Der US-Materialtester Underwriters Laboratories hat das ehemalige Prüfcenter von Bayer Material Science übernommen. Gestern erfolgte der erste Rundgang durchs Labor.

Beim Laborrundgang im Gebäude R33: Mitarbeiter Andreas Hannen und Bahman Sarabi, Geschäftsführer von UL Thermoplastics Testing Center.
Beim Laborrundgang im Gebäude R33: Mitarbeiter Andreas Hannen und Bahman Sarabi, Geschäftsführer von UL Thermoplastics Testing Center.

Beim Laborrundgang im Gebäude R33: Mitarbeiter Andreas Hannen und Bahman Sarabi, Geschäftsführer von UL Thermoplastics Testing Center.

D. Jochmann

Beim Laborrundgang im Gebäude R33: Mitarbeiter Andreas Hannen und Bahman Sarabi, Geschäftsführer von UL Thermoplastics Testing Center.

Krefeld. Die gute Nachricht für den Chemiepark in Uerdingen hat die WZ schon vor zwei Monaten gemeldet - jetzt war der erste Rundgang angesagt: Der US-Materialtester Underwriters Laboratories (UL) übernimmt das Thermoplastics Testing Center (TTC) - das ehemalige Prüfzentrum von Bayer Material Science - samt seiner 63 Mitarbeiter.

"Mit dem renommierten, international aufgestellten Unternehmen hat sich nicht irgendwer in Krefeld niedergelassen, sondern das Kronjuwel unter den US-Prüflabors", macht TTC-Geschäftsführer Bahman Sarabi den Stellenwert der Forschungs- und Teststätte deutlich. "Der Prüfstempel des Weltmarktführers UL ist auf jedem technischen Teil in USA eingeprägt - vergleichbar dem Tüv-Stempel in Deutschland."

"Krefeld ist der strategisch günstige Standort der neuen Europazentrale des Zertifizierungsunternehmens für Produktsicherheit. Hier erfolgen alle Materialprüfungen, die ein Thermoplast braucht", beschreibt Sarabi den Geschäftsbereich der Chemie und der Kunststoffe, der auch im Auftrag von Bayer arbeitet.

Darüber hinaus bearbeitet TTC, das nun das UL des neuen Besitzers hinzubekommt, Fremdaufträge, die von Tests mit Kunststoffteilen von Autofenstern bis zur Kaffeemaschine reichen. Zwei weitere Geschäftsfelder wurden innerhalb von zwei Monaten ergänzt: jährliche Überprüfungen und die Zulassung von Materialien.

Die Teile erhalten eine Zulassung auf Brandsicherheit

"Bevor ein neuer Laptop oder ein Fernseher auf den Markt kommen, erhalten die Kunststoffteile eine Zulassung, zum Beispiel auf Brandsicherheit", erläutert Sarabi. Die Crash-Sicherheit eines Autos wird im High-Speed-Test mit einer Fotofolge ermittelt.

Die High-Tech-Labors sind gespickt mit hochmoderner Technik: mit Robotern, die Kunststoffe auf "Herz und Nieren" prüfen. Sarabi untersucht hier mit seinen Mitarbeitern pro Jahr über 19000 Produkte im Auftrag von Kunden aus rund 100 Ländern. "Wir sind mit unseren Auftraggebern online vernetzt", sagt er, und in der Tat gibt es nirgendwo Papier. Die Testergebnisse ruft der Kunde per Internet ab. Sowohl einzelne Bauteile als auch ganze Produkte werden zertifiziert. Die Automatisierung ist soweit fortgeschritten, dass im Schichtdienst gearbeitet wird, damit die teuren Anlagen nicht stillstehen.

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