Krefelder hat sich „Dice Stacking“ verschrieben.

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Das ist Dice-STacking: Wenn alles geklappt hat, steht am Ende vor Richard Zelzner ein kleiner Turm aus Würfeln.

Das ist Dice-STacking: Wenn alles geklappt hat, steht am Ende vor Richard Zelzner ein kleiner Turm aus Würfeln.

Andreas Bischof

Das ist Dice-STacking: Wenn alles geklappt hat, steht am Ende vor Richard Zelzner ein kleiner Turm aus Würfeln.

Krefeld. Eben lagen die vier Würfel noch auf dem Tisch. Sauber nebeneinander platziert. Doch dann schnappt Richard Zelzner zu, lässt einen nach dem anderen, ohne sie mit der Hand zu berühren, in einem Becher verschwinden, wirbelt ihn mit der Öffnung nach unten samt der Würfel durch die Luft. Dann setzt er den Becher auf der Tischplatte ab, schiebt ihn hin und her - und hat plötzlich einen Turm von vier gestapelten Würfel vor sich. Das alles dauert nur ein paar Sekunden. Zauberei? Nein. "Dice Stacking" heißt die Kunst.

"Das passiert alles durch die Fliehkraft", erklärt der 21-jährige Krefelder. Man dürfe nicht zögerlich oder verkrampft sein, sondern müsse die Bewegungen fließend ausführen. "Dann können die Würfel gar nicht aus dem Becher fallen." Jeder könne es lernen, beteuert Richard. Doch Übung sei natürlich gefragt.

"Meine Eltern waren anfangs ,begeistert’ und dachten: Super, schon wieder eines dieser sinnlosen Hobbys", sagt Richard. Denn als ein Freund ihn vor einem Jahr über das Internet auf Dice Stacking brachte, war der angehende Bankkaufmann hin und weg. Und übte tagelang am Stück. "Ich hatte damals Urlaub, dass passte", erinnert er sich. Nur blieben die Würfel nicht immer da, wo sie sein sollten - im Becher. "Die flogen quer durchs Zimmer und das machte viel Krach."

Mittlerweile hat sich die Familie damit abgefunden - und schließlich ist Richard ja auch schon ein Experte. Da werden die Würfel längst nicht mehr nur auf dem Tisch drapiert, sondern auch mal auf dem Arm. "Am schwierigsten ist der umgekehrte Weg. Einen Würfelturm mit dem Becher ab- und dann wieder aufzubauen." Das verlange enorme Geschicklichkeit.

Das Equipment bezieht er übers Internet. Ausrangierte Casino-Würfel gehen am besten, "weil die schön eckig sind". Und den Zahnputzbecher, den er anfangs benutzte, hat er durch ein knall buntes Exemplar ersetzt. In Berlin durfte der Krefelder sein Können bereits vor über 200 Zuschauern zeigen, bei einer Veranstaltung von Google. Beim "Secret Talents"-Videowettbewerb für YouTube kam er im INternet unter 700 Teilnehmern immerhin auf Platz 40.

Englisch "Dice Stacking" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Würfel stapeln".

"Ich übe jeden Tag", sagt er. Auf die Geschwindigkeit komme es ihm nicht an - "zu stupide". Richard mag lieber "Freestyle" und probiert neue Tricks aus. Grenzen gibt es fast nicht. "Der Rekord liegt, glaube ich, bei 28 Würfeln, die jemand aufeinander gestapelt hat."

Zur Abwechslung bauen Dice Stacker ihren Würfelturm gerne auch mal auf Flaschenhälse oder - wie kürzlich bei "Wetten, dass..." - auf dünnen Nägeln. So weit ist Richard noch nicht. Für 2009 hat er sich aber viel vorgenommen. "Ich will jetzt auch bei Wettbewerben starten."

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