Der Familienzirkus Probst feierte Premiere auf dem Sprödentalplatz. Bis zum 22. November heißt es täglich: Manege frei.

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Zirkus-Chef Reinhard Probst lässt die Watussi-Rinder tanzen.

Zirkus-Chef Reinhard Probst lässt die Watussi-Rinder tanzen.

D. Jochmann

Zirkus-Chef Reinhard Probst lässt die Watussi-Rinder tanzen.

Krefeld. Um 16.35 Uhr ist es soweit: Caesar hat seinen "großen" Auftritt. Dort, wo alle gerade noch eine hübsche junge Dame im Käfig sahen, zaubern die Angehörigen der Familie Jaruslav Kellner in Sekundenschnelle ihren Löwen hinein. "Guck mal da ist Caesar!", schreien Kinderstimmen. Da ist er also live und in Farbe.

Alle im nicht ganz ausverkauften Zelt haben die ungewöhnliche Abenteuerreise des Vierbeiners, über die in allen Medien berichtet wurde, noch im Hinterkopf: In der Nacht zum Mittwoch war der Lkw mit dem darin schlafenden Raubtier gestohlen worden. Die Fahrt endete abrupt vor einem Vorfahrtsschild. Caesar blieb unverletzt. Auch bei seinem ersten Auftritt auf dem Sprödentalplatz zeigt der Löwe keine "Folgeschäden": Caesar ist die Ruhe selbst.

Doch er ist nur eine Fußnote im zweieinhalbstündigen Programm des Circus Probst. Es geht Schlag auf Schlag. Der "betrunkene Jim Bim" fliegt wie eine Feder von einem Sprungbrett auf ein Trampolin und zurück. Diverse Bruchlandungen sind dabei so kalkuliert wie witzig. Maria Eleky kann schlichtweg alles auf ihren Füßen jonglieren, was ein Gegenstand ist und "Richard und Dave" laufen sich gegenseitig so gekonnt über den Haufen, dass Sinan (10) im Publikum Tränen lacht.

Exoten-Parade aus fünf Kontinenten und ein sechsköpfiges Live-Orchester

Nicht zuletzt beeindruckt die Familie Probst selbst. Chef Reinhard (52) lässt die Watussi-Rinder Rosi und Peter neben Kamelen und Dromedaren tanzen. "Exoten-Parade aus fünf Kontinenten" nennt er das. Stephanie Probst (22) bringt ihre Vollblutaraber dazu, dass sie sich im gemeinsamen Ringelrein mit den Friesenhengsten auf die Hinterbeine stellen und für die Zuschauer "Männchen" machen.

Sonja Probst (24) zieht sich in der Rolle des Clowns "Lolli" wie ein roter Faden durch das Programm. Mit Leichtigkeit schafft sie es, ohne Worte das Zelt in drei Zonen einzuteilen. Und ehe sie es realisieren, machen die Zuschauer mit verteilten Aufgaben und unter "Lollis" Dirigentschaft "An der schönen blauen Donau" zum Klatschmarsch. Das sechsköpfige Live-Orchester Gregor Pierscinski spielt den Tusch.

Juniorchef Andreas Probst (19) ist stolz. Er hat alle ins rechte Licht gerückt: Die neuen LED-Tubes waren seine Idee. Obwohl Mutter Brigitte Probst die Buchhaltung schmeißt, will sie dennoch nicht von einem "Familienunternehmen" reden. Dabei ist der Probst-Clan schon seit 1865 im Geschäft. "Familienunternehmen hieße ja, dass wir alles machen. Aber das können wir gar nicht. Ohne unsere Angestellten und freien Mitarbeiter wären wir nichts", sagt sie.

Der Zirkus gastiert noch bis zum 22. November. Außer montags gibt es täglich Vorstellungen im beheizten Kuppelzelt (für 1200 Zuschauer), und zwar um 16 und 19.30 Uhr, samstags um 11 und 16 Uhr. Am Donnerstag, 19. November, ist Familientag. An diesem Tag gibt es nur um 16 Uhr eine Vorstellung, allerdings zu reduzierten Eintrittspreisen (acht Euro je Karte).

Karten gibt es an der Zirkuskasse.

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