M. Walking on the Water legen nach 14 Jahren endlich eine neue CD vor – Markus Maria Jansen über alte Zeiten und neue Pläne.

interview
Jahrelang hat er Soloprojekte gepflegt, jetzt greift Markus Maria Jansen wieder für M. Walking zur Gitarre.

Jahrelang hat er Soloprojekte gepflegt, jetzt greift Markus Maria Jansen wieder für M. Walking zur Gitarre.

Andreas Bischof

Jahrelang hat er Soloprojekte gepflegt, jetzt greift Markus Maria Jansen wieder für M. Walking zur Gitarre.

Als ihre Stammkneipe „Blauer Engel“ im Jahr 2007 den 25. Geburtstag feierte, waren sie plötzlich wieder da. Wirtin Siggi Schneider hatte die Musiker von M. Walking on the Water zu dem vermeintlich einmaligen Gig überredet – und es wurde mehr daraus. In den Jahren 2008 und 2009 haben sie ihre hartnäckigen Fans schon mit kleineren Tourneen beglückt, jetzt erscheint mit „Flowers for the Departed“ tatsächlich eine neue CD, 14 Jahre nach der letzten Veröffentlichung. Die WZ sprach mit Bandmitbegründer und Sänger Markus Maria Jansen über alte Zeiten und den Neuanfang.

Feiert M. Walking mit der neuen CD jetzt endgültig ein Comeback?

Markus Maria Jansen: Wieso Comeback? Wir haben uns doch nie aufgelöst.

Aber ihr habt eine lange Pause gemacht. Wie kam es dazu?

Jansen: Wir hatten so viele Konzerte gespielt . . .

Markus Maria Jansen wurde 1957 in Hamburg geboren. In seiner Jugend spielte er beim Regionalligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst Fußball und wollte eigentlich Profi werden. Der Wunsch, Design zu studieren, verschlug Jansen nach Krefeld.

Am Niederrhein lernte Jansen Mike Pelzer kennen, mit dem er 1985 die Band M. Walking on the Water gründete. Ihren Stil nannten die Mitglieder Short-Distance-Psycho-Folk. Bis zu ihrem vorläufigen Ende 1997 veröffentlichten die M.’s sieben Alben, daneben auch noch Mini-Alben und diverse Singles.

Im März und April. Konzert in der Kufa: 18. März, 20 Uhr.

Wie viele genau?

Jansen: Bis zu 70 pro Jahr. Und dann haben wir so viel miteinander erlebt. Richtige Abenteuer. Die Tourneen für das Goethe-Institut durch Afrika, dann Zentralasien. Nach „File“, der letzten CD, war uns ein wenig die Spontaneität abhanden gekommen.

„Wir waren ein bisschen genervt von der Plattenindustrie.“

Es hatte keinen Streit gegeben?

Jansen: Überhaupt nicht. Aber jeder wollte dann mal an seinen eigenen Sachen arbeiten. Und dann lag auf einmal auch so viel Entfernung zwischen allen. Mike, der zweite Gründer der Band, ist nach Holland gegangen, der Geiger nach Hamburg und so weiter. Aber wir sind immer in Kontakt geblieben.

Ein wenig war aber auch der Erfolg ausgeblieben, trotz zweier Verträge mit sogenannten Major Companies, großen Plattenfirmen?

Jansen: Wir waren ja nicht unerfolgreich, aber bei Polydor und dann der EMI eben auch nicht wesentlich erfolgreicher als zu Independent-Zeiten. Die Plattenindustrie erlebte aber auch damals schon den Anfang ihrer großen Krise, und wir waren auch ein bisschen von ihr genervt.

Wieso?

Jansen: Die ganzen Abläufe hatten etwas Bürokratisches. Man musste jedes Jahr eine Platte machen, dann musste man entscheiden, was die Single wird, dann kam die Promotion-Tour und so weiter.

Aber jetzt hat sich die Stimmung wieder geändert?

Jansen: Ja, alle sind wieder neu motiviert. Alle machen sich Gedanken, alles ist demokratischer als früher. Da haben ich und Mike ja das Meiste vorgegeben.

Und der Balkenkopf ist wieder da, gewissermaßen das Ursymbol der Band. Wer hatte eigentlich die Idee?

Jansen: Wer darauf ursprünglich gekommen ist, dass wir uns den Kopf bandagieren und da einen Balken mit einwickeln, weiß ich nicht mehr. Am Anfang war es uns eben wichtig, keine normalen Bandfotos zu haben. Und jetzt wäre es einfach dumm gewesen, auf den Balkenkopf zu verzichten. Die meisten Fans identifizieren uns sofort damit.

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