Die Abiturklasse des Gymnasiums am Stadtpark tritt am Freitag beim School Battle an der Rennbahn auf.

Christian Sieber ist umringt von Frauen – zumindest bei der Anfangsformation zum Lied „Hot in Herre“.
Christian Sieber ist umringt von Frauen – zumindest bei der Anfangsformation zum Lied „Hot in Herre“.

Christian Sieber ist umringt von Frauen – zumindest bei der Anfangsformation zum Lied „Hot in Herre“.

A. Bischof

Christian Sieber ist umringt von Frauen – zumindest bei der Anfangsformation zum Lied „Hot in Herre“.

Krefeld. Momentan haben sie - um die Band Juli zu zitieren - einfach nur eine geile Zeit, wahrscheinlich die geilste ihres bisherigen Lebens: Die Abiturklausuren sind noch in weiter Ferne, die ungewisse Zukunft auch, und die Schüler der Klasse 13 am Stadtpark-Gymnasium genießen das in vollen Zügen.

Ihnen geht es nun vor allem darum, die Stufenkasse zu füllen. Denn die Abizeitung muss gedruckt, die Motto-T-Shirts müssen bestellt werden. Und auch der Abiball sollte für die Teilnehmer nicht zu teuer ausfallen. Deshalb probt eine Gruppe von mehr als 20 Schülern seit sechs Wochen für das heutige School Battle im Biebricher Saal an der Rennbahn. Der Hauptgewinn ist verlockend: Für die Siegerschule gibt es 1500 Euro.

Die Freundinnen Nina Mols, Laura Geditzki und Verena Willuhn haben die Organisation in die Hand genommen. "Wir haben uns erst ziemlich spät angemeldet und hatten deshalb nicht viel Zeit für die Proben", sagt die 18-jährige Verena. "Ich bin selber erstaunt, dass wir das in der kurzen Zeit hingekriegt haben."

Besonders gefallen hat den Schülerinnen das Konzept, das hinter dem School Battle steckt. "Die Whitemonkey GbR aus Wuppertal organisiert das Ganze", erklärt Laura, ebenfalls 18. "Die Schüler sollen nicht nur Saufen, um Geld in die Kasse zu spülen, sondern etwas Kreatives auf die Beine stellen."

Die erste Idee haben die Gymnasiasten ziemlich schnell verworfen. Das Thema sollte "Sex sells" sein, die Bühnenshow ans Moulin Rouge erinnern. "Das hätte wunderbar zu unserem Abimotto gepasst", erklärt Nina, 19Jahre alt. Das lautet nämlich: Abi Rouge - 13 Jahre im Rotstiftmilieu. "Aber wir hatten Bedenken, dass das billig rüberkommt und peinlich wird."

Am Freitag steigt das School Battle um 22 Uhr im Biebricher Saal an der Rennbahn. Das Gymnasium am Stadtpark, das MSM-Gymnasium und die Gesamtschule Kaiserplatz treten gegeneinander an. Die Eintrittskarten kosten an der Abendkasse sieben Euro. Der letzte Vorentscheid findet am 5. Februar an gleicher Stelle statt.

Das Finale, in dem die drei Siegerschulen der Vorentscheide gegeneinander antreten, ist für den 5. März angesetzt.

Der Gewinner erhält nach dem Finale 1500 Euro für Abizeitung und T-Shirts. Für den zweiten Platz gibt es 1000 Euro, für den dritten 500 Euro. Außerdem dürfen die Schulen zwei Euro von jeder verkauften Eintrittskarte behalten.

Die Punkte werden nach drei gleichwertigen Teilaspekten ermittelt: Kartenvorverkauf, Idee und Umsetzung sowie Applaus.

Eine Alternative war schnell gefunden: "Classic meets Party". Die Schüler verbinden zwei Welten miteinander: Der Auftritt beginnt mit "Ave Maria" und endet mit dem Song "Ey, das geht ab" von Frauenarzt und Manny Marc - gegensätzlicher geht es kaum.

"Wir haben nicht viele Talente in der Stufe, aber die wenigen, die wir haben, wollten wir ausspielen", sagt Laura lächelnd. "Ronja Handwerker singt zum Beispiel seit Jahren Opern und möchte das auch später studieren. Sie ist unser Ass im Ärmel." Weitere Joker sind Jolanda Ebermann und Kevin Schneider, die einen Ballett-Tanz hinlegen.

Die Mädchen finden es super, welch positive Effekte das gemeinsame Projekt auf sie und ihre Mitschüler hat: "Durch die Proben für das School Battle ist die ganze Stufe näher zusammengerückt", bilanziert Nina. "Man hat sich von seinen festen Cliquen gelöst und ist offener geworden."

Wie es nach dem Abitur weitergehen soll, wissen die Drei schon ziemlich genau. "Das ist momentan ein großes Thema bei uns", erklärt Verena. Sie will auf Grundschullehramt studieren, Laura geht erst einmal für ein Jahr als Au-Pair in die USA, bevor sie sich ins Studium stürzt, und Nina will International Business und Management in den Niederlanden studieren. "Die haben das mit dem Bachelor besser im Griff."

Ein bisschen wehmütig sind sie aber trotz der Freude auf den neuen Lebensabschnitt, schließlich ist da auch die Angst, sich aus den Augen zu verlieren. Doch Nina ist sich sicher: "Egal, wo wir später landen, in der Kufa werden wir uns immer wiedersehen."

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