Lanxess hat eine zehn Millionen Euro teure Anlage zur Reduzierung des schädlichen Gases in Betrieb genommen.

Sie weihten die neue Lachgasreduktionsanlage auf dem Lanxess-Gelände im Chemiepark ein (v.l.): Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Hubert Fink und  Axel C. Heitmann von Lanxess sowie Staatssekretär Alexander Schink.
Sie weihten die neue Lachgasreduktionsanlage auf dem Lanxess-Gelände im Chemiepark ein (v.l.): Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Hubert Fink und Axel C. Heitmann von Lanxess sowie Staatssekretär Alexander Schink.

Sie weihten die neue Lachgasreduktionsanlage auf dem Lanxess-Gelände im Chemiepark ein (v.l.): Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Hubert Fink und Axel C. Heitmann von Lanxess sowie Staatssekretär Alexander Schink.

Andreas Bischof

Sie weihten die neue Lachgasreduktionsanlage auf dem Lanxess-Gelände im Chemiepark ein (v.l.): Oberbürgermeister Gregor Kathstede, Hubert Fink und Axel C. Heitmann von Lanxess sowie Staatssekretär Alexander Schink.

Krefeld. Bis 2012 will Lanxess den eigenen Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland um 80 Prozent gegenüber 2007 reduzieren. Ein wichtiger Bestandteil dieses Vorhabens ist Lara, die neue Lachgas-Reduktionsanlage, die Vorstandsvorsitzender Axel C. Heitmann zusammen mit NRW-Staatssekretär Alexander Schink und Oberbürgermeister Gregor Kathstede im Chemiepark eröffnet hat.

Sie ergänzt die bereits seit 1992 vorhandene Anlage, die mehr als 80 Prozent des Treibhausgases Distickstoffmonoxid (N2O) - kurz Lachgas - unschädlich macht.

Die neue Anlage zersetzt das Lachgas aus dem Abgasstrom bei 1000 Grad Celsius vollständig in seine unschädlichen Bestandteile Sauerstoff und Stickstoff. Auf diese Weise werden jährlich 5000 Tonnen Lachgas neutralisiert, was umgerechnet rund 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid entspricht.

Das Lachgas entsteht als Abfallprodukt bei der Produktion von Adipinsäure, die wiederum als Vorprodukt für Kunststoffe aus Polyamid benötigt wird. Laut Heitmann ist die von Kathstede per Knopfdruck in Betrieb genommene Anlage die weltweit effizienteste ihrer Art.

Sie wurde in der Rekordzeit von weniger als einem Jahr gebaut. Rund zehn Millionen Euro investiert der Spezialchemiekonzern dafür. Refinanzieren will man die Anlage über den Verkauf von Emissionszertifikaten.

Lara ist laut Lanxess die weltweit effizienteste Anlage zum vollständigen Abbau von Lachgas. Sie zersetzt 5000 Tonnen Lachgas pro Jahr in unschädlichen Sauerstoff und Stickstoff. Dadurch kommt das Unternehmen seinem Ziel näher, den Ausstoß klimaschädlicher Gase in fünf Jahren um rund 80 Prozent zu senken.

Bei der Finanzierung der Investition über zehn Millionen Euro leistet Lanxess Pionierarbeit. Die Anlage ist das erste in Betrieb genommene "Joint-Implementation-Projekt" in Deutschland - eine Umsetzung des Klimaschutzes nach dem Kyoto-Protokoll. Der Verkauf von Emissionszertifikaten soll dem Schutz der Umwelt und dem unternehmerischen Interesse dienen.

Wenn ein Betreiber mehr Emissionen verursacht, muss er Zertifikate zukaufen, wenn er sie - wie in diesem Fall - reduziert, darf er sie verkaufen. Ob derzeit gute Erlöse dafür zu erzielen sind, ist ungewiss. Zur Amortisation wollte sich Heitmann nicht äußern.

Auch in der Zeit der Krise stimmen Perspektive und Hoffnung

Staatssekretär Schink lobte Lara als Paradebeispiel dafür, dass industrielle Produktion und Klimapolitik keine Gegensätze sind. Dank Innovation und Fortschritt sei Klimaschutz erst möglich. Das Bekenntnis zum Industrieland NRW schließe nicht aus, dass sich das Land bis 2020 eine Reduktion von über 80 Millionen Tonnen Kohlendioxid zum Ziel gesetzt habe.

Oberbürgermeister Kathstede sieht in der Investition ein Signal, das Perspektive und Hoffnung gerade in der Zeit der Krise vermittelt.

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