Wie sich der Mensch heute und gestern fortbewegt hat, zeigen die Freunde der Eisenbahn am Preußenring. Es fehlt aber an Nachwuchs.

verkehrsmittelschau
Auch Kuriositäten rund um die Fortbewegung gibt es zu bestaunen.

Auch Kuriositäten rund um die Fortbewegung gibt es zu bestaunen.

Gerd Fickeis (rechts), zweiter Vorsitzender, mit Besuchern vor der HO-Anlage.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 2

Auch Kuriositäten rund um die Fortbewegung gibt es zu bestaunen.

Krefeld. „Hier kann man sich schon richtig beschäftigen lassen“, sagt Gerd Fickeis, zweiter Vorsitzender im Verein „Freunde der Eisenbahn Krefeld“, und lacht. Er steht vor dem historischen Miniaturnachbau des Krefelder Nordbahnhofs im H0-Format. Jeden zweiten Sonntag im Monat hat die Historische Verkehrsmittelschau am Preußenring geöffnet. „Oft sind es Kinder in Begleitung ihrer Großeltern, die hierher kommen und am liebsten alle Züge einmal fahren sehen wollen“, sagt der 67-Jährige. Besonders der Mini-Schluff stehe bei den Heranwachsenden hoch im Kurs.

Seit mehreren Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert

Fickeis und Hans Overdick leisten seit mehreren Jahrzehnten ehrenamtlich Dienst im Verein, der sich gemeinsam mit zwei weiteren um das äußerlich unscheinbare Museum kümmert. Schon in Kindertagen entdeckten sie ihre Leidenschaft für historische Fortbewegungsmittel. Beide haben eine eigene Miniatureisenbahn in den heimischen vier Wänden. Fickeis hat gar ein ganzes Zimmer voller Schienen, Berge und Loks. „Das Schöne ist, dass man sich seine kleine heile Welt schaffen kann“, sagt er.

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Auch Kuriositäten rund um die Fortbewegung gibt es zu bestaunen.

Auch Kuriositäten rund um die Fortbewegung gibt es zu bestaunen.

Gerd Fickeis (rechts), zweiter Vorsitzender, mit Besuchern vor der HO-Anlage.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Gerd Fickeis (rechts), zweiter Vorsitzender, mit Besuchern vor der HO-Anlage.

Overdick ist ebenfalls schon sehr früh dem Bahnvirus verfallen, seine Strecke im Maßstab 1:600 brauche allerdings deutlich weniger Platz, sei aber nicht minder aufwendig. Schon als Jugendlicher zog der diplomierte Fotograf los, um die Eisenbahnen der Region zu knipsen und zu katalogisieren. Heute zählt seine Sammlung rund 10 000 Dias. „Oft veranstalten wir Vereinsabende, an denen unsere Fotos präsentiert werden“, erklärt der 77-Jährige. „Immer zu einem bestimmten Thema.“ Ein großer Beamer steht den Mitgliedern dafür zur Verfügung, den die SWK im Zuge der großen Renovierung vor drei Jahren im Museum installiert hat. „Manchmal sind wir bis zu 30 Personen, manchmal aber leider auch nur fünf“, sagt Overdick mit sorgenvoller Stirn. Leider gebe es nur noch wenige Menschen, die sich im Verein organisierten. 64 Mitglieder gibt es noch, der Altersdurchschnitt liegt weit über 50 Jahren.

Das Museum präsentiert sich heute viel einladender als vor Jahren

Und das, obwohl das Museum heute viel einladender daher kommt als vor einigen Jahren. Die Wände sind weiß, die Exponate klar gegliedert. Viel Licht strömt durch die Glasbausteine. „Früher war hier alles ziemlich vollgestopft und dunkel“, sagt Fickeis und veranschaulicht gestenreich die damalige Situation. Nun sind die Aussteller thematisch sortiert. Der Besucher kann nun die Geschichte und Entwicklung der Krefelder Straßen- und Eisenbahnen einfach nachvollziehen. Plastisch und verständlich wird anhand der aufwendig bearbeiteten Exponate deutlich, wie sich die Technik über mehr als ein Jahrhundert verändert hat. Es gibt Getriebe, Motoren und Achsen im Querschnitt zu bewundern. Dazu allerhand Kuriositäten, wie den Eineinhalbdecker, ein mehrstöckiger Bus, der damals auf Krefelds Straßen unterwegs war. Oder den Galopp-Wechsler, mit dem in Hochgeschwindigkeit das Wechselgeld ausgegeben wurde. Auch der Kaiserliche Hofzug, der 1904 und 1908 in Krefeld Station machte, hat seinen festen Platz in der Ausstellung.

Die meisten Stücke sind einst von Maximilian Hesse, einem Architekten der Krefelder Eisenbahn, gespendet worden. Neben der Pflege des Museums kümmern sich die Freunde der Eisenbahn um die Sonderfahrten des Schluffs. Dann sind sie als Zugbegleiter unterwegs. „Es wäre schon schön, wenn sich wieder mehr Menschen für diese Themen interessieren würden“, appelliert Fickeis. „wir engagieren uns ja nicht nur für das Museum und den Schluff, sondern machen monatlich und jährlich Ausflüge mit historischen Eisenbahnen, vielleicht kann sich ja dafür jemand begeistern.“

Im Jahr 1978 wurde in der einstigen Bahnmeisterei der Krefelder Eisenbahn am Preußenring das Museum eröffnet.

Betreut wird die historische Verkehrsmittelschau ehrenamtlich von den Vereinen „Freunde der Eisenbahn Krefeld“, „Interessengemeinschaft Schienenverkehr Krefeld“ und der „Linie 1“.

Jeden zweiten Sonntag im Monat, 10 bis 13 Uhr.

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