Von der Kuhglocke bis zum Stadtplan – „Lustige Dinge“ suchten einen neuen Besitzer.

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Bei „Pille“ Peerlings kam auch eine Trommel unter den Hammer.

Bei „Pille“ Peerlings kam auch eine Trommel unter den Hammer.

Dirk Jochmann

Bei „Pille“ Peerlings kam auch eine Trommel unter den Hammer.

Krefeld. Markus "Pille" Peerlings kann endlich wieder planen: Die Existenz der Kulturrampe an der Oppumer Straße ist gesichert. Beinahe symbolischen Charakter hatte deshalb auch die Versteigerung am Donnerstagabend. Um Platz für Neues zu schaffen, musste das Alte raus. "Pille räumt auf" hätte man die Aktion auch betiteln können.

Auf der Rückseite der Liste der zu versteigernden Gegenstände ist noch die Petition an Oberbürgermeister Gregor Kathstede abgedruckt, mit der für den Erhalt der Rampe gekämpft wurde. Doch das gehört glücklicherweise der Vergangenheit an.

Unter den Hammer kamen in der Rampe "lustige Dinge, die irgendwelche lustigen Musiker oder Gäste hier vergessen haben" wie Peerlings die Auktion für einen guten Zweck eröffnet: Der Erlös von 111,11 Euro kommt dem Kinderheim Kastanienhof zugute.

Allein acht Gitarrenständer haben sich im Laufe der Zeit angesammelt, weiteres Strandgut sind unter anderem ein Kuhglocken-Set, jede Menge Regenschirme, zwei Jacken, ein Mountainbike und ein Wäschesack.

Aber auch Bizarres und nicht Einzuordnendes findet sich unter den vergessenen Dingen: ein Heiligenfigürchen aus Lourdes oder ein Bettbezug.

"Manchmal sind mir die Leute unheimlich, die hier auftreten", sagt Peerlings, der auch selbst mitsteigert: "Wer nicht möchte, dass ich diese Jacke trage, der sollte jetzt schnell bieten."

Nicht zu allen Gegenständen kennt er die dazugehörige Geschichte. Aber die Gäste helfen gerne aus und erfinden kurzerhand kleine, absurde Anekdoten.

Wie die von dem jungen Musiker, der die Tischdecken von seiner geliebten Oma als Glücksbringer bei seinen Konzerten immer dabei hat, sich nach einem Abstecher in einen Coffee-Shop nach Holland jedoch nicht mehr so gut konzentrieren kann. Deshalb vergisst er leider, die Decken wieder mit nach München zu nehmen, wo ihm trotz der fehlenden Talismänner eine große Musikerkarriere beschieden ist.

Und weil das Publikum weiß, dass die gute Sache im Vordergrund steht, findet sogar ein abgenutzter Stadtplan einen Abnehmer: "Da ist immerhin Niederkrüchten drauf", hebt Peerlings dessen besonderen Wert hervor.

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