Ausstellung: Studierende aus dem Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein beschäftigen sich mit„Was ist Krefeld?“

Ausstellung
Für Hella Fekete, Jana Pigan und Elli Baghini bietet das Papst-Johannes-Haus viel „Freiraum“ – so der Name ihrer Arbeit. Fotos. Andreas Bischof

Für Hella Fekete, Jana Pigan und Elli Baghini bietet das Papst-Johannes-Haus viel „Freiraum“ – so der Name ihrer Arbeit. Fotos. Andreas Bischof

Mats Claußen, Stephen Erckmann, Michael Ganster (vorne v. l.) sowie Kay Ozdemir und Philipp Kronen (hinten v. l.) lassen es flimmern.

Für Katrin Mevißen und Monika Jagla gehört nicht nur eine festlich gedeckte Tafel zu Krefeld, sondern auch Müll.

Stephan Siebold erzählt in seinem Video aus der Kindheit, vom Egelsberg, dem Zoo, der Familie und von Orten, an denen man viel Spaß haben kann.

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Für Hella Fekete, Jana Pigan und Elli Baghini bietet das Papst-Johannes-Haus viel „Freiraum“ – so der Name ihrer Arbeit. Fotos. Andreas Bischof

Krefeld. Ein schwieriges Pflaster und vor allem Neuland war es für sie. Insbesondere, wenn es sich wie in diesem Fall um Nicht-Krefelder handelt. Die Hochschul-Studenten der Video-Gruppe „Krefeld ist traumhaft!“ geben es offen zu: „Wir kannten doch gerade mal den Fußweg vom Krefelder Bahnhof bis zum Frankenring“, grinst Michael Ganster aus Nettetal-Lobbereich.

Dem Fachbereich näher gefühlt als dem Hochschulstandort

Der hatte sich nämlich genau wie seine Kommilitonen aus Meerbusch, Duisburg, Düsseldorf und Korschenbroich eher dem Fachbereich Design näher verbunden gefühlt als dem Standort der Hochschule Niederrhein und damit der Stadt Krefeld selbst.

Und dann die Projektaufgabe: „Nähert Euch Krefeld. Beantwortet die Frage: Was ist Krefeld? Und seid vor allem kreativ“, so die anfangs schweißtreibende Ansage von Professor Erik Schmid an seine Studierenden. „Ich wusste auch, dass das für viele nicht leicht werden würde“, sagt Schmid selbst. „Krefeld hat zum Beispiel viele Baulücken. Ich dachte, Krefeld kann schon alleine deswegen beim Sex-Appeal vieler anderer Städte nicht mithalten.“

Dass dies jedoch nur im Auge des Betrachters liegt, lehren ihn nun seine Studenten. Ein Jahr haben die Vorbereitungen und die Arbeiten an der Ausstellung im Papst-Johannes-Haus gedauert.

Herausgekommen sind Arbeiten zu Lücken, Farben, Träumen, Legenden, Leben und Gefühlen in Krefeld. Monströse schwarze Krähen genäht aus der Altkleidersammlung hängen im Raum.

Installationen, Fotos, Gemälde, Fundstücke, Müll, Steine, Umfragen, Videos, Zeichnungen und vor allem Phantasie bewegen das einst kahle Innere im Papst-Johannes-Haus. Bunt, flimmernd oder düster kommen sie daher: Straßen, Plätze, Bäume und Kirchen, Menschen und ein Videobeitrag mit Endlosschleife.

„Krefeld ist einmalig!“, so der Titel des echten Krefelders Stephan Siebold, der an der Hochschule eingeschrieben ist. Zu betrachten im Video sitzt auf einem Stuhl und er erzählt: Erinnerungen aus der Kindheit, vom Egelsberg, dem Zoo, der Familie und dass es unendlich viele Orte in Krefeld gibt, wo man viel Spaß haben kann.

Studenten waren wochenlang mit der Kamera unterwegs

Und dann sind da noch all jene, die Krefeld mögen, sagt er. „Diese Menschen machen die Stadt besonders schön.“

Nebenan hat jetzt auch die Video-Gruppe „Krefeld ist traumhaft“ ihre alten Fernsehgeräte übereinander gehäuft. Die kommen teils vom Krefelder Sperrmüll, teils von Freunden, und nicht alle funktionieren einwandfrei.

Doch die fünf Studenten kennen sich jetzt aus in Krefeld. Sie waren wochenlang mit der Kamera in der Stadt unterwegs und stellen jetzt ihre selbstgedrehten Szenen auf den Kopf oder schwarz-weiß dar.

Was immer auch Krefeld sein mag – ob gestrig, traumhaft, einmalig oder Grauzone: Nicht etwa eine Ansammlung von alten Gebäuden oder eitlen Stadtvätern, sondern vielmehr die Liebe zum Detail steckt derzeit im Papst-Johannes-Haus, und damit viel Gesprächsstoff um eine Summe faszinierender Ideen und Sonderfälle einer Stadt.

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