Verbände weisen auf Gefahren durch Schadstoffe hin.

Vor dem SPD-Parteitag hatten im Oktober 2007 bereits Kraftwerks-Gegner gegen die Pläne demonstriert.  (Archiv
Vor dem SPD-Parteitag hatten im Oktober 2007 bereits Kraftwerks-Gegner gegen die Pläne demonstriert. (Archiv

Vor dem SPD-Parteitag hatten im Oktober 2007 bereits Kraftwerks-Gegner gegen die Pläne demonstriert. (Archiv

Dirk Jochmann

Vor dem SPD-Parteitag hatten im Oktober 2007 bereits Kraftwerks-Gegner gegen die Pläne demonstriert. (Archiv

Krefeld. Auch wenn Bayer im Chemiepark alte Kraftwerkskessel abschalten wird und der Energiewirkungsgrad auf mehr als 60 Prozent gesteigert werden soll, bleiben Umweltinitiativen bei ihrem Nein zum Bau eines Steinkohlekraftwerks in Uerdingen.

Das haben BUND, die Bürgerinitiative Saubere Luft, Coordination gegen Bayer-Gefahren, der Niederrheinische Umweltverein und der Naturschutzbund in einer gemeinsamen Erklärung betont.

"Trotz der Zugeständnisse von Trianel und Chempark bleibt den Anwohnern und der Umwelt der größte Teil der zusätzlichen Belastungen weiter bestehen", so die Initiativen.

Sie listen eine Vielzahl von Schadstoffen auf, die in die Luft gepustet würden und die Menschen in der Umgebung schädigten - Schwefel- und Stickoxide, aber auch Cadmium, Thallium, Quecksilber, Nickel, Blei und Arsen.

"Sie werden aber deutlich unter den Grenzwerten liegen", hatte bereits am 19. Dezember Martin Hector, Geschäftsführer des Bauherrn Trianel-Power, erklärt.

Verbände warnen vor einer Erwärmung des Rheins

Das Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung in Düsseldorf läuft noch. Trianel hatte dort den "Vorbescheid zur Feststellung der Genehmigungsfähigkeit" sowie eine Teilgenehmigung für Vorarbeiten beantragt. Wie die Pressestelle der Bezirksregierung auf Anfrage erklärt, müssten noch nachgereichte Unterlagen bewertet werden. Auch die Rechtsfrage, ob angesichts der vom Krefelder Rat verhängten Veränderungssperre beim Bebauungsplan eine Genehmigung möglich ist, ist dort zu klären. Nach WZ-Informationen sind die Signale aber positiv.

Die CDU, die bis zu diesem Tag dem Kraftwerksprojekt eher ablehnend gegenüberstand, wie die SPD aber die wichtigsten Forderungen nun erfüllt sieht, sieht das ebenso.

Die Christdemokraten hatten ihre Ablehnung unter anderem damit begründet, dass Uerdingen und Umgebung ohnehin schon genug belastet seien. Nun bekennt man sich zum Industriestandort: "Krefeld ist nicht der Schwarzwald", sagt Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Die weiteren Kritikpunkte der Umweltschützer: Das Kühlwasser soll aus dem Rhein angesaugt und direkt wieder eingeleitet werden. Dadurch erwärme sich der Rhein.

Bei Niedrigwasser müsse das Kraftwerk heruntergefahren oder sogar abgeschaltet werden. Kleinlebewesen im Strom würden im Tonnenbereich pro Tag getötet.

Steinkohle sei nach Braunkohle der schmutzigste Brennstoff für die Umwelt. Zudem sei das Kraftwerk für den Chemiepark völlig überdimensioniert. Zudem könnten laut den Umweltschützern die verbleibenden vier Gas- und der Kohlekessel nicht abgeschaltet werden, da das geplante neue Kraftwerk nur aus einem Kessel bestehe. Der wiederum müsse gewartet werden und könne auch ausfallen, der Chemiepark dadurch keinen Dampf mehr beziehen.

Außerdem verweisen die Organisationen auf die Menge an klimaschädlichem Kohlendioxid. Es würden etwa 4,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausgestoßen - heute würden im Stadtgebiet Krefeld schon etwa vier Millionen Tonnen produziert.

Ein Gaskraftwerk würde deutlich weniger ausstoßen. Das aber ist laut Trianel und Bayer wirtschaftlich nicht darstellbar.

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