Andy Powell und Wishbone Ash enterten in der Kulturfabrik die Bühne. Sie spielten neben den alten Klassikern auch neue Songs.

Rock
Virtuos – Andy Powell und seine Flying-V-Gitarre.

Virtuos – Andy Powell und seine Flying-V-Gitarre.

Andreas Bischof

Virtuos – Andy Powell und seine Flying-V-Gitarre.

Krefeld. Wishbone Ash waren Anfang der 1970-er Jahre die Wegbereiter des Zwei-Leadgitarren-Rocks. Im 21. Jahrhundert gibt es die einst einmalige Band aus namensrechtlichen Gründen gleich zwei Mal – wobei Andy Powell, der sich im Jahre 1998 den Original-Namen sicherte und mit seiner Truppe in der gut gefüllten Kulturfabrik gastierte, eindeutig das bessere Erbe verwaltet. Powell ist einer der Väter der Band und bietet in neuerdings beständiger Besetzung technisch perfekten Rock, gepaart mit einem Höchstmaß an Spielfreude.

Nach Brachial-Gitarrist Shawn Kellerman als Opening Act legte die „Ash“-Truppe ohne Vorwarnung los. „Blowin’ free“, in früheren Jahren immer der musikalische Rausschmeißer, brachte die Krefelder sofort in Wallung. Sonnenbrillenträger Powell versprach einen „ungewöhnlichen Abend“ – und hielt Wort.

Mit munteren Sprüchen die Kollegen auf der Bühne antreiben

Das knapp zweistündige Programm bot neben Klassikern wie „Throw down the sword“ und „Warrior“ viel neues, teilweise unveröffentlichtes Material – und zwischendurch sogar zwei sentimentale Instrumentalstücke. Zur Freude der Zuhörer spielte die Band bei fast jedem Stück ihren absoluten Trumpf aus – schneidende und perfekt abgestimmte Doppel-Soli auf den Leadgitarren. So etwas gibt es nicht an jeder Ecke.

Andy Powell agierte in jeder Sekunde als der Chef auf der Bühne, machte muntere Sprüche und trieb seine Kollegen voran. Und die sind exzellent: Muddy Manninen bot virtuoses Gitarrenspiel, Bob Skeat zupfte einen munter treibenden Bass, und Joe Crabtree bearbeitete mit großer Schlagkraft Felle und Becken.

Nach einer halben Stunde gesellte sich überraschend Powells Sohn Aynsley auf die Bühne – nicht nur eine nette familiäre Geste, sondern mit Congas, Synthesizer und Akustikgitarre auch eine musikalische Bereicherung.

Absoluter Höhepunkt des Abends war kurz vor Schluss die Zwölf-Minuten-Version von „Phoenix“ – es schien, als seien die letzten vier Jahrzehnte spurlos an der Band vorübergegangen.

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