Um den Frontmann Andy Powell rockte eine austauschbare Band mit großem Namen vor rund 400 meist zufriedenen Fans.

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Um Frontmann Andy Powell rockte eine austauschbare Band mit großem Namen vor rund 400 meist zufriedenen Fans.

Um Frontmann Andy Powell rockte eine austauschbare Band mit großem Namen vor rund 400 meist zufriedenen Fans.

Dirk Jochmann

Um Frontmann Andy Powell rockte eine austauschbare Band mit großem Namen vor rund 400 meist zufriedenen Fans.

Krefeld. Wer in den frühen Siebzigern mehr als nur das Album "Argus" mit dem Song "The King Will Come" von Wishbone Ash kannte, der hob sich von der Masse der Rockfans ab.

Aber zur Avantgarde der damaligen Musikszene haben Andy Powell, Ted Turner und Martin Turner (nicht verwandt miteinander) sowie Drummer Steve Upton entgegen anderslautenden Behauptungen nie gehört. Die Engländer aus dem West Country lagen eben nur etwas jenseits des Mainstreams.

Wishbone Ash ist wieder auf Tour, vorgestern Abend lockten sie die üblichen Verdächtigen in die Kulturfabrik - die Generation 50 plus aus Krefelder feierte eine Art Klassentreffen. Kaum eine andere britische Bands hat soviele Lineups mitgemacht wie die aus der Asche der Band Tanglewood auferstandenen Wishbones.

Übrig geblieben von der Stammformation ist noch nur Andy Powell - Schlagzeuger Joe Crabtree könnte sein Enkel sein. Bob Skeat am Bass und der Finne Jyrki Manninnen (Sologitarre links) sind allesamt gute Musiker, die den Fans in der Kufa viel Freude bereiteten, sie könnten aber auch in jeder anderen Band spielen. Bei den Titeln mit Wiedererkennungseffekt flogen deutlich mehr Hände in die Höhe als bei den Stücken von der jüngsten Platte.

Zoodirektor Wolfgang Dreßen, erklärter Anhänger des Fusion-Jazzgitarristen Pat Metheny, gehörte in den Siebzigern zu den Wishbone-Ash-Fans. Am Mittwoch hörte der selbst die Saiten zupfende Zoologe Gitarrenriffs, "die mich zu stark an Dire Straits erinnert haben." Nee, mit den neuen Titeln könne er mal gar nichts anfangen. Gute Songs fallen nicht vom Himmel, auch in Großbritannien nicht.

Armin Richlie, Chef des Unternehmens Hausmeister Objektbetreuung (HOB), war "ganz privat" zugegen. Fast die Hälfte des zweistündigen Konzertes verbrachte der Rockfan in der spärlichen Kufa-Gastronomie: "Es ist einfach günstig hier."

Wishbone Ash hatten die Hälfte ihres Auftrittes absolviert, da ging das letzte Essbare über die Theke, ein Käse-Baguette. Um den Umsatz anzukurbeln, stellten sich die Musiker zum Schluss selbst hinter den Verkaufstisch, um ihre CDs zu signieren.

Ein Autogramm erwischte Izabel de Souza aus Sao Paulo. "Ein langweiliger Abend", befand die Brasilianerin, die auf Samba, Reggae und Janis Joplin steht. "Vielleicht deshalb, weil ich nicht einen Song gekannt habe."

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