Die Enttäuschung ist groß: Statt der Sonnenfinsternis gab es am Freitag über Krefeld nur Wolken und Grau.

Natur
Anton (9;l.) und Fabio (8) hofften lange auf bessere Sicht.

Anton (9;l.) und Fabio (8) hofften lange auf bessere Sicht.

Josef Galke versuchte mit seiner Enkelin Line zumindest ein bisschen Sonnenfinsternis durch eine getönte Scheibe zu erkennen. Leider vergeblich.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Anton (9;l.) und Fabio (8) hofften lange auf bessere Sicht.

Krefeld. Ein trüber grauer Wolkenschleier liegt am Freitagvormittag schwer über Krefeld. Es ist kalt und ungemütlich. Wolfgang Verbeek zeigt in den Himmel: „Dort drüben, über den Bäumen sollte die Sonne jetzt in etwa sein“, sagt er mit einer leichten Verbitterung in der Stimme. Er schaut auf seine Uhr: „In fünf Minuten hätten wir die für Krefeld angesagt Totalität von 78,4 Prozent“, erklärt der ehemalige Vorsitzende der Krefelder Sternfreunde. Etwa 50 Menschen haben sich auf dem Sprödentalplatz versammelt, um das Naturschauspiel live zu erleben. Doch der Blick in den Himmel sorgt für lange Gesichter und immer wieder muss Verbeek erklären, dass die Sonnenfinsternis aufgrund der Wolkendecke nicht zu sehen sein wird.

Auch durch das Teleskop ist nichts zu erkennen

Der vierjährige Lukas spricht seit Tagen von nichts anderem: „Wo ist denn nun die Sonne?“ fragt er seinen Vater immer wieder. Dieser sucht eifrig in seinem Handy nach einem Live-Ticker und findet schließlich ein Bild, das er seinem Sohn zeigt: „Das Wetter kann man leider nicht beeinflussen. Schade, denn die Kinder haben sich schon sehr darauf gefreut die Sonnenfinsternis durch das große Teleskop zu beobachten“, sagt Peter Kusnezow.

„Ich hatte die Hoffnung, man könnte vielleicht doch etwas erkennen.“

Katrin Wiezlang

Die Sternfreunde Krefeld haben zahlreiche Teleskope aufgestellt und diese mit Schutzfolien ausgestattet: „Wir haben auch extra Sonnenbrillen eingepackt, doch bei den Wetterverhältnissen braucht man sie nicht. Das ist vor allem für die Kinder sehr schade.“, sagt Verbeek. Er erklärt, dass es zu wenig Wind gibt, der den Wolkenschleier wegschieben könnte. Um etwa 10.38 Uhr sollte sich der Mond über Krefeld langsam vor die Sonne schieben: „Es wäre dann etwas dunkler als jetzt“, sagt Verbeek.

Auch Katrin Wiezlang steht mit ihrer Nichte enttäuscht auf dem Sprödentalplatz: „Die Wolken wurden ja gestern schon angesagt, aber ich hatte die Hoffnung, man könnte vielleicht doch etwas erkennen“, erzählt sie. Die kleine Kiara möchte ihre Schutzbrille dennoch nicht abnehmen: „Vielleicht sehe ich etwas was kein anderer sieht“, sagt die sechsjährige optimistisch.

Im Herbst steht die nächste Mondfinsternis an

Eine weitere Sonnenfinsternis wird in den nächsten Jahren nicht erwartet: „Aber im Herbst haben wir wieder eine Mondfinsternis, hoffentlich haben wir dann mehr Glück mit dem Wetter“, sagt Verbeek.

Bis kurz vor Schluss wurden die speziellen Sonnenfinsternis-Brillen mit der Schutzfolie gesucht. Im Internet wurden letzte Exemplare zu teils astronomischen Preisen von 30 Euro angeboten. Optiker mussten Kunden abweisen – ausverkauft. Gestern zeigt sich nun: Alle Mühen waren umsonst.

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