So viel Solidarität erfreut SPD-Chefin Kraft.

Krefeld. Mit einem für Krefeld einmaligem Solidarpakt haben die 1200 Mitarbeiter des Bayer-Unternehmens Material Science (BMS) verhindert, dass ein Drittel der Kollegen in die Kurzarbeit muss: Alle arbeiten nur noch 35 statt 37,5 Stunden und verzichten auf einen Teil des Lohns. So wird die verbliebene Arbeit auf alle verteilt. Eine Idee zur Abmilderung der Krise, auf die BMS-Betriebsratsvorsitzende Petra Kronen richtig stolz ist.

Auch beim Projekt Bay-Job zeigen die Mitarbeiter der fünf Bayer-Gesellschaften im Uerdinger Chemiepark Flagge: Sie verzichten auf einen Teil ihrer übertariflichen Bezahlung, damit 190 Kollegen auf einem internen Arbeitsmarkt als Leihkräfte zur Verfügung stehen. 100 von ihnen warten derzeit zu Hause auf ihren Einsatz. Da sie nicht arbeitslos gemeldet sind, haben sie nach derzeitigem Recht keinen Anspruch auf Weiterbildung aus Bundesmitteln.

Soviel Solidarität begeistert SPD-Landeschefin Hannelore Kraft, die gestern mit den Betriebsratsvorsitzenden aller dort ansässigen Firmen den Chemiepark besichtigte. Zusammen mit dem Europaparlamentskandidaten Ulrich Kaiser, den Bundestagsabgeordneten Bernd Scheelen und Siegmund Ehrmann, die ihre "klare Position" für den Industriestandort NRW und für industrielle Großprojekte herausstellten, sofern diese umweltverträglich seien. Dazu gehören die CO-Pipeline (Gerichtsentscheid über eine vorläufige Inbetriebnahme nächste Woche) und das Kohlekraftwerk.

Das werde trotz zehnfacher Leistung viel sauberer sein als das vorhandene Kraftwerk im Chemiepark. Scheelen: "Derzeit wird die Kohle noch offen gelagert. Das wird künftig nicht der Fall sein." Die Chemieindustrie betont, dass es keine alternative Energiequelle gibt, die Arbeitnehmer bangen um ihre Zukunft. al

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer