Krefelder stören sich an der Sperrung der Ostwall-Unterführung. Der Durchgang war schon seit langem unattraktiv.

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Schön sieht anders aus: die Metallzäune an der Ostwall-Unterführung.

Schön sieht anders aus: die Metallzäune an der Ostwall-Unterführung.

Schön sieht anders aus: die Metallzäune an der Ostwall-Unterführung.

Andreas Bischof, Bild 1 von 2

Schön sieht anders aus: die Metallzäune an der Ostwall-Unterführung.

Krefeld. Mit Unverständnis reagieren viele Krefelder Bürger auf die Sperrung der Unterführung an der Kreuzung Ostwall, Rheinstraße. Am Mittwoch hatten Baufirmen im Auftrag der Stadtverwaltung Bauzäune aufgestellt und so den Durchgang unter dem Ostwall dicht gemacht.

Dem 80-jährigen Krefelder Reinhold Konrad etwa entfährt als erster Kommentar dazu nur: "Eine große Scheiße ist das." Er kenne das Krefelder Stadtbild schon seit dem Zweiten Weltkrieg und bedauert, dass in Krefeld seiner Meinung allzu viele Bausünden begangen worden sind. "Das wird nur eine weitere Rattenbude", prognostiziert Konrad für die Zukunft der Passage und hält sowohl die Abgrenzungen als auch den geplanten Erhalt der Fläche für falsch. Er sagt: "Das ganze Loch einfach zu betonieren und fertig. Das wär ein Schandfleck weniger in dieser Stadt."

Weniger aufgeregt aber ebenfalls negativ beurteilt Sabine Wehmöller die neue Situation im Stadtzentrum. "Man hätte die Zäune am Fuß der Treppe anbringen sollen", sagt die 19-Jährige. Dann hätte man sich den hässlichen Anblick erspart. Bis auf die Metallzäune störe sie es nicht, dass der Durchgang nun verschlossen sei. Aus ganz praktischen Gründen: "Ich bin da fast nie lang gegangen, weil ich Treppen hasse".

Passage selbst wird kaum vermisst, Absperrung gilt als extrem hässlich

Ein paar Stufen auf und ab zu steigen hatte Claudia Flucke dagegen nie gestört. Die 39-Jährige nutzte die Unterführung in letzter Zeit wegen "Gestank und Dreck nur noch ungern". Die vielen Ampeln auf der Straßenkreuzung hätte man allerdings kurz und zügig mit der Passage umgehen können, sagt sie. Dass die Stadt an der Situation in der Passage etwas ändern wollte, ist für Flucke zwar nachvollziehbar, die jetzige Lösung sei aber "ganz sicher nicht optimal."

Seinen Blick eher auf das zukünftige Gesamtbild der Innenstadt gerichtet, verknüpft der Krefelder Harry Fehr das Schicksal der Passage mit dem des ehemaligen Horten-Kaufhauses. "So lange da nichts mit passiert, braucht man sich auch kein neues Konzept für die Passage ausdenken", so sein Urteil. Fehr erinnert sich, dass die Passage seinerzeit durchaus Kunden in den Untergrund gelockt habe, er hätte es dort anfangs als belebt und angenehm empfunden.

"Allerdings war das schnell vorbei. Zum Schluss war es dort furchtbar dreckig und gerade ältere Menschen oder Frauen haben sich da nicht mehr entlang getraut", so die Meinung des 58-jährigen Krefelders.

Dass die aktuelle Lösung für zwei Jahre bestehen bleiben soll, erscheint ihm merkwürdig. Fehr habe zwar keine Idee, wie man sinnvoll mit der Passage verfahren soll, die jetzige Form belege aber die Ideenlosigkeit der Verantworlichen. Seine Vermutung: "Das ist doch wahrscheinlich wieder alles eine Frage des Geldes."

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