Interview Thomas Godoj und seine Band treten am 21. April in der Kufa auf. Der DSDS-Sieger geht jetzt seinen eigenen musikalischen Weg.

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Rockt am 21. April mit Band in der Kufa: Thomas Godoj.

Rockt am 21. April mit Band in der Kufa: Thomas Godoj.

Dirk Jochmann

Rockt am 21. April mit Band in der Kufa: Thomas Godoj.

Krefeld. Zuerst gab es für Thomas Godoj bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) keinen Plan B, dann aber den Sieg und die erste CD mit dem Titel "Plan A". Wohin führt das zweite Album "Richtung G" Thomas Godoj und seine Fans?

Thomas Godoj: Das neue Album "Richtung G" ist im November veröffentlicht worden. Ich habe daran ein Jahr lang mit einem neuen Team daran gearbeitet und verschiedenenen Songwritern zusammengearbeitet, um meine Themen umsetzen zu können. Es gibt Songs auf Deutsch, Englisch und sogar Polnisch. Bei "Plan A" waren die Songs schon geschrieben. Es war überhaupt nicht möglich, sich selbst zu verwirklichen. Die Menschen erwarten nach einem Sieg bei DSDS sofort ein Album. Ich konnte aber noch Songs wie "Plan A", "Helden gesucht" und "Autopilot", die mit meiner damaligen Band Wink entstanden sind, hinzunehmen.

Ein neues Team, Selbstverwirklichung? Klingt nach Abnabelung von DSDS?

Thomas Godoj: Ich mache mittlerweile auch mein Management selbst. Für die Tourneekonzerte arbeite ich mit der Agentur FourArtist zusammen. Wobei ich eigentlich immer von uns sprechen muss. Ich stehe ja nicht alleine auf der Bühne.

Das DSDS-Jurymitglied Volker Neumüller war der Manager. Warum die Trennung?

Thomas Godoj: Normalerweise hat ein Manager die Interessen des Künstlers zu vertreten. Wenn der Manager aber Vorschriften macht, die ich nicht nachvollziehen konnte, dann war das nicht mehr meine Philosophie.

Wie lebt es sich denn als Musiker so ganz ohne Skandale, die anscheinend zum Geschäft gehören?

Thomas Godoj: Wenn man sich bei so einer Castingshow anmeldet und weiterkommt, dann muss man nicht nur die Fragen, ob man Drogen genommen oder eine Vorstrafe hat, beantworten. Es gibt viele andere Fragen. Man wird da richtig gescannt. Und dann bauen die sich ihre Pressestorys draus. Castingshows sind eben so. Gleich ob bei Dieter Bohlen, Stefan Raab oder Popstars. DSDS ist aber sehr boulevardlastig. Ich habe damals versucht, die Sache sehr neutral anzugehen.

Bei der aktuellen DSDS-Staffel hat man den Eindruck, dass es weniger um das Talent der möglichen Superstars als um deren persönlichen Geschichten geht.

Im Sommer 2007 bewarb sich Thomas Godoj als Kandidat bei der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar", bei der er mit einer betont rockigen Auswahl von Liedern bis in das Finale vordrang. In jeder Show erhielt er mit Abstand die meisten Stimmen. Im Finale trat er am 17. Mai 2008 gegen Fady Maalouf an, Mit dem Sieg war der Abschluss eines Plattenvertrags mit Sony BMG verbunden. Der Vertrag sieht eine Option von drei Produktionen vor.

Der Fanclub des Sängers Thomas Godoj "Rockforum" trifft sich am 21. April um 17 Uhr, um dann gemeinsam das Konzert um 20 Uhr in der Kulturfabrik, Dießemer Straße, zu besuchen. Überhaupt gibt es rege Fan-Aktivitäten im Internet. Godoj lädt die Clubs regelmäßig zu Stammtischen ein.

Thomas Godoj: Ich kann zur aktuellen DSDS-Staffel wenig sagen. Aber im Prinzip ist es so, dass man dort seinen Charakter und seine Stimme zeigen kann, aber nicht seine eigenen Songs. Es kann ein Sprungbrett sein. Aber alles, was dort passiert, hat ein Jahr Gültigkeit, bis die nächste Staffel kommt. Das hat nichts mit einer Künstler- oder Nachwuchsförderung zu tun.

"Castingshows haben nichts mit Künstler- oder Nachwuchsförderung zu tun."

 

Thomas Godoj

Mark Medlock darf dort als ehemaliger DSDS-Sieger seine neue Platte präsentieren. Thomas Godoj nicht?

Thomas Godoj: Ich denke, dass es daran liegt, dass Mark Medlock mit Dieter Bohlen eng zusammenarbeitet. Und der versucht, sein Produkt an dem Mann zu bringen.

Eine Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen als Produzent war von Anfang an ausgeschlossen?

Thomas Godoj: So hart würde ich es nicht ausdrücken. Als Menschen akzeptiere ich Dieter Bohlen, weil er ein cool Typ ist. Er verfolgt aber ein anderes Musikgeschäft. Meine Vorstellung ist, möglichst viel live zu spielen.

Inwieweit wirkt das DSDS-Klischee noch?

Thomas Godoj: Das Denken ist sicherlich noch da. Auch bei manchen Rundfunksendern, die es ablehnen, meine Platten zu spielen. Vielleicht kippt das jetzt. Die Band geht jetzt auf ihre vierte Tour mit 20 Konzerten.

Und macht am 21. April Station in der Kulturfabrik. Schon einmal in Krefeld gespielt?

Thomas Godoj: Nein, aber schon häufig hier gewesen. Ein Sandkastenkumpel von mir ist damals von Recklinghausen hierhin gezogen. A 57, Abfahrt Gartenstadt, Richtung Spinnereistraße. Und dann haben wir die Kneipen unsicher gemacht. Mein Kumpel lebt aber jetzt in Viersen.

Was steht nach der Tournee an?

Thomas Godoj: Krankenhaus. Meine Freundin und ich erwarten Nachwuchs. Sie ist für Juli ausgezählt.

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