Die United B-Boys aus Krefeld sind Europameister – und mischten die Fußgängerzone auf.

Auftritt in der Fußgängerzone: Die United B-Boys in Aktion.
Auftritt in der Fußgängerzone: Die United B-Boys in Aktion.

Auftritt in der Fußgängerzone: Die United B-Boys in Aktion.

Dirk Jochmann

Auftritt in der Fußgängerzone: Die United B-Boys in Aktion.

Krefeld. Einigen Zuschauern dürfte schwindelig geworden sein. Da dreht doch dieser Jugendliche glatt Pirouetten, mitten auf dem Neumarkt - und dann auch noch auf dem Kopf. Ein anderer "tanzt" im Handstand - wahlweise auch auf den Unterarmen, die Beine in den Himmel gestreckt wie bei einer Windmühle, ein dritter macht Saltos durch die Luft.

Die jüngeren im Publikum wippen im Takt der Musik, zücken die Handys und machen Fotos. Die Älteren gucken etwas erstaunt. Doch alle sind fasziniert, was die "United B-Boys" auf die schnell verlegten Matten in der Krefelder Fußgängerzone zaubern.

Die spontane Breakdance-Show der Krefelder Jungs - samt stilvollem Vorfahren im Hummer-Geländewagen - sorgt schnell für eine Menschentraube. Immer wieder geht ein Raunen durch die Menge der Zuschauer. "Die Jungs, die können aber ’was", ist zu hören. Nach nicht einmal 15 Minuten ist der Spuk vorbei. Es gibt verdienten Applaus, eine Zugabe und dann heißt es ausruhen.

Robert Karamanovic ist ziemlich aus der Puste. Die coolen Posen kann er sich aber nicht verkneifen. "Das gehört einfach dazu", sagt er und lacht dann: "Aber nur auf der Bühne." Der 18-Jährige ist eigentlich Trainer und Choreograf der United B-Boys.

Bei Wettkämpfen tanzen Dogukan Konukman (14), Elvis Shabani (15), Chris Weimann (14), Sandro van Eykels (13) und Dario Wolbring (14) allein. "Wegen der Altersklasse", erklärt Robert. Für den Spontanauftritt am Neumarkt schwang er sich aber auch über die Matte.

Wer sich auf dem Kopf dreht, macht einen "Head-Spin". Der "Handstand" auf den Ellenbogen. heißt "Elbow-Jump". Jede Bewegung beim Breakdance hat einen eigenen Namen. Den Wettkampf gegen andere Crews nennt man "Battle".

Can Berdermann ist mit neun Jahren der jüngste Breakdancer bei den Krefeldern und schon Deutscher Meister.

"Wir richten uns immer nach der Musik", sagt Robert. Eine Choreografie entsteht dann ganz spontan. "In weniger als fünf Minuten."

Krefeld, das sei schon eine richtige Breakdance-Hochburg, findet Mine Berdermann, in deren Sport- und Tanzstudio die Jungs trainieren. Insgesamt 20 Breakdancer hat sie unter ihren Fittichen. "Darunter ist auch eine Mädchen-Crew." Und die Crews, also Mannschaften, sind höchst erfolgreich unterwegs.

Das Flagschiff, die United B-Boys, heimsten erst kürzlich in Dänemark den Junioren-Titel bei den Europameisterschaften im Breakdance, Hip-Hop und Elektric Boogie ein. Später wollen die Jungs aber ganz groß rauskommen. "Die ,Flying Steps’ sind unsere Vorbilder", sind sich die Junge einig.

Mikel und Amigo, Mitglieder der Berliner Breakdance-Crew, werden auch am 10. Mai nach Krefeld kommen. "Dann richten wir in der Glockenspitz-Halle die Deutschen Breakdance-Meisterschaften aus", blickt Mine Berdermann stolz voraus. Bis dahin heißt es auch für die United B-Boys fleißig weiter trainieren. "Jeden Tag", sagt Robert. Für die Jungs kein Problem. "Das ist wie eine Sucht." Eine, die fit hält und Spaß macht.

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