Changi ist der Star im Primaten-Haus. Erdmännchen strecken sich und Flamingos werfen erste Hügelnester aus Schlamm auf.

Nanu, was ist denn unten los? Orang-Utan-Baby Changi verfolgt erstaunt Bewegung ihrer Artgenossen aus der Schaukel in luftiger Höhe.
Nanu, was ist denn unten los? Orang-Utan-Baby Changi verfolgt erstaunt Bewegung ihrer Artgenossen aus der Schaukel in luftiger Höhe.

Nanu, was ist denn unten los? Orang-Utan-Baby Changi verfolgt erstaunt Bewegung ihrer Artgenossen aus der Schaukel in luftiger Höhe.

Jochmann, Dirk (dj)

Nanu, was ist denn unten los? Orang-Utan-Baby Changi verfolgt erstaunt Bewegung ihrer Artgenossen aus der Schaukel in luftiger Höhe.

Krefeld. Sonnenschein und hormonelle Turbulenzen: Wenn die Vögel lauter zwitschern als sonst, die Erdmännchen sich strecken und Tapir Carlos sich redlich um Herzensdame Saskia müht – dann lassen sich auch die prachtvollen Flamingos im Krefelder Zoo nicht mehr lange bitten. Eifrig werben sie um die Damenwelt und werfen ihre ersten Hügelnester aus Schlamm auf.

Ein Hauch von Frühling hatte hunderte Besucher am Wochenende in den Krefelder Zoo gelockt. „Weil es so schön warm heute ist und wegen der Kinder natürlich,“ so die meisten von ihnen. Sie haben dicke Mäntel und Regenschirme gegen leichte Jacken und sogar Sonnenbrillen getauscht. Viele drängen sich vor dem Außengehege der Großkatzen. Auch der zehnjährige Sven aus Uerdingen will wissen, ob er die beiden Jaguargeschwister zu Gesicht bekommt. Tatsächlich, Mama Bess liegt entspannt in der Sonne und schaut zu, wie sich ihr Nachwuchs jagd und auf Bäume klettert. „Die beiden sind jetzt sieben Monate alt und so schnell,“ rechnet Sven und müht sich, mit seinem Handy ein Foto von den kleinen Katzen zu machen.

Ein lehrreicher Geburtstag für Leah und ihre Freunde

Von ihren Eltern kaum noch zu unterscheiden sind inzwischen die Straußenküken auf der Afrikawiese. „Seitdem sie im letzten Sommer schlüpften sind sie zehn Zentimeter pro Woche gewachsen,“ so Zoosprecherin Petra Schwinn nicht ohne Stolz über die Zuchterfolge im Zoo. „Auf unserer Afrikawiese brüten die Strauße ihre Eier ganz natürlich aus. Wir brauchen dazu keine Brutkästen wie Straußenfarmen.“ Auf der offenen Savannenlandschaft leben die großen Strauße zusammen mit Ellipsen-Wasserböcken und Säbelantilopen in einer Gemeinschaft, wie sie auch in der Natur vorkommt.

Währenddessen lernen die siebenjährige Leah und ihre Freunde, dass die spitzohrigen Löffelhunde gerne Küken fressen, manche Kängurus am liebsten auf Bäumen leben und die kleinen Seidenäffchen höchstens 120 Gramm schwer werden. Leah hat Geburtstag und von ihren Eltern eine Zooführung geschenkt bekommen. „Ich habe mir ausgesucht, dass wir heute ganz viele Jungtiere ansehen“ sagt Leah, die jetzt mit ihren Freunden im Affentropenhaus angekommen ist. Und auch wenn hier die Temperaturen grundsätzlich bei rund 25 Grad liegen, scheint der immer noch winzige Orang-Utan-Junge Changi etwas von der Sonne jenseits der Scheiben zu spüren.

Fast ein halbes Jahr ist er jetzt alt, turnt immer öfter von seiner Mutter entfernt in den Ästen herum, reckt seine dünne Brust und präsentiert sich wie ein Teenie beim Casting. Gemessen an der Zahl des Nachwuchses, haben die Schmetterlinge sicherlich noch mehr zu bieten. Zwar ist der Schmetterlingsdschungel noch geschlossen, doch sein überdachtes Innenleben mit plätschernden Bachläufen und exotischen Pflanzen präsentiert sich schon jetzt in tropischer Bestform.

Ein „feuriger Spanier“ ist seit ein paar Tagen neuer Lebensgefährte von Josephine: Der vierjährige Raoul aus dem Zoo von Valencia soll im Krefelder Zoo für möglichst viele kleine Pinselohrschweinchen sorgen. Er ersetzt den Keiler Ludwig, der im vergangenen Herbst plötzlich gestorben war. Seither musste die 13 Jahre alte Sau ohne Gesellschaft in ihrem Gehege leben. Nun hoffen die Zoomitarbeiter, dass sich Josephine und Raoul näher kommen und Nachwuchs produzieren.
 

 Pinselohrschweine zählen zu den am auffälligsten gefärbten Schweine. Ihr natürlicher Lebensraum reicht von Senegal bis Zentralafrika. Da ihr ärgster Feind, der Leopard, vom Menschen stark dezimiert worden ist, verbreiten sich die Tiere enorm. Vielerorts werden sie als Plage angesehen, weil sie in Plantagen einfallen. Pinselohrschweine leben in Gruppen bis zu 20 Tieren, werden maximal 1,50 Meter lang und 120 Kilo schwer. Lebenserwartung: 20 Jahre.
 

Wie viele andere Arten haben auch unzählige Puppen des asiatischen Schwalbenschwanzes im tropischen Schmetterlingshaus überwintert. Sie werden sie bald frei um die Besucher herum schwirren. Die erste Gelegenheit gibt es für die Besucher beim Frühlingsfest des Krefelder Zoo am ersten Aprilwochenende.

 

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