Blues Rock: Eine Legende und drei später berufene Musiker erfreuten die Fans auf der Kulturrampe.

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Them-Urgestein Eric Wrixon am Keyboard, Gitarrist Billy McCoy, Drummer Tom Wagener und Bassist Luca Nardi (nicht im Bild) erfreuten vor allem im zweiten Set die Fans auf der Kulturrampe.

Them-Urgestein Eric Wrixon am Keyboard, Gitarrist Billy McCoy, Drummer Tom Wagener und Bassist Luca Nardi (nicht im Bild) erfreuten vor allem im zweiten Set die Fans auf der Kulturrampe.

Andreas Bischof

Them-Urgestein Eric Wrixon am Keyboard, Gitarrist Billy McCoy, Drummer Tom Wagener und Bassist Luca Nardi (nicht im Bild) erfreuten vor allem im zweiten Set die Fans auf der Kulturrampe.

Krefeld. "Vielleicht sehen wir uns wieder - irgendwann, irgendwo, irgendwie" - im besten Deutsch verabschiedet sich der "Boss" von den Musikfans auf der Kulturrampe im Großmarkt. Eric Wrixon hat neben Van Morrison 1963 die legendäre Bluesrock-Formation Them im nordirischen Belfast gegründet. Gerade ist Wrixon mit seiner Band wieder auf Tour: Vorgestern Krefeld, gestern Unna, heute Paderborn. Seit 46 Jahren ist Them auf Achse, allerdings mit mehrjährigen Unterbrechungen.

"Ich will nicht klagen", meint Markus "Pille" Peerlings zu den 89 Besuchern im "großen" Saal der Rampe, die für Them zwölf Euro an der Abendkasse und zehn im Vorverkauf locker gemacht haben. 30 mehr hätten locker hineingepasst, aber es ist Dienstag, und wir sind in Krefeld. Die da sind, haben vor allem in zweiten Set viel Spaß am druckvollen Bluesrock.

Ein Titel von Bob Dylan machte die Nordiren weltbekannt

Den größten Hit der Band hatten sie allerdings schon in der ersten Hälfte gehört: "It’s All Over Now, Baby Blue". Damit machten Morrison und Wrixon zusammen mit den Henderson- und McAuley-Brüdern 1966 den jugendlichen Bob Dylan in Westeuropa erst richtig bekannt. Damals wussten die wenigsten, dass die Nordiren den amerikanischen Barden coverten - anders, vielleicht besser als das Original.

Vor allem die Fachkundigen im Rampen-Publikum genießen das vorzügliche Spiel des hibbeligen Bassisten Luca Nardi, seit 2002 bei Them. "Ich bin doch Italiener", erklärt er in der Pause. Er lebt in der Toscana, während Eric Wrixon und Gitarrist Billy McCoy (ebenfalls seit acht Jahren dabei) Belfast treu geblieben sind. Letzterer spielte schon in der Band von Petula Clark ("Downtown"), mit Paul Young oder Rory Gallagher.

Erst im vergangenen Jahr ergänzt ein Deutscher das Line up von Them: Tom Wagener, Schlagzeuger aus der Stadt Markdorf am Bodensee. "Ich wohne genau zwischen Livorno, wo Luca Nardi lebt, und Belfast. Von Friedrichshafen oder Memmingen kann zu den weiteren Auftritten fliegen." Hierzulande reist er im Auto, mit eigenem Drum-Set.

1963 in Belfast gegründet. 1968 stieg Van Morrison für seine erfolgreiche Solo-Karriere aus. 1966 urteilte das britische Fachblatt Rolling Stone über Them: "Die einzige Band, die die Rolling Stones als Konkurrenz zu fürchten haben". Sie verkaufte 30 Millionen Platten. In den USA war sie mit den Doors auf Tour, es folgten Sessions mit Frank Zappa und den Mothers Of Invention.

Als der Erfolg mit Them nachließ, gründete Keyboarder Eric Wrixon 1971 mit Phil Lynott die Band Thin Lizzy ("Whiskey In The Jar"). Ende der 70er Jahre wurde Them erstmals reaktiviert.

Natürlich fehlten die anderen Superhits der Ur-Them nicht beim Gig in Krefeld: "Baby, Please Don’t Go" und "Gloria". Das präsentierten Wrixon und Kollegen in einer opulenten Version und nahmen das Thema in vehement geforderten "Zugabe"-Rufen wieder auf. Dann war der "Boss" irgendwie k.o.: Im Juni ist er 63 geworden. Aber es ist noch lange nicht vorbei, Baby Blue.

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