendwo? Gabbert: Man darf nicht zu ungeduldig sein. Förderanträge sind komplex. Wer 2010 die Idee hatte, für das Jahr 2011 einen Förderantrag für ein Vorhaben zu stellen, musste bis Ende des Jahres auf eine mögliche Zusage warten. Den Auftrag kann derjenige deshalb erst 2012 vergeben. Deshalb ist es wichtig, die Leute bei der Stange zu halten.

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