Studenten haben mit ihrem neuen Rennwagen den ersten Härtetest hinter sich gebracht.

Sind stolz auf ihren Rennwagen(v.l.): Marco Menz, Florian Büchner und Roman Pfeil.
Sind stolz auf ihren Rennwagen(v.l.): Marco Menz, Florian Büchner und Roman Pfeil.

Sind stolz auf ihren Rennwagen(v.l.): Marco Menz, Florian Büchner und Roman Pfeil.

Dirk Jochmann

Sind stolz auf ihren Rennwagen(v.l.): Marco Menz, Florian Büchner und Roman Pfeil.

Krefeld. Von vorne sieht der „RS-14c“ durchaus gefährlich aus. An der Front blitzen weiße Haifischzähne auf. Verstecken braucht sich der 60 PS starke Flitzer sicher nicht. Von 0 auf 100 kommt er in drei Sekunden. Der in den Hochschulfarben Weiß und Blau gehaltene Kraftprotz ist bereits das dritte Rennauto, das die Studenten der Hochschule Niederrhein erfolgreich an den Start der Studenten-Rennliga „Formula Student“ gebracht haben. Seit 2011 werkeln sie in ihrer Werkstatt auf dem Hochschul-Gelände, um bei der Rennliga mitzumischen und ihre Leistung stetig zu verbessern. Für Maschinenbau-Student Roman Pfeil steht auf der Hebebühne ein Kindheitstraum. „Wann bekommt man schon die Möglichkeit, seinen eigenen Rennwagen zu bauen“, sagt der Technische Leiter des FH-Rennstalls.

Saisonauftakt vor 5000 Zuschauern auf dem Hockenheimring

Anfang August gab es für den neusten Boliden den ersten Härtetest. In vier statischen und drei dynamischen Disziplinen (siehe Kasten) ging es gegen internationale Konkurrenz von 115 Teams an den Start. Saisonauftakt war auf dem Hockenheimring. Mehr als 5000 Zuschauer nahmen auf den Rängen Platz.

„Wenn bei den Rennen die Besucher auf der Nordkurve jubeln, hat das schon fast Formel-1-Charakter“, sagt Roman Pfeil. „Da kommen dann auch im Team die Emotionen hoch“, ergänzt Teamleiter Marco Menz. Der 24-jährige Maschinenbau-Student ist seit Mitte 2012 dabei.

Mit den Ergebnissen des Rennwochenendes ist er trotz einer Panne vor dem Abschlussrennen zufrieden. Bei der „Autocross“-Disziplin, bei der nur zwei kurze Runde gefahren werden, gab der Querlenker des Fahrwerks nach. Minuten vor dem finalen Rennen über 20 Runden hatte das Team den Fehler behoben, „aber ohne richtigen Test war uns das Risiko zu hoch“, sagt Menz. Ein Dämpfer für das gesamte Team. „Viele stecken schließlich fast ihre gesamte Freizeit da rein“, sagt Pfeil.

Trotzdem konnte sich das Team im Vergleich zum Vorjahr um 11 Plätze verbessern und erreichte den 55. Platz der Gesamtwertung. „Es war die erste Erprobung unseres neuen Rennwagens. So lange wir uns stetig verbessern, sind wir zufrieden“, sagt Teamleiter Menz. Bisher konnten die Studenten den „Rs-14c“ nur auf dem Parkplatz der Hochschule testen.

Der Verbrenner-Rennwagen der Hochschulstudenten würde in einer Produktionsstückzahl von 1000 Einheiten pro Jahr um die 20 000 Euro kosten. 90 Prozent der verbauten Teile werden von den Studenten selbst gefertigt. Darunter zum Beispiel Radträger, Fahrwerk und „Catchtank“. Letzterer ist ein Überlaufbehälter für Öl und Wasser der beim „Rs-14c“ aus einer 0,9 Liter Bierdose besteht.

Seit 2011 arbeiten im Rennstall der Hochschule Niederrhein im Schnitt 50 Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen wie Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik. Auch Studenten aus technikfernen Fachrichtungen wie Textildesign arbeiten mit. Die bis zu zehn Fahrer sind ebenfalls Studenten der Hochschule.

In der „Formula-Student“ wird zwischen „Static Events“ und „Dynamic Events“ unterschieden. Bei Letzteren treten die Boliden auf der Rennstrecke gegeneinander an. Bei Ersteren werden Businessplan, Design und Kosteneffizienz von einer Fachjury bewertet.

Vor dem nächsten Wettbewerb soll der Wagen weiter verbessert und dann getestet werden. Schon Ende August geht es in Italien wieder um Sekundenbruchteile. Und das mit einer erneuten Premiere. „Das wird der erste Test für unseren Elektro-Rennwagen“, sagt Menz. Nächste Woche sollen die letzten Teile eingebaut werden, und dann heißt es einfach nur: an den Start gehen. „Da ist mir dann jedes Ergebnis recht“, sagt der Teamleiter. Der 24-Jährige Student der Elektrotechnik hat seine Bachelorarbeit und ein Master-Projekt dem Bolidenbau gewidmet. „Man kann hier praktische Erfahrungen sammeln und wirklich was bewegen“, sagt Florian Büchner.

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